Central Bank Digital Currencies 15.09.2020, 12:59 Uhr

Mastercard lanciert Test-Plattform für digitales Zentralbankgeld

Der Kreditkartenanbieter hat eine Test-Plattform angekündigt, mit der Zentralbanken die Einführung von Digitalwährungen simulieren können.
(Quelle: Mastercard)
Mastercard hat angekündigt, dass das Unternehmen künftig dabei helfen will, die Entwicklung und Umsetzung von sogenannten «Central Bank Digital Currencies» (CBDCs) voranzutreiben. Hierzu lanciert der Kreditkartenanbieter eine Test-Plattform für digitales Zentralbankgeld, wie es in einem Communiqué heisst.
Den Ausführungen zufolge soll die proprietäre Test-Umgebung die Evaluierung von CBDC-Use-Cases ermöglichen. Konkret diene die Plattform unter anderem dazu, die Ausgabe, den Vertrieb und die Transaktionen von Digitalwährungen zwischen Banken, Finanzdienstleistern und Verbrauchern zu simulieren.
Mit nationalen Kryptowährungen beschäftigen sich derzeit bereits diverse Notenbanken. In Schweden tüftelt man beispielsweise an der E-Krona und in Estland am Estcoin. Auch China drückt mit dem Digital Yuan aufs Gas. Auch in der Schweiz denkt man über den Krypto-Franken nach. Dass digitales Zentralbankgeld vielerorts Thema ist, zeigt auch eine Studie von Mastercard, die im Communiqué zitiert wird. Dieser zufolge interessieren sich 80 Prozent der Zentralbanken für digitale Währungen, 40 Prozent von ihnen sollen sich gar bereits in der Testphase befinden.
«Die Zentralbanken haben die Erforschung digitaler Währungen mit einer Vielzahl von Zielen beschleunigt, von der Förderung der finanziellen Inklusion bis zur Modernisierung des Zahlungsökosystems», wird Raj Dhamodharan, Executive Vice President Digital Asset, Blockchain Products and Partnerships bei Mastercard, in der Mitteilung zitiert.
Und Sheila Warren, die Leiterin des Bereichs Blockchain, Digital Assets und Data Policy beim World Economic Forum, zeigt sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor bei der Erforschung von digitalen Währungen den Zentralbanken dabei helfen kann, «die Bandbreite der technologischen Möglichkeiten und Fähigkeiten, die im Hinblick auf die CBDCs zur Verfügung stehen, besser zu verstehen».
Klar ist natürlich, dass Dienstleister wie Mastercard an der Einführung von Digitalwährungen interessiert sind. Denn die Kartenanbieter profitieren davon, wenn zunehmend digitale Bezahlsysteme zum Einsatz kommen und das Bargeld ablösen. So sind etwa auch Kundinnen und Kunden, die Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay verwenden, auf die Integration einer Kredit- oder Bankkarte in ihr digitales Wallet angewiesen.


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