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Lesedauer 3 Min.

Schweizer Forschungsteam entdeckt blinden Fleck in Wettermodellen

Pollen und Bakterien aus Wäldern in der Luft können starke Regenfälle verursachen. Das zeigten Schweizer Forschende in einer neuen Studie. In Wetter- und Klimamodellen werden solche biologischen Partikel bisher nicht berücksichtigt.
Eine Forschergruppe vor der Messstation in Griechenland.
© (Quelle: EPFL)

«Angesichts unserer Ergebnisse müssen Wetter- und Klimamodelle biologische Partikel unbedingt berücksichtigen», sagte Athanasios Nenes in einer Mitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) vom Montag. Dies insbesondere, da mit der Klimaerwärmung ein Anstieg diese Partikel erwartet werde.

Wolken bilden sich, wenn Wasser an Partikeln in der Atmosphäre kondensiert. Extreme Wetterereignisse wie Starkniederschläge oder Schneestürme hängen dabei laut der EPFL mit der Bildung grosser Mengen an Eis in Wolken zusammen. «Die Bildung von Eis ist für den grössten Teil der weltweiten Niederschläge verantwortlich, da Eis sehr schnell vom Himmel fällt», erklärte Nenes.

Messungen in einem alpinen Wald in Griechenland

Wie die EPFL-Forschenden nun in der am Montag in der Fachzeitschrift «Climate and Atmospheric Sciences» veröffentlichten Studie zeigten, sind biologische Partikel die aus Wäldern in die Luft gelangen, wie Pollen, Bakterien, Pilzsporen und Pflanzenmaterial, sehr effektiv darin, Eis in Wolken zu bilden.

Untersucht haben die Forschenden für die Studie Luftproben am Berg Chelmos mit einer Höhe von bis zu 2350 Metern in Griechenland. Das Gebiet ist von einem alpinen Wald bedeckt. Laut den Forschenden ist der Berg fast das ganze Jahr mit Wolken bedeckt. Die gesammelten Luftproben beleuchteten sie mit einem speziellen Laser, der die biologischen Partikel zum Leuchten brachte.

Mittags könnte der Regen stärker sein

Der Wald setzt dabei nicht zu jeder Tageszeit die gleiche Menge an Partikeln frei. Tagsüber, wenn die Temperaturen steigen, geben sie mehr Pollen, Bakterien, Pilzsporen und pflanzliche Stoffe ab. Diese Emissionen erreichen ihren Höhepunkt um die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht, und fallen nachts stark ab.

«Es kann also sein, dass die Wolken zur Mittagszeit durch die Wirkung dieser Teilchen stärker regnen», sagte Nenes in einem von der EPFL veröffentlichten Video zur Studie. Würden diese biologischen Partikel in Klimamodellen berücksichtigt, könnte das Wetter und das zukünftige Klima besser vorhergesagt werden, so der Forscher weiter.

Um dieses Phänomen genauer zu untersuchen, haben die Forschenden weitere Studien mit einem breiten Spektrum an Instrumenten gestartet. Darunter Wolkenradare, Drohnen und Wetterballons, die sowohl innerhalb als auch ausserhalb von Wolken. Proben nehmen. So wollen sie verstehen, wie die verschiedenen biologischen Partikel zur Wolkenbildung beitragen und welche Partikel dabei am effektivsten sind, um Wetter- und Klimavorhersagen zu verbessern.

Forschung Wissenschaft

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