Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Stromverbrauch und Effizienzpotenziale von Rechenzentren in der Schweiz

2024 betrug der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz 2,1 TWh, was ungefähr 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs entspricht. Bis 2030 wird ein Anstieg des Stromverbrauchs der inländischen Rechenzentren auf 2,5 bis 3,2 TWh erwartet. 

Alps Supercomputer

© CSCS

Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die von EnergieSchweiz, einem Programm des Bundesamtes für Energie (BFE), in Auftrag gegeben wurde.

Seit der letzten Erhebung im Jahr 2019 ist der Verbrauch von Rechenzentren um knapp 20 Prozent gestiegen. Während bei den grossen kommerziellen Rechenzentren (44 % des Verbrauchs) eine deutliche Zunahme verzeichnet wurde, stagniert oder sinkt der Verbrauch vieler unternehmensinterner Rechenzentren (56 % des Verbrauchs). Der Grund liegt in Effizienzsteigerungen und IT-Auslagerungen in die Cloud oder an spezialisierte Anbieter. Dies erklärt, warum der Verbrauch gesamthaft nur moderat zugenommen hat.

Die letzte Studie von 2019 berücksichtigte auch Serverräume und hatte dadurch einen grösseren Untersuchungsumfang. Um die Erhebung zu vereinfachen, wurden die Serverräume diesmal nicht einbezogen. Bei gleicher Systemgrenze betrug der Verbrauch 2019 insgesamt 1,77 TWh, was 3,1 Prozent des damaligen Schweizer Stromverbrauchs ausmachte. Der Verbrauch stieg von 2019 bis 2024 um 18 Prozent (durchschnittlich 3,4 % jährlich).

Das verbleibende Energieeffizienzpotenzial wird auf rund 0,8 TWh geschätzt, also fast 38 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Rechenzentren in der Schweiz. Der Spielraum für Verbesserungen ist bei der IT-Ausstattung etwas grösser als bei der Gebäudeinfrastruktur.

Die künstliche Intelligenz (KI) spielt derzeit eine untergeordnete Rolle.

Einzig die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich betreibt am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) in Lugano einen KI-Supercomputer. Unternehmen sowie Privatpersonen nutzen im Ausland vortrainierte KI-Modelle. In der Schweiz gibt es noch keine Rechenzentren, die auf das Trainieren von Large Language Models (LLM, grosse Sprachmodelle) ausgelegt sind. Solche Rechenzentren weisen eine Leistung von mehreren Hundert Megawatt auf. Die in der Schweiz gebauten grossen Rechenzentren dienen bisher vor allem Cloud-Anwendungen.

Laut dem Bericht zur Studie «Rechenzentren in der Schweiz – Stromverbrauch und Effizienzpotenzial» könnte der Gesamtstromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz bis 2030 auf 2,5 bis 3,2 TWh anwachsen. Der Verbrauch kommerzieller Rechenzentren könnte sich mehr als verdoppeln. Gemäss diesem «maximalen» Szenario könnte der Stromverbrauch der Schweizer Rechenzentren bis 2030 auf 3,5 TWh steigen (was 6,0 % des 2024 in der Schweiz verbrauchten Stroms entspricht). Das BFE beabsichtigt, den Verbrauch und die Effizienz von Rechenzentren in den nächsten Jahren verstärkt zu überwachen.

Kurzbericht «Rechenzentren in der Schweiz – Stromverbrauch und Effizienzpotenzial» (PDF)
 

Rechenzentrum
Anzeige

Neueste Beiträge

Schleichende Preiserhöhungen bei Handy-Abos
Telekomunternehmen wollen mit Aktionsangeboten Neukunden gewinnen. Nach Vertragsabschluss erhöhen aber einige schrittweise den Abo-Preis. Der prozentuale Preisanstieg bei Salt ist am höchsten, gefolgt von Lebara, Yallo, Sunrise, Wingo und Swisscom.
4 Minuten
Bundesrat wählt Tobias Walser in den ETH-Rat
Der Bundesrat hat den Umweltnaturwissenschaftler Tobias Walser als Delegierten der Hochschulversammlungen der ETH Zürich und der EPFL in den ETH-Rat gewählt.
2 Minuten
Navimow/Segway H5 Pro: Rasenpflege deluxe - IFA 2026
Segway Navimow könnte mit dem auf der IFA (4. bis 8. 9. 2026 in Berlin)  präsentierten H5 Pro der ganz grosse Wurf gelungen sein. Der Mähroboter verspricht eine nahtlose Kombination aus präziser Sensorik, hoher Geländegängigkeit und konsquentem Kantenmähen.
4 Minuten
3. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Alte Smartphones statt neue Rechenzentren - Alessandro De Carli, Acurast Association
Braucht es immer mehr leistungsfähige Rechenzentren? Nicht unbedingt, sagt Alessandro De Carli, Präsident der Acurast Association und CEO der Papers AG. Statt neue Server zu bauen, nutzt seine Plattform Acurast die Rechenleistung ausrangierter Smartphones. Im Interview erklärt er, weshalb darin enormes Potenzial für nachhaltiges Cloud Computing steckt.
6 Minuten
«Europa braucht dringend regionale Hyperscaler» - Quotes & Thoughts
Martin Bichler, Regional Country Manager DACH bei Climb Channel Solutions, warnt: Die bislang kaum vorhandene europäische Alternative zu den grossen Hyperscalern wird zur wachsenden Versorgungslücke.
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige