Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Hybridsolarzelle liefert auch nachts Strom

Eine Hybridzelle mit "MOST" von der Ingenieurschule Barcelona speichert Licht in Form von chemischer Energie, die bei Dunkelheit abgerufen werden kann.
© (Quelle: Paulius Baronas)

Ein Team um Kasper Moth-Poulsen von der Ingenieurschule Barcelona hat eine Hybridzelle entwickelt, die einen Teil der Sonnenstrahlen in Form von chemischer Energie speichert. Diese lässt sich folglich als elektrischer Strom mithilfe eines Thermoelements nach Sonnenuntergang nutzen.

Verluststrahlung genutzt

Die Hybridzelle besteht aus zwei Etagen. Oben befindet sich ein System namens «MOST», darunter eine konventionelle Silizium-Solarzelle, die wie üblich einen Teil des Sonnenlichtspektrums direkt in Strom verwandelt. MOST verwertet Photonen, die von der Solarzelle nicht genutzt werden können und normalerweise verlorengehen. Und MOST fängt diese Strahlung auf und lässt nur den photovoltaisch nutzbaren Teil des Sonnenlichts passieren.

MOST besteht aus organischen Molekülen, die sich aus Allerweltselementen wie Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff aufbauen, also sehr preiswert sind. Sie verändern unter dem Einfluss der hochenergetischen Photonen ihre Struktur und verhindern gleichzeitig, dass sich die darunterliegende Solarzelle erwärmt. Die Temperaturreduzierung liegt bei acht Grad Celsius. Das bedeutet für die Solarzelle den Erhalt eines hohen Wirkungsgrads - dieser sinkt umso mehr, je wärmer sie wird.

Entwicklung geht weiter

Bei den Wirkungsgraden ist noch Luft nach oben. MOST kommt auf 2,3 Prozent, die Solarzelle auf 12,6 Prozent. So werden gerade einmal 14,9 Prozent des Sonnenlichts in Strom umgewandelt. Doch es handelt sich um die weltweit erste Hybridzelle dieser Art, sodass erhebliche Verbesserungen beim Wirkungsgrad zu erwarten sind. MOST könnte beispielsweise transparenter werden, sodass mehr nutzbares Sonnenlicht auf die Siliziumzelle fällt. Oder die Zusammensetzung des organischen Speichermaterials für mehr Einfang hochenergetischer Photonen könnte geändert werden.

Gelingt es den Wissenschaftlern, den Wirkungsgrad vor allem des MOST-Systems zu erhöhen, dann würde die Hybridzelle zur ernsthaften Konkurrenz von Batterien, die genutzt werden, um wetterbedingte Stromlücken zu überbrücken. Diese sind teuer und enthalten problematische Werkstoffe wie Blei oder Kobalt.

Forschung
Anzeige

Neueste Beiträge

ITpoint wird zu Sharp DX (Schweiz) - Markets & Business
Sharp Europe bündelt sein Geschäft mit IT-Services unter der Marke Sharp DX. In der Schweiz wird deshalb aus der ITpoint Systems AG per 3. August 2026 die Sharp DX (Schweiz) AG. Für die Kunden sollen Ansprechpartner, Verträge und Datenhaltung unverändert bleiben.
3 Minuten
Honor: Neues Logo und der Wandel zum KI-Ökosystem-Anbieter
Der Technologiekonzern Honor hat sein neues Markenlogo vorgestellt. Es soll für die Ambiotionen stehen, mit denen sich der Smartphonehersteller zum Anbeiter eines offen KI-Geräte-Ökosystems transformieren will.
3 Minuten
4. Aug 2026
Bundesnetzagentur übernimmt die KI-Aufsicht in Deutschland
Die Bundesnetzagentur übernimmt ab sofort die zentrale Rolle bei der Umsetzung der europäischen KI-Verordnung in Deutschland und wird damit zur Marktüberwachungsbehörde, Anlaufstelle und Beschwerdestelle.
3 Minuten
4. Aug 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
KI-Rechenleistung made in Switzerland - Supercomputer
Auf dem Innovationscampus uptownBasel ist der leistungsfähigste kommerzielle KI-Supercomputer der Schweiz in Betrieb gegangen. Die Anlage bietet Unternehmen, Forschung und Behörden Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten.
4 Minuten
Schweizer KI-Innovation schliesst die Lücke zwischen Denken und Handeln
Die Schweiz macht erneut mit einer spannenden KI-Innovation auf sich aufmerksam. Das Zürcher Unternehmen Gieni bringt mit GieniABX ein Agentensystem auf den Markt, das einen Schritt weiter gehen soll als klassische Chatbots oder KI-Assistenten. 
4 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige