Nichtteilnahme 14.03.2024, 08:12 Uhr

Schweizer sind Weiterbildungsmuffel

Knapp 30% der Schweizer Bevölkerung hat seit mindestens fünf Jahren keine Weiterbildung mehr besucht.
(Quelle: BFS)
Bei 29% der ständigen Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren liegt die letzte Weiterbildung mindestens 5 Jahre zurück. Diese Quote ist bei Personen mit tiefem Bildungsstand (52%), bei Nichterwerbspersonen (55%) und bei Personen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren (39%) besonders hoch.
Viele begründen die Nichtteilnahme an Weiterbildung damit, dass sie keine Weiterbildung benötigen. Dies zeigen neue Auswertungen des Mikrozensus Aus- und Weiterbildung 2021 des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Knapp die Hälfte der ständigen Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren hat 2021 in den zwölf Monaten vor der Befragung keine Weiterbildung besucht. Bei beinahe 20% liegt die letzte Teilnahme ein bis vier Jahre und bei 29% fünf Jahre oder länger zurück. Die Quote der Personen ohne Weiterbildung in den letzten fünf Jahren ist vor allem bei Personen mit tiefem Bildungsstand (52%), bei Nichterwerbspersonen (55%) und bei Personen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren (39%) sehr hoch. Entsprechend sind diese Gruppen in der Bevölkerung ohne Weiterbildung in den letzten fünf Jahren im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überrepräsentiert, machen aber keine Mehrheit aus. Ein grosser Teil der Personen ohne Weiterbildung in den letzten fünf Jahren steht voll im Erwerbsleben (70%), verfügt über mindestens einen Abschluss der Sekundarstufe II (76%) und ist jünger als 55 Jahre alt (66%).

44% sagen, dass sie keine Weiterbildung benötigen

Von den Personen, die sich in den fünf Jahren vor der Befragung nicht weitergebildet haben, geben 44% an, dass sie keine Weiterbildung benötigt haben. Ein Drittel wollte sich aus anderen Gründen nicht weiterbilden. Ein Fünftel konnte trotz Wunsch keine Weiterbildung besuchen.
Bei Personen, die in den letzten fünf Jahren trotz Bedarf keine Weiterbildung besucht haben, sind die häufigsten Teilnahmehindernisse familiäre Belastung (15%), zu hohe Kosten (14%) und Zeitmangel (13%). Die wichtigsten Hauptgründe unterscheiden sich je nach Gruppe. 45% der Personen mit einer Behinderung konnten beispielsweise aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme keine Weiterbildungen absolvieren. Ebenso nennen 33% der Nichterwerbspersonen «Gesundheitsgründe» als grösstes Teilnahmehindernis. Erwerbslose hingegen besuchten mehrheitlich wegen der «Kosten» (32%) keine Weiterbildung.

Berufliche Gründe sind für den Teilnahmewunsch ausschlaggebend

Personen ohne Weiterbildung in den letzten fünf Jahren, die sich gerne aus- oder weiterbilden würden, machen verschiedene Gründe für ihren Bildungswunsch geltend. «Verbesserte Chancen, eine neue Arbeit zu finden oder den Beruf zu wechseln» (43%), «Karrierechancen verbessern» (41%) und das persönliche Interesse am Thema (37%) werden am häufigsten genannt.


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