Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 5 Min.

«Die Schweiz tickt lokal – das ist unsere Stärke»

Sharp positioniert sich in der Schweiz neu als integrierter B2B-Anbieter. Warum Nähe, KMU-Fokus und flexible Partner-Modelle entscheidend sind, erklären Irene Cavelti und François Müller, Sharp Schweiz, im Interview.
François Müller, Head of Sales, und Irene Cavelti, Head of Marketing & Communications, Sharp Schweiz, im Gespräch mit Computerworld-Chefredaktor Christian Bühlmann (rechts).
© (Quelle: Computerworld)

Computerworld: Die Schweiz ist ein kleiner, aber sehr anspruchsvoller Markt. Worin unterscheiden sich die Erwartungen Schweizer Kunden aus Ihrer Sicht von anderen europäischen Ländern?

François Müller: Ganz klar: Sprache und Nähe. In der Schweiz sprechen wir im Business drei Sprachen – Deutsch, Französisch, Italienisch – plus Dialekt. Kunden erwarten, dass sie in ihrer Sprache und Kultur abgeholt werden. Dazu kommt die starke KMU-Prägung. Viele Unternehmen sind klein oder mittelgross und erwarten lokale Betreuung und persönliche Beziehungen.

Irene Cavelti: Diese Nähe ist entscheidend. Schweizer Kunden wollen wissen, wer sie betreut, wer Verantwortung übernimmt und wer im Problemfall greifbar ist. Das prägt unsere Organisation und unsere Partnerstrategie.

Computerworld: Welche Rolle spielen dabei die Partner?

François Müller: Eine absolut zentrale Rolle. Unsere Partner sind lokal verankert, kennen ihre Kunden und deren Umfeld. Ein Partner in Lugano versteht seine Kunden anders als jemand aus Zürich – und genau das ist ein Vorteil. Diese lokale Stärke können und wollen wir nicht zentralisieren.

Computerworld: Sharp befindet sich im Umbau, auch durch Akquisitionen. Ziel ist ein integriertes Angebot «aus einer Hand». Funktioniert das in der Schweiz?

François Müller: Ja – und zwar genau deshalb. Viele KMU sagen uns: «Ich habe zu viele Anbieter. Wer ist wofür zuständig?» Sie brauchen jemanden, der Verantwortung übernimmt, fast wie eine interne IT. Viele Unternehmen können sich diese intern nicht leisten. Genau hier setzt unser Ansatz an – mit IT-Services, Security, Infrastruktur und Workplace-Lösungen. Wir sind mit der Akquisition von IT-Point in der Schweiz gut aufgestellt. Das Know-how ist da, die Präsenz ist da – und für bestehende Kunden bleibt die Kontinuität gewahrt. 

Mit der neuen Marke «Sharp DX» bündelt Sharp seine IT-Services in Europa. Sharp DX adressiert KMU mit Cloud-, Security-, Managed-Services- und KI-Angeboten und unterstreicht den strategischen Ausbau des europäischen Servicegeschäfts. © Quelle: Sharp

Computerworld: Braucht es dafür auch eine neue Wahrnehmung von Sharp im Markt?

Irene Cavelti: Ja. Deshalb haben wir eine umfassende Repositionierung gestartet – visuell, kommunikativ und strategisch. Neues Corporate Design, neuer Auftritt, neue Farbwelt. Ziel ist, dass Sharp moderner, frischer und klar als B2B-Marke wahrgenommen wird. Das geht nicht über Nacht. Aber seit der Lancierung im Herbst sieht man die Veränderungen bereits – etwa auf der Website und in der Kommunikation.

Computerworld: Verändert diese Neuausrichtung auch die Partnerlandschaft?

François Müller: Ja und nein. Wir suchen keine globalen Player, sondern die richtigen lokalen Partner. Loyalität ist uns wichtig – auf beiden Seiten. Eine Partnerschaft ist für uns mehr als eine reine Geschäftsbeziehung. Wir setzen bewusst keine Zielzahlen wie zum Beispiel «50 Partner in fünf Jahren». Entscheidend ist, dass Partner langfristig mit uns wachsen wollen.

Computerworld: Bleibt eine Partnerschaft attraktiv, wenn Sharp selbst mehr IT-Kompetenz aufbaut?

François Müller: Ja, weil wir niemandem das Geschäft wegnehmen wollen. Aktuell verkaufen wir keine IT-Services über den Partnerkanal. Wir diskutieren offen mit unseren Partnern, wie sie sich entwickeln wollen – und wie wir sie dabei unterstützen können.

Irene Cavelti: Partner können selbst entscheiden, welche Services sie nutzen oder integrieren** wollen. Flexibilität ist entscheidend. Es gibt kein Zwangsmodell.

