Fehler in der Cloud 01.02.2019, 15:57 Uhr

Microsoft Azure hat offenbar Kundendaten verloren

Eine Störung in der Azure-Cloud soll zur versehentlichen Löschung mehrerer Kundendatenbanken geführt haben. Microsoft bemüht sich um die Wiederherstellung der verlorenen Inhalte, kann aber wohl nicht alle Daten retten.
(Quelle: Piotr Swat / shutterstock.com)
Microsofts Azure-Cloud hat offenbar versehentlich einige Kundendatenbanken gelöscht. Die Redmonder bemühen sich darum, die verlorenen Daten wieder herzustellen. Betroffen waren eine Reihe von Azure-SQL-Datenbanken, in der benutzerdefnierte KeyVault-Schlüssel für die transparente Datenverschlüsselung (TDE) verwendet werden. Das berichtet «The Register». Dem Portal liege ausserdem eine Nachricht von Microsoft vor, die der Konzern an betroffene Nutzer gesendet haben soll.
Demnach ereignete sich der Vorfall, während einer Störung am 29. Januar. Zunächst hatten zahlreiche Kunden nur Probleme damit, die Cloud beziehungsweise damit verbundene Dienste wie Microsoft Exchange, zu erreichen. Dass bei der Behebung dann allerdings aus Versehen einige Datenbanken gelöscht wurden, ist erst später aufgefallen.

Daten teilweise nicht wiederherstellbar

Microsoft bemühe sich nun darum, die verlorenen Daten mittels Snapshot Backup wieder herzustellen. Diese können aber im schlechtesten Fall bis zu fünf Minuten älter sein, als die gelöschten Datenbanken. Alle Datentransaktionen, die in dieser Zeitspanne vorgenommen wurden, sind damit unwiederbringlich gelöscht.
Sind damit wichtige Daten verloren, bittet Microsoft seine Kunden ein entsprechendes Support-Ticket zu schreiben. Microsoft entschuldige sich laut «The Register» für den Vorfall und biete allen Kunden wiederhergestellter Datenbanken die Nutzung für zwei Monate kostenlos an. Für alle ursprünglichen Datenbanken entfällt die Gebühr sogar für drei Monate.

Update verursachte Probleme

Unterdessen führte Microsoft erste Analysen durch und informierte über das Azure Status-Portal, weshalb es zum Datenverlust kam. Wie die Kollegen von «Heise» berichten, führte ein global operierender, externer DNS-Provider ein Update auf seinen Servern für die DNS-Auflösung durch. Dies hatte offenbar eine Datenbeschädigung auf den primären DNS-Servern zur Folge, die sich ebenfalls auf die sekundären Server und damit auf den Netzwerkverkehr auswirkte.
Update 04.02.: Meldung um Gründe für die Ausfälle ergänzt


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