Joint Venture 19.05.2020, 10:09 Uhr

Salt und Sunrise kooperieren beim Glasfaserausbau

Überraschende Kooperation auf dem Schweizer Telekommarkt: Die beiden Unternehmen Sunrise und Salt spannen beim Ausbau des Glasfasernetzes zusammen.
(Quelle: Thomas Jensen / Unsplash)
Eigentlich sind sie erbitterte Konkurrenten. Doch im Bereich Glasfaserausbau wollen Sunrise und Salt in Zukunft zusammenarbeiten und damit einen Gegenpart zum Branchenprimus Swisscom bilden. Man habe sich auf eine strategische Partnerschaft verständigt, um eine führende Plattform im Bereich «Fiber to the home» (FTTH) zu schaffen, teilten die beiden Gesellschaften am Dienstag mit. Es sei das Ziel, mit einer Gesamtinvestition von bis zu 3 Milliarden Franken über die nächsten fünf bis sieben Jahre 1,5 Millionen Haushalte zu erreichen.
Laut den Angaben soll der Ausbau in den Gebieten erfolgen, die heute nicht ausreichend mit Breitband versorgt seien. Die Digitalisierung solle damit auch in nichtstädtischen Gebieten vorangetrieben werden. Für ihre Pläne gründen Sunrise und Salt die Gemeinschaftsfirma Swiss Open Fiber, welche sie künftig mit einem Kapitalpartner halten wollen. Es seien bereits Gespräche mit potenziellen Partnern und Banken aufgenommen worden. Der Netzbau soll dann bereits im vierten Quartal des laufenden Jahres starten, wie es weiter heisst. Als Verwaltungsratspräsident der neuen Firma ist Marc Furrer vorgesehen, der ehemalige Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission Comcom. 

Offene Plattform

In der Mitteilung ist von einer «offenen und für alle Anbieter zugänglichen Plattform» die Rede. Sunrise und Salt wollen die Hauptmieter der Plattform sein, sie stehe jedoch sämtlichen Wettbewerbern zur Verfügung, wird betont. Konkret will Swiss Open Fiber etwa mit Swiss Fibre Net, dem Gemeinschaftsunternehmen von regionalen Energieversorgern, zusammenarbeiten. Dieses unterstütze die neue Firma im Rahmen einer strategischen Partnerschaft.
«Wir sind überaus froh darüber, der strategische Partner für die Swiss Open Fiber-Plattform zu sein», wird Andreas Waber, CEO von Swiss Fibre Net, im Communiqué zitiert. Weiter sagt er: «Unsere bereits bestehenden und erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu beiden Betreibern werden dadurch umso stärker und wir freuen uns, eine offene Schweizer Glasfaserinfrastruktur voranzutreiben.»

Was die CEOs dazu sagen

Aus Sicht des Sunrise-CEO André Krause wird die Initiative die Verbreitung hochmodernster Breitbandangebote beschleunigen und «die Versorgung der Schweiz mit Glasfaserinfrastrukturen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern deutlich verbessern».
Salt-CEO Pascal Grieder spricht von einem «einzigartigen Projekt». Die zunehmende Bedeutung von flexiblen und virtuellen Arbeits- und Lernmodellen treibe den Bedarf an leistungsfähigen Breitbanddiensten in den Schweizer Haushalten weiter vorantreiben. «Unsere Initiative wird solche Dienstleistungen zu attraktiven Preisen ermöglichen», verspricht er. Krause ermutigt ausserdem Gemeinden und Versorgungsunternehmen, die sich mit der Bereitstellung eines FTTH-Netzes befassen, «sich an uns zu wenden». Man sei für Geschäfte offen.


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