Citrix 26.10.2011, 17:45 Uhr

"Personal Clouds" und das grosse Geschäft mit Windows 8

"Bring your own cloud", meint Citrix rotzfrech. Auf der Citrix Synergy in Barcelona zündet das Unternehmen ein Feuerwerk an Innovationen.
Citrix CEO Mark Templeton zündete auf seiner 2 1/2-stündigen Eröffnungskeynote ein Feuerwerk an Produkt-Innovationen.
"Bring your own Device (BYOD)", ein alter Hut, zum Gàhnen langweilig. "Bring your own cloud" heisse die Devise der Digital Natives, betonte Citrix-CEO Mark Templeton in seiner Eröffnungskeynote in Barcelona. Die "personal cloud" der jungen Wilden besteht aus Facebook-Freunden, Apps, mehreren Devices, privaten Files, und diese Cloud wollen sie überall dorthin mitnehmen, wo sie gerade arbeiten. Erklärtes Ziel: unterbruchfreier Zugrif auf People, Apps und Daten. Konkurrenten wie VMware und Microsoft stürzen sich auf Business-Konzepte wie private, public und hybrid Cloud und bieten dafür tragfähige Infrastruktur-Lösungen an. Die dritte "personal cloud" aber haben sie bisher sträflich vernachlässigt. Citrix geht mit mehreren Produkten in die Offensive: 1) Das Follow-me-Data-Fabric synchronisiert Office-Apps, SAPs Enterprise Portal, Salesforce-CRM und andere über unterschiedliche Devices wie Mac, Windows-Notebook, iPad, Blackberry oder Androis. Apps und Daten folgen dem Benutzer. Mit dabei sind die Basis-Funktionen: Suche, share, synchronisieren, verschlüsseln, remote wipe, Policy und Authentifikation. Eine frühe Tech-Preview des "Data Fabric" soll noch im laufenden vierten Quartal an den Start gehen. 2) Citrix präsentierte auf einer kurzen Sneak-Demo den Citrix Receiver für Facebook. Damit lassen sich Excel-Dateien und andere Office-Dokumente in Facebook bearbeiten. 3) Das Team-Werkzeug GoToMeeting enthält jetzt auch Workspaces für Arbeitsgruppen. Kernfunktionalitäten sind Video-Konferenzen, virtuelle Meetings und das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten plus einer Kommentarfunktion (document sharing). 4) Die Software-as-a-Service-Produktlinie ShareFile unterstützt den sicheren Austausch sensibler Business-Dokumente in privaten und public clouds. 5) Sneak Preview: Die Metro-Version des Citrix Receiver für Windows 8 demonstrierte, dass man Apps auf Windows 8 ohne Performance-Verluste auch remote betreiben lassen kann. Nächste Seite: das grosse Geschäft mit Windows 8 Konkurrenten wie Microsoft und vor allem VMware haben auf derm Markt der Infrastruktur-Virtualisierung die Nase vorn. Folgerichtig fokussiert sich Citrix auf die Cloud der Anwender. Sein Cloud-Manager "CloudStack" arbeitet hypervisor-agnostisch mit VMware ESX (virtueller Server), Microsofts Hyper-V, Open-Source-Hypervisor und natürlich mit dem eigenen XenServer zusammen. Zu den eher technischen Neuheiten der Citrix Synergy zählten: 6) Citrix stellte zusammen mit Texas Instruments Prototypen mit HDX System-on-a-Chip vor. HDX-Technologie kombiniert hohe Performance, garantierte Quality of Service (QoS) mit niedriger Bandbreite und macht damit etwa Videos in HD-Qualität (auf Smartphones) möglich. "System-on-a-chip giesst die Leistungsfähigkeit der HDX-Technologie in Silizium", bringt CEO Templeton die Sache auf den Punkt. Erste Geräte sollen Anfang 2012 auf den Markt kommen. 7) Die neuen Versionen XenDesktop 5.5 und XenApp 6.5 führen das Konzept der persönlichen virtuellen Festplatte (vDisc) ein. Damit wird eine virtuelle Disk als einem Anwender persönlich zugeordneter Speicher in ein Windows-7-Image integriert.

Apps: DNA-Analyse

Grosse Hoffnungen setzt Templeton auf den jüngst akqurierten Software-Migrationsspezialisten App-DNA. Die Technologie von App-DNA analysiert die App-Portfolien auf den Festplatten der Unternehmen, klopft die Apps auf Migrationsfähigkeit ab und legt den Finger auf Migrationsfallen. Hier wittert Templeton das ganz grosse Geschäft. Denn 2014 endet der von Microsoft garantierte Support von Windows XP, und die Kunden müssen dann schauen, wie sie ihre Investitionen schützen, also ihre Anwendungen auf Windows 7 oder Windows 8 hinüberretten.


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