Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Identitätsmissbrauch wird zum dominierenden Einfallstor

Kompromittierte Identitäten haben sich zum wichtigsten Einfallstor für Cyberangriffe entwickelt. Das zeigt der Annual Threat Report 2026 des KI-Cybersicherheitsanbieters Darktrace, der die globale Bedrohungslage des Jahres 2025 analysiert.
© Darktrace

Demnach begannen in Europa 58 Prozent der untersuchten Sicherheitsvorfälle mit kompromittierten Cloud- oder E-Mail-Konten und übertrafen damit klassische netzwerkbasierte Intrusionen, die 42 Prozent ausmachten.

Besonders stark betroffen war Deutschland, das innerhalb der EMEA-Region das am häufigsten angegriffene Land war. Die meisten Vorfälle entfielen auf Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Hintergrund ist laut Darktrace eine strukturelle Veränderung der Angriffsmethoden. Durch Cloud-Transformation, SaaS-Nutzung und hybride Arbeitsmodelle verliere der klassische Netzwerkperimeter an Bedeutung. Angreifer verschaffen sich stattdessen Zugriff über gestohlene Zugangsdaten und bewegen sich mit legitimen Berechtigungen innerhalb der Infrastruktur. Mehr als 8,2 Millionen Phishing-Mails zielten 2025 gezielt auf privilegierte oder hochrangige Nutzer mit erweiterten Zugriffsrechten.

Auch kritische Infrastrukturen geraten verstärkt ins Visier. Im Gesundheitswesen richteten sich 33 Prozent der Phishing-Mails an privilegierte Nutzer, im Finanzsektor 30 Prozent und im Energiesektor 20 Prozent. In mehreren europäischen Vorfällen dienten kompromittierte SaaS-Accounts als Ausgangspunkt für weitergehende Aktivitäten in operativen Umgebungen.

Mit der zunehmenden Verlagerung geschäftskritischer Prozesse in Cloud- und SaaS-Umgebungen steigt zudem das systemische Risiko durch kompromittierte Accounts. Darktrace-Honeypot-Daten zeigen, dass 43,5 Prozent der beobachteten Malware-Samples auf Microsoft Azure zielten, 33,2 Prozent auf Google Cloud Platform und 23,2 Prozent auf AWS. Docker-Umgebungen standen bei etwas mehr als der Hälfte der erfassten Angriffsversuche im Fokus.

Trotz neuer Angriffsvektoren bleibt E-Mail ein zentraler Einstiegspunkt. Darktrace identifizierte 2025 weltweit mehr als 32 Millionen hochgradig wahrscheinliche Phishing-Mails. Über 1,2 Millionen davon nutzten QR-Codes, 1,6 Millionen neu registrierte Domains, und 70 Prozent bestanden DMARC-Authentifizierungsprüfungen. Rund 41 Prozent der Fälle waren gezielte Spear-Phishing-Angriffe.

Parallel dazu steigt die Zahl veröffentlichter Schwachstellen weiter an. 2025 wurden weltweit 48.185 CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures) registriert – ein Anstieg um 20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Darktrace zeigte sich in mehreren Fällen, dass Exploits bereits Tage oder Wochen vor der offiziellen Offenlegung aktiv ausgenutzt wurden, unter anderem bei SAP NetWeaver und Ivanti.

Der Report basiert auf Analysen der globalen Darktrace-Kundenbasis sowie auf Daten aus dem gesamten Jahr 2025, darunter Verhaltensanomalien, Bedrohungsbenachrichtigungen und reale Vorfälle. Ergänzt wurden diese Erkenntnisse durch Informationen von Behörden, Cyber-Intelligence-Partnern und Open-Source-Quellen.
 

Hacking Ransomware
Anzeige

Neueste Beiträge

Starface-Gründer Florian Buzin zieht sich zurück
Nach mehr als 20 Jahren verabschiedet sich Florian Buzin Ende 2026 aus dem Unternehmen, das er selbst mit aufgebaut hat. Die Führung von Starface, Estos und Gamma Deutschland liegt bereits seit längerem bei einem fünfköpfigen Managementteam.
3 Minuten
13. Aug 2026
Honor stellt das Robot Phone offiziell vor
Mit dem Robot Phone bringt Honor in China ein neuartiges Smartphone-Konzept auf den Markt. Das Gerät hat einen ausfahrbaren Arm für die drehbare Kamera, die mit einem Gimbal stabilisiert wird.
2 Minuten
13. Aug 2026
10 Jahre Schweizer Robotikfirma KEMARO
KEMARO feiert sein 10-jähriges Bestehen. Was 2016 mit der Vision dreier Schweizer Ingenieure begann, industrielle Reinigung durch autonome Robotik neu zu denken, hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem international tätigen Technologieunternehmen entwickelt.
4 Minuten
14. Aug 2026

Das könnte Sie auch interessieren

«Sicherheit schafft Vertrauen auf digitalen Marktplätzen» - Mostafa Hassanin, SMG Swiss Marketplace Group
Millionen von Menschen in der Schweiz nutzen Online-Marktplätze wie Ricardo, tutti.ch, Homegate, ImmoScout24 oder AutoScout24. Mostafa Hassanin verantwortet als Group CISO/CSO der SMG Swiss Marketplace Group die Cybersicherheitsstrategie hinter diesen Plattformen. Dabei zeigt sich: KI wird dort eingesetzt, wo sie Risiken schneller erkennbar macht und den Schutz der Nutzer:innen konkret stärkt.
6 Minuten
Digital Business im Fokus: Wohin geht die Reise? - Computerworld Ausgabe 2/2026
Autonomie und Souveränität werden inzwischen als Schlagworte mindestens ebenso häufig verwendet wie Künstliche Intelligenz und Datenschutz. Automatisierung und die Transformation zu einer hohen Dichte an KI-Agenten in Unternehmen werden die Zukunft des Digital Business prägen. Daraus entsteht ein Mix, der spannender und komplexer nicht sein könnte. Die Digitalisierung hat Dimensionen erreicht, die sich - Ironie des Wandels - fast nur noch mit KI bewältigen lassen. Höchste Zeit also für einen Überblick. 
2 Minuten
Rohde & Schwarz bündelt Netzwerk- und Security-Geschäft - Business Moves
Rohde & Schwarz führt seine beiden Tochtergesellschaften LANCOM Systems und Rohde & Schwarz Cybersecurity zusammen. Per 1. Juli 2026 entsteht daraus die neue Rohde & Schwarz Networks and Cybersecurity GmbH. Ziel der Fusion ist es, das Angebot an Netzwerk- und Cybersicherheitslösungen unter einem gemeinsamen Dach auszubauen und das internationale Wachstum zu beschleunigen.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige