Telekommunikation 04.12.2020, 13:05 Uhr

Bund will Mobilfunknetze besser vor Stromausfällen schützen

Bei einer Stromversorgungskrise sollen Bevölkerung und Wirtschaft nach wie vor auf mobile Fernmeldedienste zurückgreifen können. Abklärungen des Bundes zeigen nun, dass dafür zusätzliche Vorkehrungen durch die Netzbetreiber nötig sind.
(Quelle: Kevin Oetiker / Unsplash )
Notrufnummern sollen auch während eines längeren Stromausfalls funktionieren. Um das sicherzustellen, hat der Bundesrat entschieden, dass bis in zirka fünf Jahren eine stromausfallsichere Mobilfunkversorgung aufgebaut werden soll. Schliesslich würden die Mobilfunknetze eine tragende Rolle bei der Versorgung des Landes mit systemrelevanten Fernmeldediensten wie dem Notruf, Breitbandinternet oder der Sprachtelefonie spielen, heisst es in einer entsprechenden Mitteilung.
Als Grundlage für den Entscheid dienten dem Bundesrat interne Abklärungen des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zur sogenannten «Härtung der Mobilfunknetze» durch Notstromversorgungen. In diese seien auch das Wirtschafts- und das Verteidigungsdepartement sowie die Fernmeldedienstanbieterinnen einbezogen worden.
Laut Mitteilung stellte man dabei fest, dass der Betrieb der Mobilfunknetze mit Massnahmen, die in einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen, für einen länger andauernden Stromunterbruch oder einen Versorgungsengpass gesichert werden kann. Die jährlichen Kosten für Investition, Unterhalt sowie Betrieb in der Krise belaufen sich nach Schätzungen auf 40 bis 90 Millionen Franken pro Jahr. Gleichzeitig erwartet man einen Nutzen der Aufrechterhaltung des Mobilfunkbetriebs in der Grössenordnung eines dreistelligen Millionenbetrags von bis zu rund 500 Millionen Franken.
Die stromausfallsichere Mobilfunkversorgung für Notrufdienste kostet jedoch auch die Konsumentinnen und Konsumenten etwas: Laut Schätzungen belaufen sich diese auf rund 40 Rappen pro Abonnement und Monat.
Schliesslich strebt der Bundesrat über die fünf Jahre hinaus in längerfristigen Schritten die garantierte schweizweite Versorgung mit mobilen Sprach- und Datendiensten auch in einer Stromversorgungskrise an. Diese Ziele will er in der Verordnung über Fernmeldedienste verankern. Hierzu muss das UVEK dem Bundesrat bis Ende 2021 eine entsprechende Vernehmlassungsvorlage unterbreiten.


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