Elektronische Bücher 04.07.2019, 14:31 Uhr

Microsoft Store: E-Books sind nicht mehr lesbar

Wenn Sie elektronische Bücher im Microsoft Store gekauft haben, sind diese ab sofort nicht mehr lesbar. Leser sollen ihr Geld zurückerhalten.
(Quelle: Myriams-Fotos/Pixabay)
Seit 1. Juli kann man die im Microsoft Store bezogenen E-Books nicht mehr lesen, wie «Watson» berichtet. Das liegt daran, dass die Redmonder die DRM-Server-Infrastruktur ihres E-Book-Angebots abschalten.
Auch die kostenlosen Downloads funktionieren nicht mehr. Ausserdem sind sämtliche von Nutzern gemachte Kommentare verloren. Betroffene Kunden erfahren auf dieser FAQ-Seite von Microsoft mehr (Englisch).
«Die Bücher werden aufhören zu funktionieren – dieser Satz klingt nach jedem Aufsagen immer schlimmer», schreibt Spieleentwickler Rob Donoghue auf Twitter dazu.

Geld zurück – in Echtgeld oder Microsoft-Guthaben

Wer E-Books gekauft hat, erhält laut Microsoft sein Geld zurück. Erstattungen sollen gemäss der FAQ-Seite Anfang Juli automatisch beginnen und über die hinterlegte Zahlungsmethode abgewickelt werden. Sollte z.B. die Kreditkarte nicht mehr gültig sein, erhalten Sie von Microsoft eine Gutschrift auf Ihr Microsoft-Konto.
Leser, die Lesezeichen und Kommentare verfasst haben und diese nun verlieren, sollen zusätzlich 25 US-Dollar erhalten.
Es sei erwähnt, dass die betroffenen Kunden im April vorgewarnt wurden. Ausserdem erstattet Microsoft den vollen Kaufpreis zurück.

Was ist DRM?

Das Problem ist der Kopierschutz DRM (Digital Rights Management), die sogenannte Digitale Rechteverwaltung. Digitale Dateien lassen sich damit von den Urhebern kontrollieren und schützen. Nur wenn diese Lizenz vorliegt, kann man diese Dateien öffnen und nutzen. Ein DRM-Server kontrolliert dies, welcher automatisch konsultiert wird, wenn man eine Datei, z.B. ein E-Book oder einen Film, öffnet. Ihre Kindle-Bücher oder Microsoft-E-Books gehören somit nicht wirklich Ihnen, auch wenn Sie diese gekauft haben.
Auch andere E-Book-Anbieter wie Amazon oder Apple verkaufen ihren Kunden lediglich Lizenzen, an sich geschützte Güter zu verwenden. Die Anbieter können diese Lizenzen jederzeit zurückziehen. Das Techportal «Wired» nennt dies The Dark Side of DRM.


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