Huawei 20.08.2019, 08:20 Uhr

US-Regierung gewährt Huawei weiteren Aufschub

Offenbar gewährt US-Regierung dem chinesischen Lösungsanbieter Huawei eine weitere Fristverlängerung von 90 Tagen. Huawei kann so weiter Produkte für seine Kunden ausliefern.
(Quelle: Huawei)
Laut dem Nachrichtendienst Reuters, und unter Berufung von «vertraulichen Quellen», wird das US-Handelsministerium Huawei einen weiteren zeitlichen Aufschub von 90 Tagen gewähren. Die Fristverlängerung soll es dem chinesischen Unternehmen ermöglichen, US-Unternehmen sowie Kunden mit Produkten, aber auch Software-Updates zu versorgen, sowie auch Wartungsaufgaben durchzuführen.
Was hinter dem neuen Aufschub steckt? Gerade die ländlichen US-amerikanischen Gegenden sind stark mit Huawei-Geräten durchsetzt und damit von einer kontinuierlichen Versorgung abhängig. Ein Verbot kann hier schnell zu Störungen und Engpässen bei der Grundversorgung (bezüglich der Landwirtschaft, Netzwerk respektive gesamte Telekommunikation) dieser Gebiete führen.
Mit einer Verlängerung gewinnt man nun Zeit, da die erste Frist heute, am 19. August 2019 ausläuft. Ohne einen neuen Aufschub würde die Möglichkeit des chinesischen Unternehmens deutlich reduziert, bestehende Telekommunikationsnetze zu warten und Software-Updates für Huawei-Handys/-Produkte bereitzustellen.
Wie es allerdings weitergeht, hängt vor allem vom Fortgang des Handelsstreites zwischen der USA und China ab. Es wird gemutmasst, dass US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping voraussichtlich per Telefongespräch im Rahmen des G7-Treffens in Biarritz, Frankreich (24. bis 26.8.2019) auch über Huawei sprechen. Die US-Regierung belässt Huawei nach wie vor auf einer schwarzen Liste, weil das chinesische Unternehmen an Aktivitäten beteiligt sein soll, welche die nationale Sicherheit gefährden.
Unter anderem wirft die USA China vor, dass Smartphones und Netzwerkgeräte von Huawei dazu eingesetzt werden, Amerikaner respektive amerikanisches Know-How auszuspionieren. Huawei bestreitet dies bis heute. Bis heute gibt es tatsächlich keinen öffentlich gemachten Beweis für diese Anschuldigung.
Wie abhängig beide Seiten voneinander sind, zeigt das finanzielle Volumen der in 2018 getätigten Geschäfte: Von den 70 Milliarden US-Dollar, die Huawei 2018 für den Kauf von Komponenten ausgegeben hat, gingen 11 Milliarden US-Dollar an US-amerikanische Firmen, darunter Qualcomm, Intel und Micron Technology.
Ein Kommentar von Huawei Schweiz zur neuen Sachlage wurde von uns angefragt, steht aber noch aus.


Das könnte Sie auch interessieren