Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

KI-Schwärme drohen Demokratie zu untergraben

Eine neue Art von KI-gesteuerten virtuellen Persönlichkeiten übt keine Gewalt aus, protestiert auch nicht vermummt auf den Strassen, könnte aber dennoch zu einer grossen Bedrohung für die Demokratie werden.
© Grok

Davor warnt Kevin Leyton-Brown von der University of British Columbia. Er sieht schon ganze Schwärme von KI-Persönlichkeiten, die Menschen so gut nachahmen, dass sie Online-Communitys infiltrieren, Gespräche steuern und Wahlen beeinflussen - und das mit maschinellem Speed.

Manipulation des Diskurses

Im Gegensatz zu Botnets der alten Schule koordinieren sich diese Agenten in Echtzeit, passen sich an das Feedback ihrer Nutzer an und halten über Tausende von Konten hinweg eine einheitliche Betrachtungsweise aufrecht, meint Leyton-Brown. Fortschritte bei grossen Sprachmodellen und Multi-Agent-Systemen ermöglichten es einem einzigen Betreiber, Tausende von KI-Stimmen einzusetzen, die authentisch wirken und wie Einheimische sprechen.

Dem Forscher nach können diese Millionen von Mikro-Tests durchführen, um anhand der Rückmeldungen die überzeugendsten Botschaften zur Durchsetzung der Ziele des Betreibers zu finden, sich so eine Anhängerschaft aufbauen und quasi eine Basisbewegung in Gang setzen, die darauf getrimmt wird, den demokratischen Diskurs zu manipulieren, heisst es weiter.

Erste Warnsignale erkannt

"Vollwertige KI-Schwärme sind noch Theorie, aber zu den ersten Warnsignalen zählen KI-generierte Deepfakes und gefälschte Nachrichtenkanäle, die die jüngsten Wahlkampfführungen in den USA, Taiwan, Indonesien und Indien beeinflusst haben", verdeutlicht Leyton-Brown. Es gebe auch schon russlandfreundliche Netzwerke, die das Internet mit Inhalten überschwemmten und das Training von generativer KI in ihrem Sinn beeinflussen sollen.

KI-Schwärme könnten das Machtgleichgewicht in Demokratien kippen, fürchtet Leyton-Brown. "Wir sollten nicht davon ausgehen, dass die Gesellschaft unverändert bleibt, wenn diese Systeme aufkommen. Eine wahrscheinliche Folge ist ein sinkendes Vertrauen in unbekannte Stimmen in den sozialen Medien, was es für demokratische Botschaften schwieriger machen könnte, sich durchzusetzen." Die nächsten Wahlen könnten schon zum Testfeld für diese Technologie werden.

Eine kurze Interaktion mit einem Chatbot kann die Meinung eines Wählers über einen Präsidentschaftskandidaten oder eine vorgeschlagene Politik erheblich beeinflussen. Das zeigt auch eine Studie der Cornell University. So seien KI-Bots bei der politischen Überzeugungsarbeit sehr effektiv. Oft könnten sie die Präferenzen der Wähler um zehn Prozentpunkte oder mehr verschieben, und zwar sowohl zugunsten der Republikaner als auch der Demokraten in den USA., wie pressetext berichtete. (pressetext.com)

Anzeige

Neueste Beiträge

METANET investiert 2,5 Millionen Franken in Schweizer Datacenter-Infrastruktur
Der Schweizer Hosting- und Cloud-Spezialist METANET fasst seine Rechenzentrumsstandorte zusammen und investiert 2,5 Millionen Franken in eine neue Datacenter-Infrastruktur an zwei Standorten in der Schweiz. 
2 Minuten
19. Mär 2026
JD.com startet Joybuy in Deutschland - Angriff auf Amazon
In sechs europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, startet JD.Com seinen Online-Marktplatz Joybuy. Mit günstigen Preisen und einer eigenen Logistik will der chinesische Online-Riese den Marktführer Amazon angreifen.
3 Minuten
19. Mär 2026
Cyberangriffe werden professioneller und automatisierter - OOPS-Report von RIEDEL Networks
Cyberangriffe werden zunehmend professioneller organisiert, stärker automatisiert und verursachen immer häufiger operative sowie wirtschaftliche Schäden. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle OOPS Report von RIEDEL Networks, der mehr als 150 dokumentierte IT-Sicherheitsvorfälle aus dem zweiten Halbjahr 2025 auswertet.
3 Minuten
19. Mär 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Roboter sollen Feuerwehrleute künftig ersetzen
Ingenieure von Cyborg Dynamics Engineering und der Griffith University haben mobile unbemannte Feuerlöschroboter auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt, die autonom gegen Brände vorgehen.
3 Minuten
KI-Bots passen Antworten an Bildungsstand an
Nutzer mit geringeren Englischkenntnissen, weniger formaler Bildung und nicht-amerikanischer Herkunft erhalten von KI-Chatbots schlechtere, oft falsche Infos.
2 Minuten
Nadella verspricht KI ohne Cloud-Zwang
Microsoft-CEO Satya Nadella hat auf der AI Tour in München neue Optionen für den entkoppelten Betrieb von Cloud- und KI-Diensten vorgestellt und den Souveränitätsbegriff über die reine Datenhaltung hinaus erweitert.
5 Minuten
4. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige