Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Urner Landrat spricht Kredit für digitale Justizverwaltung

Die Urner Justiz wird digitaler. Das Kantonsparlament hat am Mittwoch einen Kredit in der Höhe von 482'000 Franken für das Projekt "Justitia 4.0" nach längeren Diskussionen bewilligt.
© (Quelle: Kanton Uri)

Zur Realisierung des Projekts «Justitia 4.0» unterbreitete die Regierung dem Landrat einen Verpflichtungskredit von 482'000 Franken. Mit 410'000 Franken soll eine Software für den digitalen Rechtsverkehr weiterentwickelt werden. 72'000 Franken sind für Personalkosten budgetiert.

Die GLP lehnte den Kredit am Mittwoch ab. «Ohne seriösen Vergleich riskieren wir eine steigende Abhängigkeit», sagte Landrätin Luzia Gisler. «Deshalb dürfen wir nicht auf einen einzigen Anbieter setzen.» Der Kanton Uri dürfe nicht zum Versuchslabor werden.

In der Detailberatung warnten auch Franz Gisler (Mitte) oder Michael Arnold (Mitte). Es fehle eine seriöse Prüfung von verschiedenen Varianten. «Man würde sich auf Gedeih und Verderb einem einzigen Anbieter ausliefern, statt gemeinsam mit anderen Kantonen eine Lösung zu erarbeiten», sagte Gisler. Arnold forderte einen «Marschhalt».

Theophil Zurfluh (FDP) war anderer Meinung. Die Software funktioniere bereits im Kanton Schwyz. Abwarten sei keine Option. Marcel Bachmann (FDP) betonte, dass weiteres Zuwarten zu höheren Kosten führen würde. Alois Arnold (SVP) sagte namens seiner Fraktion, dass IT-Projekte in anderen Kantonen und beim Bund finanziell aus dem Ruder gelaufen seien. «Dieses Risiko schätzen wir hier als eher gering ein.»

Ein zähneknirschendes Ja

Für den Verpflichtungskredit setzten sich neben der Regierung auch die Justizkommission und die Präsidentin des Obergerichts ein. Justizdirektor Daniel Furrer (Mitte) räumte zwar Risiken ein, betonte aber, der Zug sei bereits unterwegs. «Er lässt sich nicht mehr stoppen.»

Noel Baumann (GLP) sagte, die Wortmeldungen hätten gezeigt, dass einige nicht «mit vollem Herzen dabei» seien. Viele würden die «Faust im Sack machen». Der Grünliberale machte sich für einen Rückweisungsantrag stark, den das Kantonsparlament mit 48 Nein zu 13 Ja-Stimmen jedoch ablehnte.

Letztlich hiess das Parlament den Verpflichtungskredit mit 50 Ja- zu 10 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung gut.

Das Hauptziel von «Justitia 4.0» ist die Digitalisierung der Schweizer Justiz. Alle an einem Justizverfahren beteiligten Parteien sollen künftig über eine digitale Plattform mit den Gerichten, Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsbehörden Daten austauschen können. Zudem sollen Papierakten durch digitale Dossiers ersetzt werden.

Digitalisierung Egov
Anzeige

Neueste Beiträge

Kurze Newsletter-Sommerpause - In eigener Sache
Vom 27. Juli bis zum 9. August macht die Computerworld-Redaktion eine kurze Newsletter-Sommerpause. Sie bekommen in diesem Zeitraum keinen Newsletter. Den nächsten Newsletter erhalten Sie dann wieder am 10. August.
2 Minuten
26. Jul 2026
Kostenlose Google Summer Academy 2026
Die «Google Summer Academy» geht im Sommer 2026 bereits in die siebte Runde: Zwischen dem 28. Juli und 15. August bietet Google zusammen mit zahlreichen Bildungspartnern interessierten Personen und KMUs wieder die Möglichkeit, sich kostenlos weiterzubilden und sich so fit für die digitale Zukunft zu machen.
2 Minuten
27. Jul 2026
Alte Smartphones statt neue Rechenzentren - Alessandro De Carli, Acurast Association
Braucht es immer mehr leistungsfähige Rechenzentren? Nicht unbedingt, sagt Alessandro De Carli, Präsident der Acurast Association und CEO der Papers AG. Statt neue Server zu bauen, nutzt seine Plattform Acurast die Rechenleistung ausrangierter Smartphones. Im Interview erklärt er, weshalb darin enormes Potenzial für nachhaltiges Cloud Computing steckt.
6 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
«KI wird ein Treiber für Wachstum» - Interview Corinna Schumacher, ServiceNow
KI-Agenten übernehmen immer mehr Routineaufgaben. ServiceNow sieht darin keine Bedrohung für Mitarbeitende, sondern eine neue Arbeitsteilung, erklärt Corinna Schumacher im Interview.
7 Minuten
Digital Business im Fokus: Wohin geht die Reise? - Computerworld Ausgabe 2/2026
Autonomie und Souveränität werden inzwischen als Schlagworte mindestens ebenso häufig verwendet wie Künstliche Intelligenz und Datenschutz. Automatisierung und die Transformation zu einer hohen Dichte an KI-Agenten in Unternehmen werden die Zukunft des Digital Business prägen. Daraus entsteht ein Mix, der spannender und komplexer nicht sein könnte. Die Digitalisierung hat Dimensionen erreicht, die sich - Ironie des Wandels - fast nur noch mit KI bewältigen lassen. Höchste Zeit also für einen Überblick. 
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige