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Künstliche Intelligenz ist schlecht fürs Lernen

Künstliche Intelligenz (KI) erleichtert intellektuelle Arbeit und soziale Interaktion, doch das kann laut Forschern der University of Toronto negative psychologische Folgen haben.
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© EMGenie

In einem Beitrag in "Communications Psychology" argumentieren die Autoren, dass die grösste Stärke der KI, nämlich die Beseitigung von Problemen bei der Arbeit und in Beziehungen, gleichzeitig auch eine Schwäche ist.

Wichtige Prozesse geschwächt

Anstrengung und die Überwindung von Schwierigkeiten spielen eine entscheidende Rolle beim Lernen, bei der Motivation und bei menschlichen Erfahrungen. Durch die Beseitigung dieser Faktoren könnte die KI diese wesentlichen Prozesse schwächen und den Erfolg beeinträchtigen. "Die grösste Stärke der KI ist ihre Fähigkeit, schwierige Aufgaben mühelos zu erledigen", so Forscherin Emily Zohar in ihrer Analyse.

Aber Anstrengung sei nicht nur eine Belastung, sondern auch das, was Menschen beim Erlernen von Fähigkeiten helfe und einen Sinn im Leben zu finden. "Indem sie Anstrengung aus dem Leben entfernt und das Ergebnis über den Prozess stellt, droht KI die Kämpfe, aus denen wir lernen, und die Einsamkeit, die uns verbindet, zu beenden und die Arbeit, die das Leben sinnvoll macht, zu entwerten", meint die Expertin.

Verständnis sowie Fähigkeiten

Früher gelangen technologische Fortschritte nur durch Überwindung von teilweise grossen Hindernissen, was das Know-how der Entwickler bereicherte. Jetzt löst KI viele dieser Probleme. Psychologische Untersuchungen zeigen, dass mühsames Arbeiten den Lernerfolg verbessert und das Gedächtnis stärkt. Wenn Menschen sich mit Aufgaben wie Schreiben, Problemlösen oder kreativem Denken auseinandersetzen, entwickeln sie ein tieferes Verständnis und grössere Fähigkeiten.

KI-Systeme, so die Forscher, können sofort ausgefeilte Ergebnisse liefern und damit möglicherweise die kognitiven Prozesse umgehen, die das Lernen unterstützen. "Wenn KI die Lösung schwieriger Aufgaben übernimmt, verlieren wir vielleicht die Möglichkeit, Kompetenz und Selbstvertrauen aufzubauen", ergänzt Paul Bloom von der Yale University.

Anstrengung trage dazu bei, dass Erfolge als persönlich und bedeutsam empfunden würden. "Menschen neigen dazu, Ergebnisse mehr zu schätzen, wenn sie hart dafür gearbeitet haben", so Bloom weiter. Wer einen Berg zu Fuss erklommen habe, sei darauf stolz, nicht jedoch, wenn er den Sessellift genommen habe.

Die Forscher haben auch die Rolle der KI als Quelle emotionaler Unterstützung und als Mittel gegen Einsamkeit untersucht. Das könne kontraproduktiv sein, denn Einsamkeit erfülle einen wichtigen Zweck. Sie motiviere Menschen dazu, soziale Kontakte zu suchen. "Einsamkeit kann uns ermutigen, auf andere zuzugehen und in Beziehungen zu investieren. Wenn KI dieses Signal beseitigt, kann das die Motivation verringern, menschliche Beziehungen aufzubauen und zu pflegen", so Zohar. (pressetext.com)
 

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