Firmenfachbeitrag 25.05.2020, 08:15 Uhr

Business Continuity – neu gedacht

Corona hat eine klaffende Lücke in den traditionellen Business-Continuity-Plänen schonungslos offengelegt. Home- und Remoteoffice-Infrastrukturen müssen in Zukunft Teil der Planung sein. Mit dem Data-Fabric-Konzept bietet NetApp dazu Unterstützung.
Homeoffice muss Teil der Business-Continuity-Planung werden.
(Quelle: www.fotosearch.com/Kzenon )
Seit Jahren und Jahrzehnten predigen Hersteller und Berater Business Continuity: Man solle die Firmen-IT redundant aufbauen, damit bei einem Ausfall das Geschäft niemals lange still steht. Viele Unternehmen haben sich die Warnungen zu Herzen genommen – und trotzdem wurden nun alle von der aktuellen Pandemie überrascht!
Der Grund dafür ist einfach. Viele Unternehmen verfügten über ausgefeilte Notfallpläne, die vom Ausfall von Rechenzentren oder dem Verlust von Datenverbindungen aus unterschiedlichen Ursachen ausgingen. Zur Behebung dieser Notfälle setzte man auf Ausweichrechenzentren und redundante Leitungen. Und damit das Geschäft nach einem Systemversagen rasch wieder aufgenommen werden kann, wurden Backup- und Recovery-Plattformen eingesetzt. Manche hielten sich gar die Möglichkeit frei, grosse Teile ihrer Belegschaft schnell in temporäre Notfallbüros umzuziehen. Das Ziel dieser Pläne war es, dass die Organisation nach einigen Tagen wieder einsatzbereit sein würde.

Ein Virus stellt andere Anforderungen

All diese Massnahmen sind darauf ausgerichtet, im Falle von Erdbeben, Überschwemmungen, Feuer oder auch Unfällen wie Flugzeugabstürzen auf Firmengebäude rasch eine zentrale Infrastruktur zur Verfügung stellen zu können. Doch statt eines Infrastrukturausfalls durch Naturkatastrophen oder technische Gründe ist es nun ein Virus, das den Geschäftsfortgang in unzähligen Firmen bedroht. Eine Pandemie stellt jedoch ganz eigene Voraussetzungen an die Business Continuity. Nicht die Fragen: «Wie schnell laufen meine Systeme wieder?» und: «Wie aktuell sind meine Daten?» stehen im Zentrum, sondern: «Wie bringe ich meine Daten sicher dorthin, wo meine Mitarbeiter arbeiten können?» und: «Wie schütze ich die Daten dort und wie bringe ich sie wieder zurück?»
Eine der zentralen Lehren aus der aktuellen Krise lautet also: Die Ermöglichung von Home- oder Remoteoffice für die Mitarbeiter muss Teil der Business-Continuity-Planung werden.

Datenmanagement steht im Zentrum

Unternehmen sollten sich deshalb zunächst ein Bild davon machen, wie sich das Nutzerverhalten und somit Datenströme und Traffic in den folgenden Tagen bei Beginn einer Pandemie verhalten werden. Ist ihre Infrastruktur in der Lage, auch plötzliche Kapazitätsanstiege abzufangen und ist sie für End User Computing (EUC) oder Virtuelle Desktopinfrastruktur (VDI) ausgelegt? Denn es reicht nicht aus, nur offizielle Richtlinien vorzugeben, die dann nicht umgesetzt werden können. Wo liegen die geschäftskritischen Anwendungen? Müssen für diese gegebenenfalls Kapazitäten priorisiert werden? Ist eine Verschiebung von lokalem Storage in die Cloud nötig und auch möglich?
Bei der Beantwortung all dieser Fragen steht das Thema Datenmanagement im Zentrum: Die richtigen Daten müssen auf sicherem Weg den richtigen Personen jederzeit zur Verfügung stehen – nun eben auch im Heimbüro. An der Nutzung von Public-Cloud-Angeboten werden dabei auch die cloud-skeptischsten Firmen nur schwer vorbeikommen, zumal wenn die Umsetzung schnell vonstattengehen soll. Hier liefert das Data-Fabric-Konzept von NetApp wertvolle Unterstützung.

