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Lesedauer 4 Min.

Anforderungen an moderne Supply Chains

Blockierte Seewege, erhöhte Zölle und einbrechende Märkte setzen dem globalen Handel zu. Jetzt sind vorausschauende Strategien gefragt und damit Datenanalysen, welche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft berücksichtigen. 

Wer leere Lager vermeiden will, muss vorsorgen. Inspirationen gibt es zum Beispiel auf den SAP Connect Days SUPPLY CHAIN am 8. April 2026 in Aarau.

© Jacques Dillies auf Unsplash

Supply Chain, das war bis vor Kurzem noch gleichbedeutend wie günstige Beschaffung und pünktliche Lieferung. Dabei konnte man sich mehr oder weniger auf die Zuverlässigkeit der Lieferanten verlassen. Aufgrund der geopolitischen Veränderungen gilt dieses Paradigma nicht mehr. Die Versorgungsketten und die damit verbundenen Kosten sind unberechenbar wie nie zuvor. Hinzu kommt, dass die Endabnehmer – sei es durch regulatorische Bestimmungen oder durch gesellschaftliche Kritik – auf nachweisbare Unbedenklichkeit der Waren angewiesen sind. Das bedeutet im Endeffekt, dass Resilienz der Supply Chain und deren Nachhaltigkeit gefragter sind denn je.

Was bedeutet Resilienz? 

Wie gesagt, der klassische Fokus auf Effizienz reicht unter diesen Bedingungen nicht mehr aus. Unternehmen müssen ihre Lieferketten neu ausbalancieren – zwischen Kostenoptimierung, Versorgungssicherheit und regulatorischen Anforderungen. Resilienz wird damit zur strategischen Zielgrösse. Das zeigt sich etwa in der verstärkten Diversifizierung von Lieferanten, im Aufbau regionaler Beschaffungsstrukturen oder in der bewussten Erhöhung von Sicherheitsbeständen. Was früher als Ineffizienz galt, wird heute als Absicherung verstanden. Wer seine Lieferkette nicht gefährden will, sorgt vor und sucht sich den «Plan B». Sprich, Lieferanten und Produkte, welche alternativ das Angebot sicherstellen können.

Nachhaltigkeit im Fokus

Über Nachhaltigkeit (engl. Sustainability) wird schon seit Jahren gesprochen. Dabei blieb der Begriff mehr oder weniger ein Schlagwort aus der Marketingschublade. Wirklich ernst genommen hat ihn niemand. Im Rahmen der zunehmenden Energie- und Gesundheitskosten ändert sich das gerade rasch. Hinzu kommt, dass das öffentliche Bewusstsein immer kritischer auf die Herkunft von Produkten (und Dienstleistungen) reagiert. Für Anbieter bedeutet das in erster Linie: 

  • - Transparente Identifikation der Herkunftsländer und Herstellungsverfahren von Produkten und Dienstleistungen
  • Ausweis des sozialen und ökologischen Impacts im Vergleich zu gleichwertigen Prozessen, insbesondere durch Local- oder Nearshoring-Beschaffung
  • Bewertung sozialer Aspekte in den Herkunftsländern und Weiterverarbeitung sowie Logistik in den Bestimmungsgebieten

Allein schon diese drei Parameter stellen einen komplexen Rahmen dar, welche für die meisten Unternehmen viel Aufwand bedeuten.

Supply Chain – neu definiert

In der heutigen digitalen Zeit erstaunt es wenig, das im Zentrum der aktuellen Entwicklung die Daten stehen. Eine moderne Supply Chain ist ohne durchgängigen und transparenten Datenfluss nicht mehr steuerbar. Entscheidend ist dabei nicht nur die Verfügbarkeit von Daten, sondern deren Qualität und Aktualität im Kontext von Sicherheit und Nachhaltigkeit. Erst wenn Informationen aus ERP-Systemen, Logistikplattformen und externen Quellen zusammengeführt werden, entsteht ein belastbares Lagebild. Dieses erlaubt es, Engpässe frühzeitig zu erkennen, Szenarien durchzuspielen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet für ein modernes Supply Chain-Management:

  • Analytik/KI: Während klassische Systeme vor allem vergangenheitsbezogen arbeiten, ermöglichen KI-gestützte Modelle eine vorausschauende Planung. Nachfrageprognosen werden präziser, Lagerbestände dynamischer gesteuert und Risiken entlang der Lieferkette früher sichtbar.
  • Ökosysteme und Netzwerke: Die Struktur der Lieferketten geht zunehmend in Richtung vernetzter Ökosystemen. Hersteller, Zulieferer und Logistikpartner arbeiten in Echtzeit zusammen. Dazu braucht es digitale Plattformen über Unternehmensgrenzen hinweg.
  • Nachhaltigkeit/Resilienz: CO₂-Emissionen, Herkunft von Rohstoffen oder soziale Standards entlang der Wertschöpfung rücken stärker in den Fokus. Daten werden damit auch zur Basis für Compliance und Reporting.
  • Cybersecurity/Souveränität: Geopolitische Konflikte und Cyberangriffe zeigen, wie verwundbar Lieferketten sind. Sicherheitskonzepte müssen heute über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus gedacht werden.
Konsequenzen für Unternehmen

Die Supply Chain von heute ist so komplex, dass sie zunehmend zur Plattformfrage wird. Es geht nicht mehr nur um einzelne Anwendungen, sondern um eine integrierte Architektur, die Datenflüsse, Analytik und Prozesse verbindet. Cloud-basierte Lösungen, modulare Systeme und offene Schnittstellen spielen dabei eine zentrale Rolle. Gleichzeitig braucht es klare Governance-Strukturen, um Datenqualität, Sicherheit und Compliance sicherzustellen.

Was heisst das in der Praxis?

Wie sich das Ganze aus digitaler Sicht zu einem vorausschauenden Steuerungsinstrument entwickelt, bleibt spannend. Fest steht, dass Unternehmen, die ihre Daten konsequent nutzen und ihre Prozesse entsprechend ausrichten, nicht nur an Stabilität, sondern auch an Geschwindigkeit und Innovationsfähigkeit gewinnen. Konkrete Beispiele könnte der kommende «Connect Day Supply Chain» von SAP Schweiz liefern. Hier zeigen verschiedene Unternehmen und Experten, wohin die Reise gehen kann.
 

SAP Connect Days 2026

April 8 - April 15, 2026 | Aeschbachhalle Aarau

SAP Connect Days 2026 Switzerland

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