Edle Gadgets fürs Büro 10.09.2019, 12:31 Uhr

MX-Serie von Logitech: Neue Tastatur und Maus im Praxis-Check

Logitech bietet mit seinem Premium-Eingabegeräten der MX-Reihe eine Kombination aus cleveren Funktionen und Bedienkomfort. Die hochpreisigen Geräte sollen in erster Linie Poweruser ansprechen.
(Quelle: Logitech)
Logitechs neue MX-Keys-Tastatur ist als Begleiter zur Maus MX Master 3 gedacht. Die kabellose Tastatur richtet sich vor allem an Poweruser im Bürobereich und will mit cleveren Software-Features den Alltag erleichtern.
Als Tastatur per se ist die MX Keys relativ unauffällig. Der Hersteller kombiniert dunkelgraue Tasten auf einem etwas weniger dunklen Gehäuse. Lediglich ein kleines «logi»-Logo ist auf der Vorderseite angebracht. Das Hauptaugenmerk fällt somit auf zwei Dinge: Zunächst sind die Tasten der MX Keys etwas eigenartig geformt. Statt der üblichen Wölbung mechanischer Tastaturen oder den flachen Keys, wie man sie von Laptops her kennt, geht Logitech hier einen Mittelweg. Die Keycaps sind flach gehalten, allerdings mit einer kleinen, runden Wölbung, welche besser auf die Fingerkuppen des Nutzers passen soll. Die Keycaps dürften Geschmackssache sein. Das sonstige Tippgefühl entspricht dabei etwa einem Laptop, mit etwas mehr Widerstand. Wer sich auf den älteren Macbook-Tasten zu Hause fühlt, wird sich schnell an die MX Keys gewöhnen.
Optisch macht die MX-Keys-Tastatur einen edlen, aber auch unauffälligen Eindruck
Quelle: Logitech
Das zweite, was bei der MX Keys schnell auffällt, ist die Beschriftung. Diese Tastatur ist für mehrere Systeme konzipiert. Allem voran für Windows und MacOS. Entsprechend sind viele Tasten mehrfach beschriftet. Zeichen in einem ausgefüllten Kreis werden unter MacOS mit der Option-Taste aktiviert, Zeichen mit leerem Kreis unter Windows von der AltGr-Taste. Markiert sind aber fast nur die Windows-Varianten, da die Option-Kombinationen auf üblichen Mac-Tastaturen sowieso nicht speziell gekennzeichnet sind.
Neben den üblichen Tasten ist die MX Keys noch mit einigen Sondertasten ausgerüstet. Direkt über dem Home-Block finden Sie die drei Wechseltasten für verbundene PCs. Über dem Numpad ist eine Taste für den Taschenrechner, eine für Screenshots, eine für das Kontextmenü und eine zum Sperren des PCs angebracht. Der Taschenrechner und die PC-Sperre sind unter Windows keine Standardtasten. Print Screen wurde von oberhalb des Home-Blocks verschoben, und die Kontextmenü-Taste befindet sich bei regulären Tastaturen im rechten Meta-Tastenblock, zusammen mit AltGr und Ctrl. Die Kontextmenü-Taste ist zudem doppelt belegt mit der Scroll-Lock-Taste.
Standardmässig verwendet die MX Keys Medientasten über der Nummernleiste. Zur Verfügung stehen Steuerungen für die Bildschirmhelligkeit, Tastaturbeleuchtung, Medienkontrolle und einige Betriebssystem-spezifische Steuerungen, beispielsweise für das Command Center. Die F-Tasten werden durch Halten der Fn-Taste aktiviert. Drücken Sie jedoch Fn + Esc, schaltet die Tastatur um und die F-Tasten werden zum Standard, während die Medientasten mit Fn + Taste aktiviert werden.
Übrigens: Wenn Sie sowieso bei Tageslicht arbeiten, lohnt es sich, die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur auszuschalten. Dies erhöht die Akkulaufzeit von etwa zehn Tagen auf deutlich bessere fünf Monate. Dabei verpasst man jedoch eines der Features der MX Keys. Die Tastatur verfügt über einen eingebauten Bewegungssensor. Dieser erkennt, wann Sie Ihre Hände über die Tastatur bewegen, und schaltet dann automatisch die Hintergrundbeleuchtung ein. Sobald Sie Ihre Hände wieder von der Tastatur wegbewegen, schaltet sich die Beleuchtung aus. Zudem reguliert die MX Keys die Helligkeit der Beleuchtung automatisch, basierend auf der Umgebungsbeleuchtung. Ebenfalls clever: Sobald der Ladestand der MX Keys unter 10 Prozent fällt, schaltet die Tastatur automatisch die Hintergrundbeleuchtung komplett aus und meldet sich mit einem roten LED. Ohne die Beleuchtung hält die Tastatur aber noch gut zwei Wochen durch. So werden Sie nie von einer leeren Batterie überrascht. Aufgeladen wird die MX-Keys mit dem mitgelieferten USB-Kabel (USB-A auf USB-C).
Angeschlossen wird die MX Keys entweder mit dem mitgelieferten Unifying-Receiver (USB-A) oder per Bluetooth. Die Tastatur kann mit bis zu drei Rechnern gleichzeitig verbunden sein. Per Tastendruck kann einfach zwischen den drei Rechnern durchgewechselt werden. In Kombination mit einer passenden Logitech-Maus, können Sie sogar fliessend zwischen verschiedenen Rechnern hin und her wechseln.

Software-Features für die MX Keys

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die MX Keys vor allem in Kombination mit ihrer Software, Logitech Options, interessant. Allem voran dank Logitech Flow. Diese Technologie erlaubt es, die MX Keys an mehreren PCs zu verwenden, und ohne Unterbrechung zwischen ihnen hin und herzuwechseln. Sie können sogar Inhalte über die Zwischenablage kopieren. Sprich: Sie kopieren einen Text aus Word auf Ihrem Desktop-PC, fahren mit der Maus über den Bildschirmrand auf den Bildschirm Ihres Macbooks, und fügen den Text dort in ein Pages-Dokument ein. In der Praxis funktioniert das gut, wenn auch nicht immer ganz zuverlässig. Dazu sei gesagt, dass sich einerseits unsere Version von Logitech Options noch im Beta-Stadium befindet, andererseits Options auch in der Vergangenheit nicht gerade die Spitze der Zuverlässigkeit darstellte.
Per Software lässt sich die MX Keys weiter anpassen
Quelle: Computerworld / Screenshot
Um Logitech Flow zu verwenden, benötigen Sie neben der MX Keys auch eine Flow-fähige Maus, wie beispielsweise die MX Master 3. Neben Flow bietet die Options-Software auch diverse weitere Einstellungsmöglichkeiten an. Beispielsweise können Sie die Funktionstasten neu belegen. Das kann jedoch ein wenig verwirrend werden, da die ursprüngliche Beschriftung bestehen bleibt.

Fazit zur Logitech MX Keys

Die Logitech MX Keys ist eine solide Tastatur für den Bürogebrauch. Das Eingabegerät bietet so gut wie alles, was man von einer regulären Tastatur erwarten kann. Mit der Options-Software wird die MX Keys schnell zu einem Multitasking-Gadget, das vor allem für Poweruser mit mehreren Geräten interessant ist. Sofern denn die Options-Software mitmacht.
Die Logitech MX Keys ist ab September in der Schweiz erhältlich. Kostenpunkt: Fr. 129.-. Auch erhältlich im Bundle mit zusätzlicher Handablage für insgesamt Fr. 139.-.

