Nach erneuter Panne 21.02.2020, 10:10 Uhr

Aussprache zwischen Swisscom-Verantwortlichen und Simonetta Sommaruga

Innert Kürze kam es bei Swisscom zu mehreren Pannen. Davon waren auch die Notruf-Nummern betroffen. Deswegen traf sich nun Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga mit Verantwortlichen des Telkos.
(Quelle: Swisscom)
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat sich über die neuesten Störungsfälle bei der Swisscom informieren lassen. Sie traf bei einer ordentlichen Aussprache den Verwaltungsratspräsidenten sowie den CEO des Telekomunternehmens. Innert weniger Wochen war es zu drei Pannen gekommen.
Die Swisscom habe bei dieser Gelegenheit «Analysen, Erkenntnisse sowie geplante Massnahmen» dargestellt, wie das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.
Das Uvek erwarte, dass die Swisscom, wie auch andere Anbieter, jederzeit den Zugang zu den Notrufdiensten gewähren würden. Bei den Eignergesprächen, die laut einem Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» am Donnerstag stattfanden, sei vereinbart worden, dass über wichtige Erkenntnisse und Massnahmen gegenseitig orientiert werde. Das Thema habe bei Swisscom und Uvek höchste Priorität, hiess es auf Anfrage weiter.
Kommende Woche finde ein erstes Treffen zwischen Swisscom und Bundesamt für Kommunikation (Bakom) statt. Dabei sollen die Vorfälle besprochen und weitere Klärungsschritte festgelegt werden. Da die Abklärungen des Bakom erst in der Anfangsphase stehen, können noch keine genauen zeitlichen oder inhaltlichen Angaben gemacht werden, wie es weiter hiess. Es sei davon auszugehen, dass die Klärungen mehrere Wochen benötigen werden.

Bereits drei Pannen im neuen Jahr

Zur dritten Panne in diesem Jahr kam es am Mittwoch. Vor allem in der nördlichen Schweiz war der Internetzugang über das mobile Netz beeinträchtigt. Bereits am Dienstagabend und frühen Mittwochmorgen der vergangenen Woche lagen grosse Teile des Swisscom-Netzes lahm. Der Unterbruch wurde durch Wartungsarbeiten verursacht.
Für viele Swisscom-Kunden hiess es: Keine 4G-Mobiltelefonie, kein mobiles Internet, aber auch keine Festnetzverbindung und kein Internet zu Hause. Auch die Notruf-Nummern auf allen Kanälen waren betroffen. Die Swisscom machte menschliches Versagen für den Ausfall verantwortlich. Auch am 17. Januar hatte das Unternehmen für eine Stunde mit schweren Störungen im Netz zu kämpfen.
Die zweite Panne rief das Bakom auf den Plan. Es kündigte eine vertiefte Untersuchung an. Von Gesetzes wegen ist die Swisscom verpflichtet, den Zugang zu den Notfalldiensten zu gewährleisten.
Auch die zuständige Nationalratskommission verlangt Auskunft über die Pannenserie. Die Kommission will herausfinden, ob die wiederholten Ausfälle im Swisscom-Netz systemische oder personelle Gründe haben oder mit Investitionsentscheiden zusammenhängen.


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