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Stablecoins könnten Bargeld langfristig ablösen

Digitale Währungen, deren Wert an stabile Referenzen wie den US-Dollar, den Euro oder Rohstoffe wie Gold gebunden ist, werden zunehmend nicht nur für den Handel, sondern auch als "Alltagsgeld" verwendet.
© ElenaR / Shutterstock.com

Menschen erhalten ihre Gehälter in diesen Stablecoins, legen einen Teil ihrer Ersparnisse darin an und bezahlen damit Dienstleistungen. Das geht aus dem "Stablecoin Utility Report 2026" des Finanzdienstleisters BVNK hervor. 4.658 Menschen in 15 Ländern sind befragt worden.

Stablecoins im Trend

Schätzungen nach zirkuliert von der Gesamtmarktkapitalisierung von Stablecoins im Gegenwert von rund 300 Mrd. Dollar bereits ein erheblicher Teil in der Realwirtschaft durch Zahlungen, Gehaltsabrechnungen und Ersparnisse. 54 Prozent der befragten Krypto-Nutzer sagen, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten Stablecoins gehalten haben. 56 Prozent planen, ihre Bestände im kommenden Jahr zu erhöhen. Unter denjenigen, die noch keine Stablecoins besitzen, wollen 13 Prozent diese zum ersten Mal zu kaufen.

Die Hälfte der aktuellen Besitzer hat seine Bestände im vergangenen Jahr erhöht. Im Durchschnitt halten die Nutzer etwa ein Drittel ihrer gesamten Ersparnisse in Kryptowährungen und Stablecoins. Das signalisiert einen Mentalitätswandel: Digitale Vermögenswerte werden nicht mehr nur als Spekulationsinstrumente betrachtet, sondern Teil umfassenderer Finanzstrategien, schreiben die Experten in ihrem aktuellen Bericht.

Hohe Akzeptanz in Afrika

Die Akzeptanz ist in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere in Afrika, am höchsten. Der Grund: In Ländern mit volatilen Landeswährungen oder ineffizienten grenzüberschreitenden Zahlungssystemen bieten Dollar-basierte Token eine bequemere Alternative. 35 Prozent des Jahreseinkommens der befragten Freiberufler und Verkäufer wird mittlerweile in Stablecoins ausgezahlt. Fast drei Viertel sagen, dass dies die Zusammenarbeit mit internationalen Kunden erleichtert.

Halten Nutzer ein Drittel ihrer Ersparnisse in Stablecoins, deutet das auf eine allmähliche Abkehr von traditionellen Bankeinlagen hin. Die Londoner Bankengruppe Standard Chartered schätzt, dass bis zu eine Bio. Dollar aus Schwellenländern letztendlich in Stablecoins fliessen könnten.

Reiz liegt in Zugänglichkeit

Für Nutzer liegt der Reiz vor allem in der Zugänglichkeit. Die Eröffnung einer Krypto-Wallet ist oft einfacher als die Einrichtung eines Fremdwährungskontos, und Überweisungen dauern nur wenige Minuten. Gleichzeitig nimmt die regulatorische Kontrolle zu, da manche Regierungen prüfen, wie sich Stablecoins auf die Geldpolitik und die Kapitalkontrollen auswirken könnten.

Setzt sich dieser Trend fort, schreiben die Studienautoren abschliessend, könnten Stablecoins als Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und dem Kryptomarkt dienen und sich allmählich zu einem globalen digitalen Äquivalent von Bargeld in Dollar entwickeln. (pressetest.com)

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