Funkmaus Logitech MX Master

Das erste Mal seit dem Release der ursprünglichen MX Master verändert Logitech grössere Elemente an der Maus. Die MX Master 3 ist vorne ein wenig schmaler als ihre Vorgänger und verfügt über ein neues Scrollrad sowie eine bessere Trennung von Seitentasten und seitlichem Scrollrad. Aber der Reihe nach: Optisch ist die MX Master 3 noch klar als Nachfahre der ersten MX Master erkennbar. Die Maus ist noch immer ergonomisch geformt, mit einer breiten Daumenablage und einem hohen, sogar noch etwas höheren Rücken. Allerdings ist die Front schmaler geworden und verläuft neu schräg nach rechts, statt schaufelförmig. Das lässt die MX Master 3 insgesamt etwas schlanker erscheinen. Mit 141 Gramm ist die Maus aber dennoch eher ein Schwergewicht, besonders, wenn man sonst kabelgebundene Mäuse gewöhnt ist.
Die MX Master 3 ist ein wenig schmaler als ihre Vorgänger
Quelle: Logitech
Neben dem Profil hat Logitech an diversen Orten auf Basis von Nutzerfeedback nachgebessert. Da wäre zum Beispiel das neue Seitenpanel. Die früheren MX-Master-Modelle platzierten den Vor- und Zurück-Knopf als Dreiecke übereinander. Das sah zwar toll aus, war aber nicht wirklich praktisch. Bei der MX Master 3 verbaut Logitech zwei simple längliche Tasten, voneinander getrennt und so leicht auch blind zu finden. Entsprechend musste das seitliche Scrollrad verschoben werden. Es thront neu direkt über den Seitentasten und ist ein gutes Stück länger. Das Rad ist zwar an sich besser, aber durch die neue Position auch schwieriger zu erreichen. Gleich hinter dem seitlichen Scrollrad befindet sich die Batterie-LED. Eine deutlich bessere Position als bei den bisherigen Modellen, bei denen die LED meistens vom Daumen verdeckt war. Zudem hat Logitech dem Gestenknopf einen kleinen Nippel verpasst, da viele Nutzer den Knopf bei den älteren Modellen schlicht nicht bemerkt haben. Mit diesem Daumenknopf lassen sich diverse Betriebssystem-Funktionen mittels Gesten steuern.
Die grösste technologische Neuerung bei der MX Master 3 betrifft aber das Scrollrad. Dieses wurde komplett überarbeitet, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht sofort sieht. Äusserlich bemerkt man hauptsächlich, dass die Rillen auf dem Rad nicht mehr gummiert, sondern aus dem gleichen Material wie das Rad selbst sind. Im Inneren hat Logitech aber ganze Arbeit geleistet. Das bisherige Scrollrad verwendete eine mechanische Konstruktion, welche bei langsamem Drehen für den Klick mit Widerstand sorgte. Ab einem gewissen Drehmoment wurde diese physische Konstruktion ausgehebelt. Bei der MX Master 3 verwendet Logitech ein magnetisches System.
Das Resultat: Das Scrollrad der MX Master 3 ist nahezu lautlos. Sogar im klickenden Modus hört man nur sehr wenig vom Rad. Auch das Anhalten eines schnell drehenden Rades geschieht deutlich leiser als zuvor. Der Widerstand des Scrollrades ist dabei etwa gleich wie bei den bisherigen MX-Master-Modellen. Das heisst: eher schwach. Wer lieber schwergängige Mausräder wie das der G502 mag, wird die MX Master 3 etwas feinfühlig finden. Besonders, da das magnetische Klicken per se schon ein wenig feiner wirkt als die mechanische Konstruktion.
Auch sonst kann sich die MX Master 3 als Maus nicht viel ankreiden lassen. Sie trackt zuverlässig und präzise über praktisch jeder Tischoberfläche und funktioniert sogar auf Glas. Die leicht kleineren Gleitpads fallen dabei nicht besonders auf. Durchhalten soll die MX Master 3 etwas über zwei Monate, und da die Maus per USB-C geladen wird, ist sie auch rasch wieder voll.

Software und Fazit zur MX Master 3

Zusammen mit der Tastatur MX Keys und der Software Logitech Options will die MX Master 3 bekanntlich das Büro erobern. Die theoretische Grundlage dafür ist bereits gegeben, denn Logitech bietet eine wahre Fülle an Software-Funktionen zur MX Master 3 an.
Per Software lässt sich die MX Master 3 genau anpassen
Quelle: Computerworld / Screenshot
Da wäre zunächst wieder Flow. Hiermit können Sie die MX Master 3 gleichzeitig an mehreren Rechnern verwenden. Sofern die Maus mit beiden Rechnern und mit der Software verbunden ist, können Sie einfach zwischen den beiden PCs hin und her fahren als wären es zwei Bildschirme am gleichen Computer. Lediglich eine kleine Verzögerung beim Wechsel macht klar, dass hier der Rechner gewechselt wird.
Neben Flow kann Logitech Options noch weitere Anpassungen an der Maus durchführen. Es können beispielsweise die Tasten der Maus frei belegt werden. Noch besser: Logitech bietet von Haus aus ein Set von Einstellungen für spezifische Software an. Sie können etwa die MX Master 3 so einstellen, dass das seitliche Scrollrad normal horizontal scrollt, in Photoshop aber die Pinselgrösse ändert, oder in Word die Zoom-Funktion bedient. Auch die Seitentasten, welche sonst meistens für vor und zurück dienen, können pro Applikation eingestellt werden. Die Standard-Option für Photoshop ist beispielsweise «Undo» (Befehl rückgängig) und «Redo» (Befehl wiederholen). Neben den Voreinstellungen von Logitech können Sie auch manuelle Vorlagen für Ihre Programme erstellen.

Fazit zur MX Master 3

Die Logitech MX Master 3 ist eine äusserst gelungene Entwicklung der MX-Master-Serie. Die Maus wurde überall dort verbessert, wo es haperte, und nur bei der Position des seitlichen Scrollrades verschlimmbessert. Das magnetische Scrollrad ist sowohl technologisch, als auch in seiner leisen Funktion beeindruckend. Zusammen mit der Options-Software wird die MX Master 3 zur besten Wahl für alle, die mehrere Rechner verwenden, sofern die Software mitmacht.
Die MX Master 3 ist ab September erhältlich und kostet rund 129 Franken.


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