Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Studie erwartet keinen Boom für private Medien bei SRF-Online-Stopp

Private Medien würden von einer Abschaltung des Online-Angebots von SRF kaum profitieren. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Der Grossteil der Nutzung würde sich zu gratis verfügbaren Inhalten verschieben.
© (Quelle: SRF)

Private Medien könnten bei einem Wegfall von «SRF News» nur eine kleine Zahl zusätzlicher Abos zu sehr niedrigen Preisen verkaufen, zeigt die neue Studie der Universität Freiburg (Unifr) auf. Die Studie liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.

Sogar bei einem unrealistisch niedrigen Preis von 8 Franken pro Monat würden in der ganzen Deutschschweiz maximal 22'000 Digitalabonnements ohne E-Paper und 15'000 Digitalabonnements mit E-Paper zusätzlich verkauft werden können, schrieb die Unifr am Mittwoch in einer Mitteilung zur Studie. Bei etwas höheren Preisen wären es deutlich weniger Abos. In der Realität dürften die Effekte laut den Forschenden noch geringer ausfallen als errechnet, da die verwendete Methode Effekte gleichmässig überschätzt.

Kokurrenz zwischen SRF und Privaten?

Tatsächlich sind der Studie zufolge Nutzerinnen und Nutzer von SRF News eher bereit, für private Nachrichtenangebote zu bezahlen. Viele Nutzerinnen und Nutzer von «SRF News» bezahlen demnach auch heute bereits für private Online-Nachrichtenangebote.

Eine komplette Abschaltung von «SRF News» steht zur Zeit nicht zur Debatte. Allerdings haben sich der Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) und die SRG Anfang Mai darauf geeinigt, dass die SRG ihre Online-Aktivitäten etwa in Form von Zeichenbeschränkungen einschränkt. Mit dieser Massnahme sollen die Angebote der privaten Medien gestärkt werden.

«Statt den öffentlichen Rundfunk im Internet einzuschränken, sollte die Medienpolitik über Medienförderung und neue Aufgaben für gemeinwohlorientierte Medien in einer digitalen Gesellschaft nachdenken», schrieben die Forscherinnen und Forscher derweil in der Studie.

Befragung und Experiment

Die Forschenden um Sina Blassing und Manuel Puppis von der Universität Freiburg befragten in einer für die Deutschschweiz repräsentativen Erhebung 1004 Personen zu ihrer Nutzung, ihren Ausgaben und ihrer Zahlungsbereitschaft, sowie zu ihren Produkt- und Preispräferenzen deutschschweizerischer Mediennutzenden im Bereich der Online-Nachrichtenangebote.

Die Präferenzen wurden mittels einer sogenannten «Choice-Based Conjoint-Analyse» ermittelt. Das ist ein international etabliertes Forschungsverfahren. Den Teilnehmenden wurden dabei in einer Art Experiment sechsmal zwei verschiedene, zum Teil hypothetische Online-Nachrichtenangebote zur Auswahl gestellt, die automatisch durch einen Algorithmus generiert wurden. Basierend auf den Entscheiden der Teilnehmenden wurden die Präferenzmarktanteile simuliert.

Forschung Digitalisierung Gesellschaft
Anzeige

Neueste Beiträge

Wie digitale Archive Unternehmenswissen nutzbar machen - Nachgefragt by CENT Systems
Ist das Zeitalter der physischen Archive vorbei? Für Sascha Büchler, Leiter Innovation beim IT-Dienstleistungsunternehmen CENT Systems, gibt es darauf nur eine Antwort. Der Innovationsexperte sieht papierbasierte Archive als strukturelle Hürde für effiziente Prozesse – und erklärt im Gespräch, weshalb e-Archivlösungen den Weg in die Zukunft weisen.
4 Minuten
SBS Schweiz ruft den World Adapter USB wegen Brand- und Stromschlaggefahr zurück
In Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat (EST) ruft die SBS Schweiz den World Adapter USB «TEADAPTUSB2CPD20UNI» zurück. Es besteht Brandgefahr und Stromschlaggefahr. Die Konsumenten erhalten den Kaufpreis rückerstattet.
2 Minuten
16. Jul 2026
Shkelzen Syla übernimmt die Leitung Competence Centers Salesforce bei adesso Schweiz
adesso baut das Salesforce-Geschäft in der Schweiz aus und hat per 1. Juli 2026 Shkelzen Syla zum Verantwortlichen des neu geschaffenen Competence Centers Salesforce ernannt.
2 Minuten
16. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
Streik abgewendet: Deutsche Telekom einigt sich mit Ver.di
Die Telekom und die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Für die rund 60'000 Tarifbeschäftigten des Netzbetreibers gilt unter anderem bis Ende 2028 ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.
3 Minuten
31. Mai 2026
«KI wird ein Treiber für Wachstum» - Interview Corinna Schumacher, ServiceNow
KI-Agenten übernehmen immer mehr Routineaufgaben. ServiceNow sieht darin keine Bedrohung für Mitarbeitende, sondern eine neue Arbeitsteilung, erklärt Corinna Schumacher im Interview.
7 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige