Analyse 30.10.2020, 12:15 Uhr

5 Programmiersprachen, die es in 10 Jahren nicht mehr gibt

Der Autor Nick Kolakowski stellte eine Liste von Programmiersprachen zusammen, die seiner Ansicht nach in den kommenden zehn Jahren verschwinden werden. Programmierer sollten sich rechtzeitig darauf einstellen.
(Quelle: Clément H / Unsplash )
Wer eine lange Karriere als Software-Entwickler aufbauen will, sollte auf Programmiersprachen und andere Fähigkeiten achten, die Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte überdauern werden. Schliesslich ist es schwer, von einer Sprache zu leben, die niemand mehr benutzt. Freilich gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise das oft zitierte COBOL, das immer noch auf Grossrechnern läuft und deren Betreiber COBOL-Spezialisten dem Vernehmen nach fürstlich entlohnen. Auch Basic könnte sich in dieser Richtung entwickeln. In Basic geschriebene Legacy-Anwendungen gibt es noch zuhauf und im Moment sind auch noch üppig viele Basic-Kenner auf dem Markt. Das könnte sich in den kommenden zehn Jahren jedoch ändern. Trotzdem ist es gut zu wissen, welche Programmiersprachen es in Zukunft voraussichtlich nicht mehr geben wird.
Die Entwicklungen in der Übersicht
Quelle: redmonk.com
Der Autor Nick Kolakowski nennt vor allem fünf Sprachen, die er anhand der Statistiken von RedMonk und Tiobe – beide verfolgen regelmässig die Popularität verschiedener Programmiersprachen – ausgemacht hat. Zudem haben Kolakowski und seine Mitstreiter Auswertungen von Burning Glass zu Rate gezogen. Burning Glass analysierte Millionen von Blog-Postings um herauszufinden, welche Sprachen in den nächsten zehn Jahren einer nachlassenden Nachfrage gegenüberstehen. Auf der Grundlage dieser Analyse kam Kolakowski zu dem Schluss, dass den folgenden fünf Sprachen (trotz ihrer aktuell noch zahlreichen Fans) in den kommenden Jahren erheblicher Gegenwind droht:

Perl

Laut RedMonk ist Perl von Platz 11 im Jahr 2012 auf Platz 18 heute gefallen. Burning Glass sagt voraus, dass die Nachfrage nach Perl-bezogenen Arbeitsplätzen in den nächsten zehn Jahren um 22,1 Prozent zurückgehen wird.

Objective-C

In den zurückliegenden zwölf Monaten ist Objective-C im TIOBE-Index um acht Ränge abgerutscht - der stärkste jährliche Rückgang aller Sprachen unter den Top 20 (es liegt jetzt auf Platz 18). Passiert ist damit das, was Apple wollte. Apple hat alles in seiner Macht Stehende getan, um Entwickler davon zu überzeugen, auf seine neue Programmiersprache Swift umzusteigen. Burning Glass sagt voraus, dass die Arbeitsplätze, die Kenntnisse in Objective-C verwenden, in den nächsten zehn Jahren um 34,5 Prozent zurückgehen werden.

C

Als eine Sprache, die älter ist als viele der Entwickler, die mit ihr arbeiten, nimmt C einen besonderen Platz in der Programmierwelt ein. Es hat seinen Weg in eine riesige Anzahl von Anwendungen gefunden, von eingebetteten Systemen bis hin zu Supercomputern. Burning Glass geht jedoch davon aus, dass Arbeitsplätze, die C anfordern, in den nächsten zehn Jahren um 14,2 Prozent zurückgehen werden.

Haskell

Obwohl Haskell eingefleischte Fans hat, hat sich die Sprache in RedMonks Rangliste der Sprachen nicht gut entwickelt. Nach drei soliden Jahrzehnten ist Haskell mit einer rückläufigen Nutzung konfrontiert.

Ruby

Anzeichen für den Niedergang von Ruby gibt es seit Jahren. In der TIOBE-Rangliste der Programmiersprachen ist sie langsam gesunken, und die letztjährige Analyse der Dice-Stellenausschreibungsdaten zeigte einen starken Rückgang der Zahl der Unternehmen, die nach Ruby-Sprachkenntnissen suchten. Burning Glass sagt voraus, dass die Zahl der Ruby-Jobs im nächsten Jahrzehnt um 8,1 Prozent zurückgehen wird.
Hier geht's zum englischsprachigen Original-Artikel von Nick Kolakowski.

Bernhard Lauer
Autor(in) Bernhard Lauer


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