Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Rückhalt für Citysoftnet im Berner Stadtrat schwindet

Der Berner Stadtrat hat den fünften Nachkredit zu Citysoftnet am Donnerstag mit 43 zu 25 Stimmen genehmigt. Die Debatte zeigte, dass der Rückhalt im Parlament für das Fallführungssystem schwindet.
© (Quelle: citysoftnet)

Obwohl das Geld schon ausgegeben ist, lehnten vier Fraktionen den Nachkredit für 2024 in der Höhe von rund zwei Millionen Franken ab. Es fehle jegliche Kostentransparenz, kritisierte Janina Aeberhard namens der GLP/EVP-Fraktion.

Obwohl die Umstellung aufs kantonale System nahe, wolle die Stadt ihrem vermeintlichen Leuchtturmprojekt weiterhin Nachkredite nachschiessen, ärgerte sich Alexander Feuz (SVP). «Täglich grüsst das Murmeltier», fügte Oliver Berger (FDP) an. So könne es nicht weitergehen, befand auch Laura Curau (Mitte).

Anders sah es die GB/JA-Fraktion. Es sei wichtig, nun Stabilität zu schaffen, betonte Fraktionssprecherin Seraphine Iseli. Für die SP/Juso ergänzte Johannes Wartenweiler, es bringe nichts, mit einem Nein zum Nachkredit ein Zeichen setzen zu wollen.

«Möglichst lange Übergangsfrist»

Tatsächlich stehe künftig bei der Fallführung im Sozialbereich eine kantonale Lösung im Vordergrund, räumte er ein. Für die Stadt gehe es um eine möglichst lange Übergangsfrist, damit sie wenigstens einen Teil der Kosten für Citysoftnet amortisieren könne. Für den Nachkredit stimmten auch die GFL- und die AL/PdA/TiF-Fraktion.

Citysoftnet wurde von den Städten Bern, Basel und Zürich gemeinsam entwickelt. Bei der Einführung ging die Stadt Bern 2023 voraus und kämpfte zu Beginn mit massiven Problemen. Voll funktionsfähig wird das System erst 2026 sein.

Den fünften Nachkredit musste die Stadtregierung vorlegen, weil die Betriebskosten auch 2024 höher als erwartet ausfielen und weil auch die Personalkosten im Sozialamt in die Höhe schossen - eine Folge krankheitsbedingter Personalausfälle und der Arbeitslast.

Mittlerweile sei Citysoftnet auf Kurs, versicherte Gemeinderätin Ursina Anderegg (Grünes Bündnis). Die meisten Einführungsprobleme seien behoben worden, weitere Verbesserungen folgten nun laufend. Die Stadt Zürich habe das System Anfang 2025 eingeführt, das System funktioniere dort technisch recht gut.

Im Gespräch mit dem Kanton

Zurzeit läuft eine Vernehmlassung zur kantonalen Sozialhilfe-Verordnung. Der Kanton möchte, dass die Stadt Bern Citysoftnet spätestens Ende 2030 stilllegt und auf das neue kantonale System NFFS umsteigt.

«Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir zusammen mit dem Kanton eine gute Lösung finden werden», sagte Anderegg - eine Lösung, «die unserer Investition in Citysoftnet, aber auch dem Bedarf des Kantons an ein einheitliches Fallführungssystem gerecht werden wird.»

NFFS gebe es noch gar nicht, fügte sie an. Das neue System werde zurzeit ja erst einwickelt. Dabei könne der Kanton auch von den Stadtberner Erfahrungen profitieren.

Politik Digitalisierung Vergabe

Neueste Beiträge

«IT-Verantwortliche brauchen 2026 einen klaren Plan» - Quotes & Thoughts
Beat Müller, Director Systems Engineering, Switzerland & Austria, Nutanix, wagt den Blick auf die kommenden Monate und schätzt IT-Trends für 2026 ein. Dabei betont er die Wichtigkeit hybrider Multicloud-Modelle und das Bedürfnis nach Datensouveränität.
3 Minuten
Ganz privat im Web - Sicherheits-Tipps
Ein VPN-Service schützt Sie nicht nur beim Surfen, sondern wahrt auch Ihre Privatsphäre. Auf den folgenden Seiten erwarten Sie konkrete Produktempfehlungen und viele praktische Anwendungstipps.
9 Minuten
25. Jan 2026
Telekom bleibt wertvollste Telco-Marke - Markenranking
Die Telekom behauptet ihre Spitzenposition im globalen Markenranking von Brand Finance. Der Markenwert steigt deutlich, im Gesamtranking verbessert sich der Konzern auf Platz elf.
2 Minuten
25. Jan 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Berner Softwarefirma Xplain wird nach Deutschland verkauft - Übernahme
Der Berner IT-Dienstleister Xplain wird von der Schweizer Tochter der deutschen Chapters Group mit Sitz in Hamburg übernommen. Die Softwarefirma war wegen eines Cyberangriffs 2023 mit Folgen für die Bundesverwaltung bekannt geworden.
3 Minuten
18. Okt 2024
Wo sind die Leuchttürme der digitalen Schweiz? - Digital Economy Award 2024
Am 14. November lädt swissICT im Hallenstadion Zürich zur Preisverleihung des Digital Economy Award ein. Bevor es soweit ist, stehen die Tore für Bewerbungen aus der Schweizer Digitalwirtschaft noch bis zum 15. Mai 2024 offen.
4 Minuten
Swiss CIO & Cybersecurity in der neuen Computerworld-Ausgabe - Computerworld Ausgabe 4/2024
Die aktuelle Ausgabe zeigt, was die CIOs der grössten Schweizer Unternehmen bewegt. Stefan Fraude gibt Einblicke in die Transformation von Brack-Alltron und von Anna Kuruvilla erfahren wir, wie sich T-Systems in der Schweiz aufstellt. Doch das ist längst nicht alles.
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige