Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

EU-Regeln für den Umgang mit KI in Kraft gesetzt

In der Europäischen Union sind ab sofort neue Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Kraft getreten. So ist nach dem KI-Gesetz der EU der Einsatz von KI-Programmen verboten, die eine Bewertung nach sozialem Verhalten vornehmen.
© (Quelle: EMGenie)

In der Europäischen Union wurden am Sonntag neue Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Kraft gesetzt. Nach dem KI-Gesetz der EU (AI Act) sind KI-Systeme verboten, die «unannehmbare Risiken» für Sicherheit, Gesundheit oder Grundrechte darstellen.

So untersagt die EU den Einsatz von KI-Programmen, die eine Bewertung nach sozialem Verhalten vornehmen. Bei dem sogenannten Social Scoring werden etwa die Bürgerinnen und Bürger in China in Verhaltenskategorien eingeteilt und belohnt oder bestraft. In der EU soll es auch keine Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen geben.

Lange Liste

Nicht erlaubt sind weiterhin manipulative KI-Systeme, die betrügerische Techniken anwenden, um das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. In diese Gruppe fällt etwa sprachgesteuertes Spielzeug, das Kinder zu einem gefährlichen Verhalten verleitet.

Auf der Verbotsliste der EU stehen auch KI-Systeme, die die Schwäche von Menschen oder Gruppen ausnutzen. Dazu gehören auch automatisierte «Robo-Calls», die zum Betrug älterer Menschen eingesetzt werden können.

Die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum soll ebenfalls grundsätzlich nicht erlaubt sein. Dabei gibt es jedoch Ausnahmen: Polizei und andere Sicherheitsbehörden sollen eine solche Gesichtserkennung nutzen dürfen, um bestimmte Straftaten wie Menschenhandel und Terrorismus verfolgen zu können.

Stichtag 2. Februar

Mit dem Stichtag 2. Februar 2025 müssen Unternehmen, die KI entwickeln oder einsetzen, ihre Systeme nach dem Grad des Risikos bewerten und geeignete Massnahmen ergreifen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Ziel der neuen Verordnung ist nach Darstellung der EU-Kommission nicht nur der Schutz der Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher. Man wolle auch sicherstellen, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt werde.

Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen nun auch sicherstellen, dass alle Personen, die mit der Entwicklung oder dem Betrieb von KI-Systemen befasst sind, über ein ausreichendes Mass an «KI-Kompetenz» verfügen.

Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, und die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, räumten in einem gemeinsamen Blogeintrag ein, dass die Wettbewerbsfähigkeit Europas in Gefahr sei. «Während sich eine globale Revolution der künstlichen Intelligenz entfaltet, könnte die EU ins Abseits geraten.» Europa verfüge jedoch auch über die notwendigen Voraussetzungen, um im technologischen Wettlauf aufzuholen, schrieben von der Leyen und Lagarde.

Inhalt
Künstliche Intelligenz (KI) Politik Recht
Anzeige

Neueste Beiträge

SWISS GRC DAY 2026: Zwischen Unsicherheit, Risikokultur und Entscheidungsqualität
Mehr als 300 Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft kamen am SWISS GRC DAY 2026 im Radisson Blu Hotel am Flughafen Zürich zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen im Bereich Governance, Risk und Compliance zu diskutieren. 
3 Minuten
Amazon nennt den Termin für den nächsten Prime Day
Der diesjährige Prime Day von Amazon findet an vier Tagen 23. bis 26. Juni statt. Während des Shopping-Events sollen Prime-Mitglieder exklusiv hunderttausende Angebote in 35 Kategorien erhalten.
2 Minuten
4. Jun 2026
TU München forscht zu 6G-Anwendungen in der digitalen Medizin
Telemedizin, kontinuierliches Monitoring und ferngesteuerte Eingriffe werden in der Medizin zunehmend wichtiger. Die Technische Universität München (TUM) und das TUM Klinikum haben untersucht, wie künftige 6G-Netze Rechenleistung und Datenübertragung steuern können.
3 Minuten
4. Jun 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
Stärkung der globalen Position der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation - Swissnex-Jahresbericht 2025
Swissnex ist das weltweite Schweizer Netzwerk für Bildung, Forschung und Innovation. Auch im Jahr 2025 hat es seine Mission mit weitreichenden Initiativen rund um den Globus fortgesetzt. Das Berichtsjahr war durch eine verstärkte Fokussierung auf künstliche Intelligenz (KI), planetare Diplomatie, Klimaresilienz und Quantentechnologien geprägt. 
4 Minuten
15. Apr 2026
«Echtzeit wird zum entscheidenden Faktor» - Digital Insights
Im Gespräch mit Computerworld erläutert Alexander Finger, weshalb moderne Datenarchitekturen heute stärker auf Echtzeitfähigkeit, Datenverantwortung und Transparenz ausgerichtet sein müssen, damit KI im Unternehmen tatsächlich produktiv eingesetzt werden kann.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige