b.Link-Plattform 19.05.2020, 11:48 Uhr

SIX macht vorwärts beim Open-Banking

Die Börsenbetreiberin SIX lanciert ihre Open-Banking-Plattform «b.Link» und stellt erste Anwendungen zur Verfügung.
(Quelle: SIX)
Die SIX hat ihre Open-Banking-Plattform «b.Link» lanciert. Über diese will die Börsenbetreiberin Finanzinstituten und Drittanbietern den Informationsaustausch ermöglichen. Sie sollen so Daten der Kunden mit deren Einverständnis gemeinsam nutzen können und neue Angebote sowie Services für sie erstellen.
Und zwar startet die Börsenbetreiberin nun mit zwei Anwendungen, mit denen sich Anbieter von Buchhaltungslösungen und Finanzinstitute via APIs verbinden können. Gemäss Communiqué soll es die Anwendung «Kontoinformationsservice für Buchhaltungslösungen und Finanzinstitute» Drittanbietern erlauben, von Banken detaillierte Konto- und Transaktionsinformationen für ihre Kunden zu beziehen und sie beispielsweise für den Abgleich mit der Buchhaltung zu nutzen. Mit dem Dienst «Zahlungseinlieferungsservice für Buchhaltungslösungen und Finanzinstitute» könnten Drittanbieter Zahlungen ihrer Kunden automatisiert bei deren Banken in Auftrag geben. Danach sei lediglich die kundenseitige Freigabe der Zahlung im E-Banking notwendig, heisst es weiter.
Weitere Anwendungen will die SIX «entsprechend den Marktbedürfnissen» gemeinsam mit interessierten Teilnehmern evaluieren und umsetzen. Getestet wurde die Lösung bereits im Rahmen einer Pilotphase. Unterstützt wurde die SIX beim Marktstart der Plattform eigenen Angaben zufolge von der SaaS-Business-Software-Firma Klara, der Credit Suisse, der Neuen Aargauer Bank sowie der UBS.
Die Open-Banking-Plattform b.Link ermöglicht den Datenaustausch zwischen Finanzinstituten und Drittanbietern
Quelle: SIX
Aus Sicht der SIX können sich Drittanbieter und Finanzinstitute dank der Plattform stärker auf die Entwicklung von Dienstleistungen und Angeboten für ihre Endkunden fokussieren. Die Börsenbetreiberin stelle derweil die nötigen Regelwerke und die Infrastruktur bereit. Die Sicherheit der Partner im Umgang mit sensiblen Finanzdaten werde durch die b.Link-Zulassungsprüfung sichergestellt. Diese führe die SIX jeweils durch, bevor ein Teilnehmer auf die Plattform aufgeschaltet wird. Und der rechtliche Rahmen werde von der Börsenbetreiberin durch einen einheitlichen Vertrag für jeden Teilnehmer definiert. Dieser soll aufwendige bilaterale Verhandlungen überflüssig machen.
Gemäss Marco Menotti, Head Business Unit Banking Services bei SIX, schafft das Unternehmen mit b.Link «das Fundament für innovative Produkte der Teilnehmer und stärkt den Finanzplatz Schweiz». Ihm zufolge orientiere sich SIX dabei an den Markt- und Kundenbedürfnissen und werde die Anwendungsfälle kontinuierlich ausbauen.
Laut Communiqué will die SIX nun weitere Banken und Drittanbieter auf die Plattform bringen. Ab September plane auch die Zürcher Kantonalbank, diese zu nutzen. Mit weiteren Banken und Drittanbietern würden gegenwärtig «intensive Gespräche» geführt, heisst es abschliessend.


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