Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 2 Min.

KI-Bots passen Antworten an Bildungsstand an

Nutzer mit geringeren Englischkenntnissen, weniger formaler Bildung und nicht-amerikanischer Herkunft erhalten von KI-Chatbots schlechtere, oft falsche Infos.

Elinor Poole-Dayan  präsentiert ihre Forschungsergebnisse

© Clayton Cohn, mit.edu

Zu dem Schluss kommen Forscher des Center for Constructive Communication am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Am ausgeprägtesten ist der Effekt demnach bei Usern, die sich an der Schnittstelle dieser Kategorien befinden: Bei Benutzern mit geringer formaler Bildung, die zudem Nicht-Muttersprachler sind, ist der Rückgang der Antwortqualität am grössten, heisst es.

Korrektes US-Englisch nötig

Die Forscher haben die modernsten KI-Chatbots, darunter GPT-4 von OpenAI, Claude 3 Opus von Anthropic und Llama 3 von Meta getestet. In einigen Fällen reagierten sie sogar mit herablassender oder bevormundender Sprache, wenn die Frage nicht in korrektem amerikanischem Englisch gestellt worden war. Die Sprachmodelle machen oft auch Unterschiede bei Nutzern aus unterschiedlichen Ländern.

Bei Tests mit Fragestellern aus den Vereinigten Staaten, dem Iran und China mit gleichwertigem Bildungshintergrund hat Claude 3 Opus bei Nutzern aus dem Iran deutlich schlechter abgeschnitten. Das Modell hat sich auch geweigert, Nutzern aus dem Iran oder Russland Infos zu bestimmten Themen zu geben, unter anderem bei Fragen zu Kernenergie, Anatomie und historischen Ereignissen, obwohl das Tool dieselben Fragen für andere Nutzer zuvor korrekt beantwortete.

Tools werden oft überschätzt

"Wir waren motiviert von der Aussicht, dass KI-Sprachmodelle dazu beitragen könnten, die ungleiche Zugänglichkeit von Informationen weltweit zu beseitigen. Diese Vision kann jedoch nicht Wirklichkeit werden, ohne sicherzustellen, dass Modellverzerrungen und schädliche Tendenzen für alle Nutzer, unabhängig von Sprache, Nationalität oder anderen demografischen Merkmalen, sicher gemildert werden", erklärt MIT-Expertin Elinor Poole-Dayan.

"Werden solche KI-Tools in grossem Massstab genutzt, besteht das Risiko, dass Fehlinformationen ausgrechnet an diejenigen weitergegeben werden, die am wenigsten in der Lage sind, dies zu erkennen", warnt MIT-Computerwissenschaftler Jad Kabbara abschliessend. (pressetext.com)

Forschung Gesellschaft
Anzeige

Neueste Beiträge

Ceconomy setzt sich ambitionierte Ziele und treibt den Wandel voran
Der Cecnomy-Konzern erreicht seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr und peilt eine deutliche Steigerung an. Der neue CEO will den Wandel der Marke MediaMarktSaturn von einer reinen Kette von Elektronikmärkten hin zum Omnichannel- und Services-Anbieter weiter vorantreiben.
4 Minuten
15. Jul 2026
Michael AG verstärkt Geschäft mit Videoüberwachung
Die Michael AG baut ihren Geschäftsbereich für Videoüberwachung weiter aus. Mit Michael Blottnicki übernimmt ein langjähriger Branchenexperte die Leitung der Business Unit Michael Surveillance. Zuletzt war er bei ADI Global Distribution tätig.
2 Minuten
15. Jul 2026
SoftwareOne macht Raphael Erb zum alleinigen CEO
Der Verwaltungsrat von SoftwareOne Holding AG hat mit Wirkung per 1. August 2026 Raphel Erb zum alleinigen Chief Executive Officer ernannt hat.
3 Minuten
15. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

KI-Rechenleistung made in Switzerland - Supercomputer
Auf dem Innovationscampus uptownBasel ist der leistungsfähigste kommerzielle KI-Supercomputer der Schweiz in Betrieb gegangen. Die Anlage bietet Unternehmen, Forschung und Behörden Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten.
4 Minuten
Wie hältst du es mit den Daten? - KI in der Praxis
Das ist die Gretchenfrage der KI. Qualität, Integration und Souveränität entscheiden darüber, ob Use Cases funktionieren – oder scheitern. 
6 Minuten
Die Schweiz im KI-Dilemma - Künstliche Intelligenz im Fokus
Schweizer Unternehmen erkennen das Potenzial von KI. Doch zwischen ersten Erfolgen und echter Skalierung klafft immer noch eine Lücke.
8 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige