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Lesedauer 3 Min.

Telefónica Deutschland testet Telefonie und Internet per Satellit

Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland kooperiert mit dem europäischen Satellitenbetreiber OQ Technology, um die direkte Verbindung zwischen Satelliten und Smartphones für Telefonie und Internetdienste zu testen.
Telefónica-Vorstand Jörg Kablitz zusammen mit OQ-CEO Omar Qaise

Telefónica-Vorstand Jörg Kablitz zusammen mit OQ-CEO Omar Qaise (v.l.n.r.)

© Telefónica Deutschland

Der Mobilfunknetzbetreiber Telefónica Deutschland und der europäische Satellitenbetreiber OQ Technology mit Sitz in Luxemburg testen in Mecklenburg-Vorpommern den direkten Funkkontakt zwischen Satelliten im niedrigen Orbit (LEO) und Smartphones auf der Erde – unter Nutzung des Frequenzspektrums von Telefónica Deutschland. 

Wo Masten nicht gebaut werden dürfen oder Genehmigungsverfahren lange dauern, kann die Handy-Verbindung aus dem All eine wichtige punktuelle Ergänzung sein. Die Kooperation soll laut Telefónica für einen digital souveränen, europäischen Ansatz zur Weiterentwicklung von Mobilfunk- und Satellitentechnologien stehen. Die Partnerschaft mit QQ Technology umfasst auch die weltweite Bereitstellung von IoT-Konektivität für Geschäftskunden.

OQ Technology ist ein in Luxemburg ansässiger Satellitenbetreiber, der Pionierarbeit im Bereich der 5G-NTN-Konnektivität (Non-Terrestrial-Network) leistet. Das Unternehmen ist das erste in Europa, das eine LEO-Konstellation für Direct-to-Device-Dienste (D2D) betreibt, um sichere, nahtlose und standardisierte Konnektivität für Smartphones und IoT-Geräte bereitzustellen und damit Unternehmen, Behörden und Verbraucher zu bedienen.

Mecklenburg-Vorpommern eignet sich besonders gut für dieses wegweisende Projekt, denn in dem Flächenland gibt es zahlreiche Naturschutzgebiete, Küstenwälder und Seen. In solchen Gebieten stösst der klassische Mobilfunkausbau an Grenzen – etwa durch lange Genehmigungsverfahren. Häufig ist der Bau neuer Funkmasten nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich. Genau dort wird die satellitengestützte Direct-to-Device-Technologie erprobt, wobei die Live-Tests 2027 starten sollen. 

Das Mobilfunksignal verbindet dabei den Satelliten direkt mit dem Smartphone der Nutzer. Im Fokus des Tests stehen sogenannte LEO-Satelliten (Low Earth Orbit) von OQ Technology. Sie umkreisen die Erde in einer Höhe von rund 500 bis 600 Kilometern. Durch diese deutlich niedrigere Umlaufbahn im Vergleich zu geostationären Satelliten lassen sich unversorgte Bereiche gezielter abdecken. Gleichzeitig lässt sich die Reaktionszeit (Latenz) spürbar verbessern und damit das Telefonieren und Surfen angenehmer gestalten als bei klassischen Satellitentelefon-Lösungen.  

OQ Technology hat bereits D2D-Konnektivität unter Verwendung seines eigenen MSS-S-Band-Spektrums (Mobile Satellite Services; S-Band für den Frequenzbereich zwischen 2 bis 4 GHz) demonstriert und plant für Mitte 2026 eine weitere D2D-Mission sowie einen Satellitenstart. Die neue Mission mit Telefónica Deutschland soll zeigen, dass die Satelliten von OQ mit ihrer bewährten Multiband-Technologie auch Direct-to-Device-Verbindungen (D2D) über das Telefónica-Frequenzspektrum zu Smartphones für Telefonie- und Datennutzung unterstützen können.  

Nicht-terrestrische Netze (NTN) gewinnen zudem in der Standardisierung an Bedeutung: Bei der Standardisierungsorganisation 3GPP werden NTN-Ansätze aktuell intensiv weiterentwickelt. Für den kommenden Mobilfunkstandard 6G wird NTN perspektivisch eine grössere Rolle zugeschrieben. Auch die Internationale Fernmeldeunion (ITU) greift das Thema auf: Auf der Weltfunkkonferenz 2027 in Shanghai soll unter anderem entschieden werden, unter welchen Bedingungen Mobilfunkfrequenzen künftig komplementär auch für Satelliten-Anwendungen genutzt werden – bei gleichzeitiger Wahrung der Kontrolle der Netzbetreiber über ihre Frequenzbänder. Telefónica begleitet diese Vorbereitungen auf nationaler und internationaler Ebene. 

 

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