Augmented Reality 02.05.2017, 10:08 Uhr

Spezial-Helm hilft Astronauten bei Reparaturen

Mit Einblendungen und Sprachanweisungen könnte eine neue AR-Brille Astronauten künftig bei Ausseneinsätzen im All unterstützen. Erste Praxistests bestand diese bereits mit Bravour.
Zeit ist bei Ausseneinsätzen im All ein rares Gut, darum ist es wichtig, dass Astronauten anstehende Aufgaben möglichst ohne Zögern rasch Schritt für Schritt abarbeiten. Ein neuer Spezial-Helm soll Astronauten künftig mit eigeblendeten Bildern und Sprachanweisungen dabei unterstützen. Auf einer transparenten Brille in ihrem Helm bekommen sie über Animationen konkrete Arbeitsanweisungen, wie das VTT Technical Research Centre in Finnland berichtet. Zusätzlich sagt ihnen eine Stimme, was sie tun müssen.
Die Augmented-Reality-Einheit (AR, erweiterte Realität) habe in ersten Praxistests an einem ISS-Trainingsmodul in Köln exzellente Ergebnisse geliefert, hiess es vom VTT. Am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln trainieren Astronauten für ihren Einsatz im All - unter anderem an einem Modell des Weltraumlabors «Columbus», das Teil der Internationalen Raumstation (ISS) ist. An dem von der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) finanzierten AR-Projekt «EdcAR» waren zudem Experten in Italien, Frankreich und Griechenland beteiligt.

Einsatz bei riskanten Arbeiten

Die Technik eigne sich vor allem für riskante oder komplizierte Arbeiten, sagte der finnische Forscher Kaj Helin. «Die Astronauten sehen das reale Bild, bekommen aber mithilfe von Pfeilen, Kreisen oder anderen Grafiken ihre Aufgaben vorgeführt: Drück den roten Knopf, schieb den Riegel nach links, wechsle den Filter aus.» Ausserdem könne man mit der Brille im Helm Unsichtbares sichtbar machen. Telemetriedaten von Geräten und anderen Systemen an Bord der Raumstation liessen sich ebenso visualisieren wie aktuelle Wartungsdaten, Fehlerdiagnosen, Radioaktivitätslevel, Druck- und Temperaturangaben. Mit dem System hofft man, Fehler zu vermeiden, konkreter in den Arbeitsanweisungen zu werden und anstehende Aufgaben schneller ausführen zu können. In zwei Jahren, so Helin, könnte die Technik im Weltall im Einsatz sein.

Weitere Einsatzbereiche denkbar

Auf der ISS seien die Voraussetzungen dafür bereits geschaffen. Zudem könne das System auch in vielen anderen Bereichen zum Einsatz kommen - im Flugzeugbau und in Kraftwerken zum Beispiel. Als Augmented Reality wird die computergestützte Erweiterung der Wahrnehmung verstanden - oft in visueller Hinsicht, grundsätzlich aber für alle Sinne. Ein vielen bekanntes Beispiel sind die eingeblendeten Linien, die bei Fussballübertragungen die Entfernung zum Tor anzeigen.


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