Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

ISO-Zertifizierung von Übersetzungen: Was steckt dahinter?

Manche Dokumente müssen in zahlreiche Sprachen übersetzt werden, wobei es auf gleichbleibende Qualität ankommt.
© (Quelle: Unsplash/Joshua Hoehne)

Mit der ISO-Zertifizierung wurde ein internationaler Qualitätsstandard für Übersetzungsdienstleister geschaffen, der im Jahr 2015 die frühere Norm EN 15038 ersetzt hat.

Sie gewährleistet standardisierte Prozesse und effiziente Qualitätskontrollen bei jeder Übersetzung. Der Endkunde kann sich auf ein zuverlässiges und hochwertiges Erlebnis verlassen. Die ISO-Zertifizierung legt ihren Fokus auf die Qualität des gesamten Übersetzungsprozesses. 

So funktioniert der ISO 17100-Standard 

Die ISO-Zertifizierung sorgt für länderübergreifende Standards und gewährleistet so gleichbleibende Qualität. Es spielt keine Rolle, ob ein Übersetzungsbüro Schweiz, Deutschland, Österreich oder ein anderes Land hauptsächlich betreut, die Regeln nach ISO 17100 sind immer gleich. 

Eine Zertifizierung gewährleistet für den Kunden, unter anderem folgende Sicherheiten: 

  • Übersetzer haben einen Hochschulabschluss, einen Abschluss in der Zielsprache oder mehrere Jahre Berufserfahrung. 
  • Kompetenzen in kulturellem Wissen und Fachgebieten sind nachgewiesen. 
  • Revisoren und Projektmanager bringen entsprechende Qualifikationen mit. 

Ein wichtiger Bestandteil der ISO 17100 ist das 4-Augen-Prinzip, sodass auch eine beglaubigte Übersetzung erstellt werden kann. Jede Übersetzung wird vor der Weitergabe an den Kunden von einem zweiten Linguisten revidiert. 

Während der Revision wird der übersetzte Text mit dem Original abgeglichen, ausserdem werden Faktoren wie Terminologie und Stil geprüft. Auf diese Weise lassen sich Übersetzungsfehler minimieren. Das Ziel ist es, den übersetzten Text nicht wie eine Übersetzung klingen zu lassen, sondern wie einen Haupttext. Wenn es um Bedienungsanleitungen, medizinische Übersetzungen oder professionelle Texte geht, ist das Vorgehen erforderlich, um ein seriöses Ergebnis zu gewährleisten. 

Wie Kunden und Unternehmen von ISO-Zertifizierungen bei Übersetzungen profitieren

Übersetzungen lassen sich mittlerweile per Klick mit KI generieren. Je nach Programm sind bis zu 200 verschiedene Sprachen und mehr möglich, wozu also noch Übersetzer? 

Für einfache und private Texte kann eine KI-generierte Translation mit guter Software ausreichen, doch wenn es professionell sein muss, sind KI-Systeme noch nicht ausgefeilt genug. Sie kommen zwar zum Einsatz, erfordern aber weiterhin menschliche Kontrolle, um ein effektives und sicheres Ergebnis zu liefern. 

Aus Kundensicht ist die ISO-Zertifizierung immer dann sinnvoll, wenn die Übersetzung für wichtige Zwecke benötigt wird. Ist sie vorhanden, wurden die Übersetzungsvorgänge von objektiven Institutionen geprüft. Es werden standardisierte Verfahren genutzt, um gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen. 

Gut zu wissen: Es gibt auch für maschinelle Übersetzungen eine ISO-Zertifizierung. Die ISO-Nummer 18587 wird vergeben, wenn maschinell erstellte Translationen von Menschenhand editiert und geprüft werden. 

Keine Übersetzung ohne Lektorat 

Der wichtigste Effekt der ISO 17100 ist aus Kundensicht die Pflicht zum Lektorat. Jeder übersetzte Text wird unabhängig in verschiedenen Bereichen geprüft, darunter: 

  • Terminologie
  • Formatierung
  • Syntax
  • Semantik
  • Zeichensetzung 
  • Zielgruppe 
  • lokale Besonderheiten

Wer sowohl die Ausgangssprache als auch die Zielsprache beherrscht, ist noch lange kein guter Übersetzer. Eine effektive Übersetzung erfordert nicht nur reine Sprachkenntnisse, sondern Wissen über kulturelle und lokale Gepflogenheiten der Zielsprache. Nur so ist es wirklich möglich, die Zielgruppe zu erreichen. 

Bei klassischen Betriebsanleitungen mag das nicht notwendig sein, spätestens wenn es sich um Marketingtexte handelt, wird es aber bedeutend. Was den Schweizer Kunden anspricht, wirkt für den Österreicher Kunden völlig fremd und umgekehrt. Hier sorgt ISO 17100 dafür, dass der Übersetzer lokale (sprachliche) Besonderheiten im Zielland kennt und darauf eingeht. 

Pressemeldungen

Neueste Beiträge

«IT-Verantwortliche brauchen 2026 einen klaren Plan» - Quotes & Thoughts
Beat Müller, Director Systems Engineering, Switzerland & Austria, Nutanix, wagt den Blick auf die kommenden Monate und schätzt IT-Trends für 2026 ein. Dabei betont er die Wichtigkeit hybrider Multicloud-Modelle und das Bedürfnis nach Datensouveränität.
3 Minuten
Zug und Uni Luzern gründen Blockchain-Institut - Markets & Business
Der Kanton Zug und die Universität Luzern eröffnen das Zug Institute for Blockchain Research (ZIBR). Mit einem Startkapital von 25 Mio. Franken soll das neue Institut die interdisziplinäre Blockchain-Forschung stärken und Zugs Rolle als Crypto-Valley weiter ausbauen.
3 Minuten
Ganz privat im Web - Sicherheits-Tipps
Ein VPN-Service schützt Sie nicht nur beim Surfen, sondern wahrt auch Ihre Privatsphäre. Auf den folgenden Seiten erwarten Sie konkrete Produktempfehlungen und viele praktische Anwendungstipps.
9 Minuten
25. Jan 2026

Das könnte Sie auch interessieren

VBZ setzt im Kundendiensts auf KI-Butler auf Basis von IBM watsonx.ai - Proof of Concept
Um das steigende Anfragevolumen mit der vorhandenen Kapazität zu bewältigen, haben die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) einen Proof of Concept (PoC) für einen auf künstliche Intelligenz gestützten E-Mail-Butler durchgeführt.
3 Minuten
11. Dez 2024
Berner Softwarefirma Xplain wird nach Deutschland verkauft - Übernahme
Der Berner IT-Dienstleister Xplain wird von der Schweizer Tochter der deutschen Chapters Group mit Sitz in Hamburg übernommen. Die Softwarefirma war wegen eines Cyberangriffs 2023 mit Folgen für die Bundesverwaltung bekannt geworden.
3 Minuten
18. Okt 2024
Swiss CIO & Cybersecurity in der neuen Computerworld-Ausgabe - Computerworld Ausgabe 4/2024
Die aktuelle Ausgabe zeigt, was die CIOs der grössten Schweizer Unternehmen bewegt. Stefan Fraude gibt Einblicke in die Transformation von Brack-Alltron und von Anna Kuruvilla erfahren wir, wie sich T-Systems in der Schweiz aufstellt. Doch das ist längst nicht alles.
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige