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In der Schweiz gibt es neu Bildungstitel "Professional Bachelor"

In der höheren Berufsbildung werden neue Titel wie "Professional Bachelor" und "Professional Master" eingeführt. Mit dieser sowie weiteren Änderungen soll die Berufsbildung attraktiver und international besser anerkannt werden.
© (Quelle: Parlamentsdienste / Rob Lewis)

Der Nationalrat hat am Mittwoch als Zweitrat mit 168 zu 24 Stimmen bei 2 Enthaltungen einer entsprechenden Änderung des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt. Die Vorlage ist damit bereit für die Schlussabstimmungen am Ende der Session.

Mit der Revision werden die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» für die Abschlüsse der höheren Berufsbildung eingeführt. Zudem ist Englisch neu eine mögliche zusätzliche Prüfungssprache bei eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen. Schliesslich dürfen künftig nur Anbieter eidgenössisch anerkannter Bildungsgänge die Bezeichnung «Höhere Fachschule» führen.

Keine weitere Spezifizierung

Die sei ein wichtiges Signal gegen den Fachkräftemangel und zur Steigerung der Berufsattraktivität in der Schweiz, sagte Kommissionssprecherin Katharina Prelicz-Huber (Grüne/ZH). Zudem würde damit die Berufsbildung im internationalen Kontext besser anerkannt.

Konkret erachtete die Mehrheit die Einführung der Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» als wichtig, damit im Ausland erkennbar ist, dass es sich um Abschlüsse auf Tertiärstufe handelt.

Eine Minderheit wollte eine Präzisierung einbringen, um Titel von höheren Fachschulen von den eidgenössischen Berufsprüfungen abzugrenzen. Demnach sollte der Titelzusatz beim Abschluss einer höheren Fachprüfung «Professional Bachelor» lauten, beim Erwerb eines Abschlusses einer höheren Fachschule «Professional Bachelor in» - ergänzt durch die Fachrichtung.

Der Rat verwarf diesen Antrag jedoch mit 105 zu 85 Stimmen bei 4 Enthaltungen. Deshalb gab es keine Differenzen zwischen den Räten. Das Geschäft befindet sich auf der Zielgeraden.

Es mangelt an Praktikern

Im Grundsatz war die Reform in beiden Parlamentskammern weitgehend unbestritten. Nur wenige argumentierten, die neuen Titelzusätze seien unnötig und könnten Verwirrung stiften. Die Mehrheit war der Ansicht, dass mit der Revision dem Mangel an berufspraktisch ausgebildeten Fachkräften entgegengewirkt werden könne.

Die Zahl der Hochschulabschlüsse habe in den vergangenen Jahren stärker zugenommen als jene in der höheren Berufsbildung, gab der Bundesrat im April bei der Verabschiedung der Botschaft ans Parlament zu bedenken. Dies berge das Risiko, dass der Wirtschaft und insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen berufspraktisch ausgebildete Fachkräfte fehlten.

Personen mit entsprechenden Abschlüssen hätten das geringste Risiko, arbeitslos zu werden, und hervorragende Lohnaussichten, sagte Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Im Ausland aber kenne man die entsprechenden Diplome in der Regel nicht.

Bildung Karriere Politik
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