Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

KI identifiziert anonyme Hassredner zielsicher

Simon Lermen vom Forschungsinstitut MATS Research und Kollegen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) nutzen KI-gestützte grosse Sprachmodelle zum Aufdecken von Klarnamen im Internet.
© aimodels.fyi/

Mit dem neuen Verfahren lassen sich laut den Wissenschaftlern die wahren Identitäten der Besitzer von anonymen Konten im grossen Umfang feststellen.

Profile mathematisch erfasst

Konkret liest die KI frühere Posts eines noch anonymen Nutzers auf Reddit oder Hacker News durch und untersucht dabei unstrukturierten Text. Dabei handelt es sich um rohe, unorganisierte Infos wie Kommentare, Witze, Bildungsangaben und subtile Schreibgewohnheiten. Sodann wandelt die KI diese Mikrodaten in eine mathematische Darstellung des Profils der Person um, um passende Kandidaten unter Millionen anderer Profile im offenen Web oder auf separaten Websites wie LinkedIn zu finden.

Bei Übereinstimmungen wägt die KI Beweise dafür ab, dass beide Profile derselben Person gehören. Reichen die Übereinstimmungen nicht aus, kapituliert die KI. So wird sichergestellt, dass nur sicher identifizierte Nutzer anonymen Konten zugeordnet werden. Die Forscher haben ihr Framework an fast 1.000 LinkedIn-Profilen getestet, um zu sehen, ob es diese mit Konten auf Hacker News abgleichen konnte. Dabei handelte es sich um Profile, deren reale Identitäten dem Team bekannt waren. "KI-Agenten können anhand ihrer anonymen Online-Beiträge herausfinden, wer sie sind", so Lermen.

Anonymität nicht mehr sicher

Wer anonym postet, kann zwar unentdeckt bleiben, doch die Wahrscheinlichkeit, identifiziert zu werden, ist hoch. Die Erfolgsquote der Forscher beträgt 67 Prozent, heisst es. Das Tool könne zwar Menschen identifizieren, die Hassreden verbreiten und die sozialen Medien für kriminelle Machenschaften nutzen. Es könne jedoch auch Identitäten aufdecken, die schützenswert sind. Unternehmen könnten zum Beispiel Foren durchsuchen lassen, um hochgradig zielgerichtete Werbeprofile zu erstellen.

Für viele Social-Media-Nutzer zwischen 19 und 25 Jahren sind Hassreden im Social-Web ein ganz normaler Teil der Online-Umgebung. Zu dem Schluss kommen Sara Pabian, Eefje van Moorsel und Jennifer van Zon an der Universität Tilburg. Hass gegen prominente Persönlichkeiten wie Politiker und Content-Ersteller finden die Befragten zudem normaler als ähnliche verbale Ausbrüche gegen andere Personen, wie pressetext berichtete. (pressetext.com)

Forschung
Anzeige

Neueste Beiträge

Grünes Licht für die Sky-Übernahme durch RTL
Die EU-Kommission hat ohne weitere Auflagen grünes Licht für die Übernahme des TV-Anbieters Sky Deutschland durch RTL gegeben. Die Abschluss der Transaktion soll zum 1. Juni 2026 erfolgen.
3 Minuten
23. Apr 2026
Schweizer Marktstart der FRITZ!Box 4630
Ab sofort im Schweizer Handel verfügbar, soll die neue FRITZ!Box 4630 den Einstieg ins Glasfaser-Heimnetz mit Wi-Fi 7 und vielseitigen Komfortfunktionen besonders einfach machen.
3 Minuten
23. Apr 2026
Noser: Erfolgreiche Geschäftszahlen 2025
Die Noser Group blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Umsatz stieg auf 146,1 Mio. CHF, der Reingewinn auf 10,4 Mio. CHF. 
2 Minuten
23. Apr 2026

Das könnte Sie auch interessieren

«Swiss IT-Studie» - KI im Business - Computerworld Ausgabe 1/2026
Am Thema KI kommt niemand mehr vorbei. Das sehen auch die befragten Schweizer Unternehmen. Wo und wie man diese einsetzen könnte und welchen Nutzen damit verbunden ist, da scheiden sich die Geister. Die Schweiz im KI-Dilemma?
2 Minuten
Roboter verstehen natürliche Sprache - Research & Studies
Ein zentrales Hindernis in der Robotik war bislang die fehlende Fähigkeit, natürliche Sprache direkt zu verarbeiten. Forschern von Huawei, der TU Darmstadt und der ETH Zürich haben ein Verfahren entwickelt, Text direkt in Robotik-Befehle zu übersetzen.
2 Minuten
Immer mehr Befragte misstrauen Medizin-KI
Nur 42 Prozent der US-Amerikaner befürworten den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei ihrer Gesundheitsversorgung. Zu dem Ergebnis kommt eine landesweite Umfrage im Auftrag des Ohio State University Wexner Medical Center. 
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige