Firmenfachbeitrag 25.09.2023, 08:30 Uhr

Gibt es einen idealen Weg in die Cloud?

Unter dem Getöse der Cloud-Werbetrommeln ist auf dem Spielfeld für Infor­matiklösungen kaum ein Wort zu verstehen. Die Anbieter von Cloud Infrastruktur dominieren die Gestaltung der öffentlichen Wahrnehmung beliebig. Was gilt es für den Weg in die Cloud zu beachten?
Die Auswahl des geeigneten Betriebsmodells fordert höchste Aufmerksamkeit.
(Quelle: Shutterstock/jijomathaidesigners)
Heute, da der kombinierte Börsenwert der drei führenden Cloud-Anbieter Microsoft, Google und Amazon bereits 5'200 Milliarden USD übersteigt und diese «Hyperscaler» weiter gigantische Volumen an Neugeschäft anziehen, fragen sich immer mehr Unternehmerinnen, Manager, sowie Verantwortliche in Verwaltungen und Organisationen der öffentlichen Hand, wie der ideale Weg in die Cloud aussehen könnte. Müssen bisherige IT-Strategien auf den Kopf gestellt werden? Sind noch vor kurzem getätigte Investitionen und vereinbarte Betriebs- und Supportverträge über den Haufen zu werfen? Werden vielleicht sogar einmalige Chancen verschlafen?

Eine Auslegeordnung

Ein Cloud-Anbieter muss auf mehrere Standorte verteilte, miteinander verbundene IT-Ressourcen bereitstellen, unterhalten, und deren Nutzung abhängig von Form und Umfang anbieten können. Auf dieser Basis werden unterschiedliche Cloud Nutzungsmöglichkeiten definiert:
  • Infrastructure as a Service (IaaS): Umfasst die Netzwerkkomponenten, Computer, Hauptspeicher und Massenspeicher. Auch Cloud Speicher, die vielfach im privaten Umfeld genutzt werden, basieren auf diesen Formen von Infrastruktur.
  • Platform as a Service (PaaS): Umfasst die Server-Virtualisierung, Betriebssysteme, Datensicherung, sowie die technische Aktualisierung der aus Hardware und systemnaher Software bestehenden Plattform.
  • Software as a Service (SaaS): Umfasst vollständige Produkte, die von einem Serviceanbieter ausgeführt, gepflegt und verwaltet werden. Von schlanken Anwendungen wie Gmail bis hin zu voll integrierten ERP-Lösungen, wie sie etwa unter dem Programm RISE with SAP S/4HANA bereitgestellt werden.
Auf dieser Form der IT-Infrastruktur aufbauend sind unterschiedliche Betriebsmodelle möglich. Diese Modelle lassen sich der Anschauung halber am ehesten mit der Nutzung von Wohn- oder Büroliegenschaften vergleichen:

Public Cloud bei Hyperscaler: Wohnblock für Mieter

In der Public Cloud wird die genutzte Infrastruktur wo immer technisch möglich unter allen Anwendern geteilt. Public Cloud Lösungen müssen dafür stringent standardisiert ausgeprägt sein. Im übertragenen Sinn betrachten wir hier die klassische Mietwohnung. Passen Grösse und Ausbaustandard, ist dieses beliebte Modell problemlos nutzbar. Der Public Cloud «Mieter» muss sich nicht um die Instandhaltung, die Sicherheit und den Betrieb kümmern, er kann innerhalb seiner vier virtuellen Wände machen, was er möchte, solange er sich an die Rahmenbedingungen hält. Entsteht jedoch das Bedürfnis nach einem zusätzlichen Wohnzimmer, wird er «umziehen» müssen, da keine individuellen Ausbaumöglichkeiten bestehen.

Private Cloud bei Hyperscaler: Reihen-Einfamilienhaus

Auch dieses Modell wird sinnbildlich gemietet und teilt sich gewisse Infrastruktur- und Lösungskomponenten mit anderen «Bewohnern» entlang der gleichen Strasse. Hier bestehen aber Möglichkeiten, gewisse, vom Lösungsanbieter unterstützte Anpassungen an der Lösung vorzunehmen. Weiterführende, funktionale und architektonische Individualisierungen sind jedoch auch hier nicht vorgesehen, da der Lösungsanbieter im Sinne möglichst effizienter Prozesse für Unterhalt und Weiterentwicklung so nahe wie möglich am Standard operieren muss.

Private Cloud bei Service Provider: wirtschaftliches Eigenheim

Schweizer Private Cloud Service Provider wie die Innflow AG ergänzen das Cloud-Angebot mit zusätzlichen Komfortstufen. Anwender dieses Betriebsmodells nutzen im übertragenen Sinn ein auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes, top-modernes Haus auf einem weitläufigen, sehr gut erschlossenen und abgesicherten Gelände, das durch einen persönlichen Hauswartungs-Service betreut wird und auch gleichgesinnten Nachbarn als Basis dient. Zwar nutzen diese Anwender ebenfalls Standardsoftware, jedoch steht es ihnen offen, ihre Lösung strategischen Überlegungen folgend anzupassen, zu ergänzen, nach aussen hin mit weiteren Cloud Lösungen zu verbinden, und elastisch wachsen oder schrumpfen zu lassen.

Richtige Wahl ist entscheidend

Die Auswahl des geeigneten Betriebsmodells fordert höchste Aufmerksamkeit. Als übergeordneter Grundsatz gilt: Das Betriebs- folgt dem Geschäftsmodell. Auch wenn globale Marketing-Botschaften gewisse Betriebsmodelle derzeit stark bevorzugen, muss die digitale Wohnumgebung auf die heutigen und die in der Geschäftsentwicklung geplanten Anforderungen passen. Folglich müssen das Geschäftsmodell, das Ziel-Betriebsmodell, die strategischen Entwicklungen auf die kommenden Jahre hinaus, sowie die geographischen Entwicklungen einer Organisation unbedingt in die Abklärungen mit einfliessen, noch bevor eine detaillierte Prüfung funktionaler und technischer Einflussfaktoren erfolgt (SAP Terminologie: Digital Discovery Assessment, DDA).
Die meisten Organisationen nutzen bereits integrierte Informationssysteme und müssen vor einer Migration in ein Cloud-Betriebsmodell festlegen können, ob der Schritt technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Datenstrukturen in Alt-Systemen, Schnittstellen zu kritischen Umfeldsystemen, länderspezifische Anforderungen sowie der strategisch erforderliche Funktionsumfang eines Informationssystems stehen im Vordergrund. Dabei ist unbedingt zu bedenken, dass funktionale und technische Unterdeckungen in Private Cloud Lösungen meist ausschliesslich durch organisatorische Anpassungen gelöst werden können.
Folglich ist der professionellen Unterstützung organisatorischer Veränderungen eine wesentlich grössere Bedeutung beizumessen. Zu diesem Zweck unterstützt die Innflow AG SAP Projekte seit einiger Zeit durch Beratung und Coaching für Unternehmensstrategien, die Verifizierung von Geschäfts- und Betriebsmodellen, sowie Organisational Change Management (OCM).

Lösungsflexibilität

Organisationen, die den Weg in eine Hyperscaler-basierte Public Cloud-Lösung aus den oben erwähnten Gründen noch nicht angehen können, steht der Zwischenschritt in die Private Cloud der Innflow AG offen. Dieses Betriebsmodell kombiniert den Komfort einer sicheren, flexibel skalierbaren und preiswerten Cloud Plattform mit einer maximalen Lösungsflexibilität, inklusive Schnittstellen zu Umfeld- und Cloud-Systemen. Zudem bietet die Innflow Private Cloud offene Migrations-Szenarien, wenn der Zeitpunkt für den Wechsel auf ein anderes Betriebsmodell reif ist.
Im Zentrum stehen die Bedürfnisse der kundenspezifischen Organisation. Das Innflow Team unterstützt und berät sämtliche gängigen Betriebsmodelle für SAP Kunden, von SAP S/4HANA Public Cloud bis hin zu hybriden Systemlandschaften, die dort funktionieren, wo die beste Unterstützung der sich stellenden Anforderungen gewährleistet ist.
Zum Autor
Patrick Meier
Innflow
Patrick Meier ist Co-Managing Director und Senior Partner der Innflow AG. Gemeinsam mit Thomas Hottinger und weiteren Kollegen gründete er 2004 das SAP-Beratungshaus. Ziel war von Anfang an, ein Full Service Provider zu werden. Die grosse Leidenschaft von Patrick Meier ist die Wildtierfotografie.
Zum Unternehmen: Die in Rotkreuz/ZG beheimatete Innflow AG ist einer der landesweit führenden Anbieter für die Gestaltung, Implementierung und den Betrieb SAP-zentrischer Informationssysteme. Innflow begleitet Kunden weltweit über den gesamten Lebenszyklus ihrer SAP-Systeme hinweg und verhilft ihnen beim Einsatz ihrer SAP-Lösungen zu Spitzenleistungen. Innflow steht für Projekte von höchster Qualität. Das rund 140-köpfige Team verfügt über langjährige Beratungserfahrung und beste Referenzen. Innflow ist eine kununu Top Company 2023.
Mehr Informationen: www.innflow.com
Dieser Beitrag wurde von der Innflow AG zur Verfügung gestellt und stellt die Sicht des Unternehmens dar. Computerworld übernimmt für dessen Inhalt keine Verantwortung.



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