Die hybride Cloud im Griff dank Data Fabric

Die Data Fabric beschreibt das grenzenlose zentrale Management von Daten über alle Ressourcen hinweg – vom eigenen Rechenzentrum bis zur Cloud. Sie basiert auf den drei Säulen einheitliches Datenmanagement, einheitliche Datenübertragung und einheitliches Datenformat. Innerhalb der Data Fabric können deshalb Datenbestände rasch und sicher über alle Infrastrukturen transferiert werden, unabhängig davon, wo sie stehen. Ziel ist, dass Unternehmen die leistungsfähigen IT-Ressourcen von Hyperscale-Providern wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google Cloud nutzen können, ohne die Kontrolle über ihre Daten abzugeben.
Im Zentrum dieser Vision stehen das Betriebssystem ONTAP und NetApps Cloud Data Services, ein Strauss an Produkten und Dienstleistungen, die Unternehmen helfen, die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Infrastrukturen zu überwinden, sodass Daten von jedem beliebigen Silo zu jeder beliebigen Plattform transferiert werden können. Zu den Cloud Data Services zählen Speicherumgebungen im Iaas- und PaaS-Modell auf den Plattformen der grössten Hyperscaler ebenso wie verschiedene SaaS-Produkte für Synchronisation und Backup, beispielsweise für Salesforce- oder
Office-365-Daten.
Schnell ins Homeoffice mit VDI und NetApp
Ein internationaler Versicherungsbroker mit 45 000 Angestellten in 140 Ländern musste kurzfristig Tausenden von Mitarbeitern ermöglichen, von Zuhause aus zu arbeiten. Das Unternehmen setzte on-
premises bereits eine virtuelle Desktopinfrastruktur ein, die nun ausgeweitet werden sollte, und verfügte über mehrere Flash-Arrays von NetApp. Als im Verlauf der Planung deutlich wurde, dass in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit nur eine Hybrid-Cloud-Lösung dazu in der Lage war, legte die interne IT schliesslich ihre bisherige Cloud-Skepsis ab.
Innerhalb weniger Tage wurden drei Instanzen von Cloud Volumes ONTAP in drei verschiedenen Microsoft-Azure-Regionen aufgesetzt. Die Daten für die VDI wurden anschliessend via Snap-Mirror von den Flash-Arrays im Unternehmen in die Cloud-Instanzen repliziert. Schliesslich wurden die ONTAP-Instanzen in den Cloud-Volumes mit denselben Parametern konfiguriert wie die Flash-Arrays.
Bei der schnellen Umsetzung war entscheidend, dass in der Data Fabric mit ONTAP überall das gleiche System mit derselben vertrauten Oberfläche zum Zug kommt, ob on-premises oder in der Cloud. So konnten die bestehenden Systeme exakt in der Cloud abgebildet werden, und die Administratoren mussten sich an keine neue Arbeitsumgebung gewöhnen.
Mit der Data Fabric und den Cloud Data Services bietet NetApp Unternehmen Unterstützung bei allen drei Schritten auf dem Weg zur Implementierung einer erweiterten Business-Continuity-Lösung:
Schritt 1: Einrichtung von Remote-Work-Möglichkeiten
NetApp-Lösungen helfen bei Aufbau und Inbetriebnahme cloudbasierter EUC- und VDI-Infrastrukturen – inklusive Windows Virtual Desktop und Citrix. Sie gewährleisten eine stabile Leistung für den grossflächigen Einsatz und ermöglichen das Management geteilter Storage-Ressourcen für VDI über verschiedene Cloud-Anbieter und Regionen hinweg. Darüber hinaus unterstützen NetApp-Systeme Organisationen auch bei der schnellen und sicheren Einführung skalierbarer On-premises-Infrastrukturen für den Fernzugriff.
Schritt 2: Stabilisierung kritischer Systeme
Mithilfe von NetApps KI-basiertem Analyseservice Active IQ und dem Monitoringdienst Cloud Insights erhalten Unternehmen Einblick in den aktuellen Zustand ihrer hybriden Cloud-Infrastruktur. Dies erlaubt es, die kritischen Infrastrukturen proaktiv zu schützen und zu optimieren. Eine Analyse der Kapazitätstrends der nächsten 30 Tage hilft dabei, gefährdete Applikationen, Prozesse und Systeme rechtzeitig zu erkennen.
Schritt 3: Sicherung von Verfügbarkeit und Leistung
Storage spielt oft eine zentrale Rolle bei der Leistung von Applikationen. Durch das richtige Verteilen von Applikationen und Daten auf die passenden Infrastrukturressourcen bleiben deren Performance und Verfügbarkeit gewährleistet. NetApp-Systeme ermöglichen das problemlose Verschieben von Daten und Apps zwischen der eigenen On-premise-Infrastruktur in die Cloud und wieder zurück. Die ONTAP-Managementsoftware von NetApp bietet dazu so wichtige Funktionen wie Datensicherung, -replikation und -synchronisation sowie Monitoring und automatisches Daten-Tiering.

Eine Frage der digitalen Transformation

Anstatt sich wie in der Vergangenheit auf die Widerstandsfähigkeit der IT gegen Ausfälle zu konzentrieren, sollte die strategische Planung in Zukunft dahin gehen, die Organisation wandlungsfähiger zu gestalten, damit sie sich auch an neue Gegebenheiten schnell anpassen kann. Heute zeigt sich denn auch, dass jene Firmen, die in der digitalen Transformation weiter fortgeschritten sind und bereits auf Hybrid- und Multicloud-Lösungen setzen, schneller mit den Herausforderungen der Pandemie zurande kamen. Und dieselben Unternehmen werden voraussichtlich auch schneller und in besserer Form zur Normalität zurückkehren können.
Zum Autor
Marc Ender
NetApp
Marc Ender leitet das Solutions-Engineering-Team und verantwortet das Cloud-Solution-Geschäft bei NetApp Schweiz. Seit 2004 arbeitet er für diverse Grosskunden in allen Sparten und berät diese rund um die Themen Datamanagement und zukunftsweisende Hybrid-Cloud-Lösungen.
Zum Unternehmen: NetApp ist ein weltweit tätiger Spezialist für das Datenmanagement in hybriden Cloud-Umgebungen. Das Unternehmen hilft Kunden weltweit, das volle Potenzial ihrer Daten auszuschöpfen. Das Data-Fabric-Konzept von NetApp vereinfacht das Handling der hybriden Multicloud und stellt die richtigen Daten, Services und Anwendungen den richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt bereit.
Mehr Informationen: www.netapp.ch
Dieser Beitrag wurde von NetApp zur Verfügung gestellt und stellt die Sicht des Unternehmens dar. Computerworld übernimmt für dessen Inhalt keine Verantwortung.


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