08.08.2011, 09:40 Uhr
Android ist die verschlossenste Open-Source-Plattform
Marktforscher haben sich angesehen, wie offen Open-Source-Plattformen tatsächlich sind. Insbesondere Android schneidet hier schlecht ab.
Die britische Marktforschungsfirma VisionMobile hat acht Projekte auf die Erfüllung der Open-Source-Prinzipien hin untersucht - darunter etwa Android, Eclipse, Linux-Kernel und Firefox. Zur Einhaltung jener Prinzipien zählen unter anderem Transparenz, Zugänglichkeit des Source-Codes sowie offene Führung. Eclipse ist mit einer Beurteilung von 84 Prozent der Sieger. VisionMobile zeichnet die Entwicklungsplattform vor allem für sein Projekt-Dashboard sowie für sein allgemeines Transparenz-Engagement aus. Android belegt hingegen mit 23 Prozent nur den letzten Platz.
Punkteabzug für diverse Mängel
«Es gibt keine öffentliche Roadmap. Die Entwicklung der privaten Android-Branche sowie die der Roadmap wird von Googe kontrolliert, mit nur geringfügiger Unterstützung von Open-Handset-Alliance-Mitgliedern», so die Marktforscher. «Bei ihrem Start war die Open Handset Alliance (OHA) ein Nachweis industrieller Befürwortung für Android. Heute ist die OHA nur noch eine Kommission, die über die Aufnahme neuer Mitglieder abstimmt. Es gibt keinen offiziellen Rechtsträger, keine Kommunikationsprozesse und keine regelmässigen Mitgliedertreffen.» Alle anderen Projekte konnten zumindest die 58-Prozent-Grenze erreichen. Apples WebKit-Projekt liegt beispielsweise sogar leicht vor Firefox. Die Mozilla-Foundation erlitt unter anderem einen Punkteverlust aufgrund der nicht publizierten Namen der Projektteilnehmer.
Offenheit als Schlüssel zum Erfolg?
Der Bericht erwähnt zudem, dass grössere Offenheit bezüglich Open-Source-Software-Projekten zu grösserem Erfolg führen würde. Dennoch geben die Forscher zu, dass Googles finanzielle Unterstützung sowie seine technischen Ressourcen mehr zu Androids Erfolg beigetragen haben als zu dessen Offenheit. (Quelle: Presstext.com)
Harald Schodl