US-Sanktionen 24.05.2019, 09:30 Uhr

Neue Rückschläge für Huawei

Huawei gerät immer stärker unter Druck: Auch der Chipentwickler ARM stellt nun jegliche Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konzern ein.
(Quelle: rustamxakim/shutterstock)
Der chinesische Huawei-Konzern wird durch US-Sanktionen immer weiter in die Enge getrieben. So stellte nach BBC-Informationen der Chipentwickler ARM jegliche Zusammenarbeit mit Huawei ein. Die Chip-Architekturen von ARM bilden die Basis der Prozessoren in nahezu allen heutigen Smartphones und Tablets – auch bei Huaweis Chips aus eigener Entwicklung.
ARM ist in Grossbritannien ansässig und gehört dem japanischen Technologiekonzern Softbank. Die Firma habe ihre Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass die Chip-Designs von ARM auch aus den USA stammende Technologie enthielten und deshalb alle Geschäfte mit Huawei eingestellt werden müssten, berichtete der britische Sender. Ohne eine Zusammenarbeit mit ARM dürfte Huawei das Smartphone-Geschäft ausserhalb des chinesischen Heimatmarktes vergessen können.
Die USA hatten Huawei vergangene Woche auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.
Unter dem massiven Druck dieser Sanktionen will Huawei sein eigenes Betriebssystem spätestens zum nächsten Frühjahr einsatzbereit haben. Es solle auf Smartphones, Computern, Tablets, Fernsehern, in Autos und tragbaren Geräten laufen und mit Android-Apps kompatibel sein, kündigte der Chef der Huawei-Verbrauchersparte, Yu Chengdong, laut "Phoenix News" vom Mittwoch an. Die Software könne auch schon im Herbst fertig sein. Die bereits seit 2012 verfolgte Entwicklung eines eigenen Betriebssystems bekam für Huawei eine ganz neue Dringlichkeit, da die US-Massnahmen dem Konzern den Zugang zum Google-System Android erschweren.


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