«SwissICT Booster 50+» 19.11.2019, 16:31 Uhr

SwissICT lanciert Förderprogramm für Ü50-Informatiker

Der Fachverband SwissICT bringt ein neues Förderprogramm für IT-Fachkräfte über 50 Jahre auf den Weg. Es soll sich primär an Firmen richten, die Lösungen für Outplacements suchen.
(Quelle: Pexels )
In Zusammenarbeit mit der Zürcher Informatikfirma M&F Engineering lanciert der Fachverband SwissICT ein neues Förderprogramm namens «SwissICT Booster 50+». Es soll die «Problematik 50+» entschärfen und richtet sich dementsprechend an arbeitsuchende IT-Spezialistinnen und Spezialisten über 50 Jahre. Diese sollen im Rahmen des Programms mit Projekteinsätzen fit für den heutigen Arbeitsmarkt gemacht werden, erläutert der Projektleiter Stephan Schmid im aktuellen Magazin von SwissICT. Der Fachverband ist nun auf der Suche nach Firmen, die Kandidatinnen und Kandidaten für bestimmte ICT-Projekte einstellen möchten – beispielsweise Software-Entwickler.
SwissICT umschreibt das Konzept des Projekts folgendermassen: Kandidierende müssen zunächst bei der Trägergesellschaft des Förderprogramms einen Bewerbungsprozess durchlaufen. Fällt dieser erfolgreich aus, werden sie unter Vertrag genommen. In diesem Prozess wird gemäss dem Verband evaluiert, welche Weiterbildung jeweils nötig ist, um die Anforderungen eines spezifischen Jobprofils zu erfüllen. Die Kandidaten sollen gleichzeitig bei passenden Projektpartnern für sechsmonatige Projekteinsätze platziert werden. Durch die Trägerschaft werde der Einsatz mit fachlichen Weiterbildungen, Coaching und Persönlichkeitstraining begleitet. «So können Partnerfirmen motivierte und engagierte Software-Ingenieure gewinnen, und das ohne Risiko und ohne Rekrutierungsaufwand», schreibt SwissICT.

Lösung für Outplacements

Das Entwicklungsprogramm für Ü50-Informatikerinnen und -Informatiker ist kostenpflichtig. Dem Verband zufolge richtet sich dieses deshalb in erster Linie an Firmen, die Lösungen für sogenannte Outplacements suchen. «Hier könnten Mitarbeitende mit einem soliden fachlichen Grundstock, die nicht weiterbeschäftigt werden können, in ein strukturiertes und zielführendes Programm integriert werden», erklärt SwissICT.
Die Planung der Weiterbildung sowie das Vertragsverhältnis mit den Arbeitnehmenden übernimmt die Trägergesellschaft. An diese bezahlt der Vertragspartner für den Projekteinsatz einen festgelegten Stundensatz. Nach sechs Monaten kann sich dann der Projektpartner entscheiden, ob die Kandidatin oder der Kandidat weiterbeschäftigt werden soll. Bei einer Zusage werde das Vertragsverhältnis mit der Trägergesellschaft aufgelöst und der Projektpartner stelle die Person direkt an, heisst es. Ansonsten könne man sich bei einem weiteren Vertragspartner zu bewähren versuchen.

Bewährtes Konzept

Laut dem Beitrag bewährt sich das Konzept bei M&F Engineering als «Trainee-Programm» bereits erfolgreich mit Studienabgängern. Dabei würden die noch unerfahrenen, aber gut ausgebildeten ICT-Talente zu gesuchten Software-Experten mit breitem Knowhow, viel Erfahrung und grossem Netzwerk entwickelt.
Allerdings, so schreibt SwissICT, sei es bekanntlich eine «echte Herausforderung», pfannenfertige Mitarbeitende direkt in der Rekrutierung zu bekommen. Mit dem Förderprogramm «SwissICT Booster 50+» bestehe aber die Möglichkeit, «selbst geeignete Kandidaten zu ‹formen›, und das in einem für beide Seiten relativ unverbindlichen, aber produktiven Projekteinsatz».
Mit den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) war der Fachverband nach eigenen Angaben übrigens ebenfalls im Gespräch. Kurzfristige gemeinsame Lösungen seien jedoch noch nicht in Sicht. «Obwohl das Projekt auf offene Ohren gestossen ist», schreibt SwissICT.


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