IT-Trends 2025 und darüber hinaus
Blick in die digitale Zukunft
Kreativität und Mut zu Veränderungen sind für mich die wichtigsten Eigenschaften, um von den Vorteilen der digitalen Transformation zu profitieren. Die dafür benötigten Technologien sind vorhanden und entwickeln sich in hohem Tempo weiter. Fast zu schnell, um in grossem Stil in Unternehmen, Behörden und Organisationen Anwendung zu finden. Die Geschäftsstrategien sind vielerorts noch geprägt von vor-digitalen Prozessen und Strukturen. Diese werden zwar zunehmend aufgeweicht; punktuell halten automatisierte Workflows, vernetzte Geräte, KI-gesteuerte Prozesse und freundlich lächelnde Roboter Einzug in unser Leben und unsere Arbeit. Die Transformation in eine digitale Welt besteht aber vor allem im Kulturwandel, dem Change Management und der Suche nach sicheren, sinnvollen und profitablen Einsatzmöglichkeiten.
Die IT-Abteilung im Wandel
Wenn ich mit CIOs und CISOs spreche, staune ich oft, warum wir uns nicht mehr wie früher gemütlich über Server, Prozessoren und Notstromaggregate unterhalten können. Die Gespräche gehen rasch Richtung Business Value, Geschäftsentwicklung und strategischer Ausrichtung des Gesamtunternehmens. Waren die IT-Abteilungen früher vor allem als Dienstleister im Hintergrund aktiv, ist ihre Rolle heute strategischer denn je. CIOs sind nicht mehr nur für die technische Infrastruktur verantwortlich, sondern auch für Innovation, Effizienz und Sicherheit. Gleichzeitig müssen CEOs sicherstellen, dass digitale Investitionen gezielt und mit echtem Mehrwert für das Unternehmen erfolgen.
Die Rolle von IT-Teams ist massiv im Wandel. Sie werden und müssen sich weiterhin und noch stärker mit ihrer neuen Funktion als «Business-Enabler» auseinandersetzen. Schaut man die Komplexität des Aufgabengebiets an, welche die Swiss IT Studie 2025 aufzeigt, so frage ich mich, ob der lapidare Begriff «IT» nicht demnächst neu definiert werden muss. Als neue Berufsbezeichnung für die IT drängt sich die Bezeichnung «Digitale Kreativ-Technologen» auf.
Mehr Cloud – aber welche?
Die Cloud ist längst fester Bestandteil der IT-Strategie vieler Unternehmen. Doch die Wahl zwischen Public Cloud, Private Cloud und Hybrid-Cloud-Modellen bleibt eine Herausforderung. Während Public-Cloud-Dienste von Anbietern wie Microsoft, AWS oder Google enorme Skalierbarkeit bieten, bleibt der Datenschutz für viele Schweizer Unternehmen ein sensibles Thema. Auf der Hand liegen Multi-Cloud-Strategien. Allerdings lässt das Handling in der Praxis oft zu wünschen übrig. Das kann und wird sich bestimmt ändern, denn Cloud Computing (und entsprechend Rechenzentrum-Infrastruktur) liefert die Grundlagen für weiteren digitalen Fortschritt. Dass auch hier eine Transformation im Gange ist, zeigen die veränderten RZ-Anforderungen durch KI-Anwendungen oder die künftige Energieversorgung und -nutzung von Datacenters. Möglich, dass lokale Anbieter und Cloud-Lösungen hier die Nase vorn haben. Sei es aus ökologischen Aspekten oder aus Souveränitätsgründen. Ganz abgesehen davon, wie die «digitalen Landesversorgung» bei einem Konflikt oder einer Krisensituation aussehen würde.