Computerworld: Also eher ein Baukasten statt starre Partnerkategorien?

François Müller: Genau. Kategorien schaffen Schubladen – und die wollen wir vermeiden. Ein Partner kann 20, 50 oder 100 Prozent unseres Angebots nutzen. Wichtig ist der Dialog. Wir wollen inspirieren, nicht diktieren.

Computerworld: Sharp ist japanisch geprägt und Teil der Foxconn-Gruppe. Viele erwarten da eher Top-down-Kultur. Wie passt das zu diesem partnerschaftlichen Ansatz?

François Müller: Unsere Stärke ist, dass Vertrieb und Services lokal gesteuert werden. Niemand aus Japan sagt uns, wie wir in der Schweiz verkaufen sollen. Wir passen Lösungen, Angebote und Kommunikation an den Markt an.

Irene Cavelti: Was man an Events wie Inspire sieht, ist kein Zufall: offener Austausch, wenig Politik, viel Dialog. Wir lernen auch von unseren Partnern – das ist keine Einbahnstrasse.

Computerworld: Was unterscheidet Sharp heute von Wettbewerbern mit ähnlichem Portfolio?

François Müller: Zwei Dinge: Kontinuität und Substanz. Unsere Transformation läuft seit rund zehn Jahren. Akquisitionen wurden nicht opportunistisch getätigt, sondern strategisch: Passt das Know-how? Ergänzt es das Gesamtbild? Zweitens: die Kombination aus IT-Services, Security, Infrastruktur, Displays und Workplace-Lösungen – integriert, aber lokal umgesetzt. Das macht uns im Markt einzigartig.

Computerworld: Wo steht Sharp heute auf dieser Reise?

Irene Cavelti: Die Repositionierung ist kein Projekt mit Enddatum. Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht, aber jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: dranbleiben, erklären, sichtbar bleiben. Unser Ziel ist klar:

Sharp soll in der Schweiz nicht mehr nur als Gerätehersteller wahrgenommen werden, sondern als verlässlicher IT- und Workplace-Partner. 

Computerworld: Vielen Dank für das inspirierende Gespräch.

Zur Person

Irene Cavelti

Head of Marketing & Communications, Sharp Electronics (Switzerland) AG

Irene Cavelti ist für Marketing, Kommunikation und Marktpositionierung von Sharp in der Schweiz zuständig. Sie begleitet insbesondere die strategische Repositionierung der Marke und die Kommunikation des erweiterten Lösungs- und Serviceangebots.

Zur Person

François Müller

Head of Sales, Sharp Electronics (Switzerland) AG

François Müller verantwortet das Vertriebs- und Partnergeschäft in der Schweiz. Seine Rolle umfasst Sales, Go-to-Market sowie die Weiterentwicklung des lokalen Partner-Ökosystems im B2B-Umfeld.

IT-Services Business & IT-Strategie Collaboration ICT-Branche
Anzeige

Neueste Beiträge

Deutschland startet Umsetzung des AI Acts - KI-Regulierung
Mit einem Durchführungsgesetz legt die Bundesregierung fest, welche Behörden künftig KI-Systeme überwachen. Wirtschaftsverbände begrüssen den Schritt, warnen aber vor zusätzlicher Bürokratie und möglichen Innovationshemmnissen.
4 Minuten
13. Feb 2026
Chip macht autonome Autos reaktionsschneller
Forscher der University of Hong Kong, der Beihang University, weitere Kollegen aus China und Saudi-Arabien sowie von der Universität in Cambridge haben einen neue Hardware in Form eines Chips zur schnelleren Reaktion für autonom fahrende Autos und Roboter entwickelt.
2 Minuten
Leiter Informatikdienste verlässt Stadtverwaltung Winterthur
Christian Manser, Leiter der Informatikdienste der Stadt Winterthur, verlässt die Stadtverwaltung per Ende Juni 2026 auf eigenen Wunsch. Er geht in die Privatwirtschaft.
2 Minuten
13. Feb 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Top-CIOs: Stefan Pleisch, Zurich Schweiz - Vorgestellt
Die CIOs der grössten Schweizer Firmen stellen sich vor und berichten von anstehenden Projekten sowie aktuellen Herausforderungen.
2 Minuten
Suchen und finden - das Leitmotiv der ICT Networkingparty 2026
Am 22. Januar 2026 versammelte sich die Schweizer ICT-Szene zum traditionellen Jahresauftakt im Bern­er Kursaal: die ICT Networking Party. Unter dem Motto «Wer sucht, der findet» stand das Programm ganz im Zeichen der Suche – nach Bedeutung, Orientierungswissen und überraschenden Einsichten.
3 Minuten
Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige