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Lesedauer 3 Min.

Partikel von Verputz und Farbe gefährden Winterthurer IT-Systeme

Mitarbeitende des Informatikdiensts der Stadt Winterthur haben in einem Rechenzentrum weisses Pulver entdeckt. Die als Partikel von Verputz und Farbe identifizierte Substanz ist zwar für Menschen unbedenklich, nicht aber für die Winterthurer IT-Systeme.
© (Quelle: EMGENIE)

Es besteht die Gefahr von Systemausfällen.

Das feine, weisse Pulver setzte sich auf und in sämtlichen IT-Geräten im Rechenzentrum in Schaffhausen ab, wo die Stadt Winterthur aus Ausfallsicherheitsgründen ein zweites Rechenzentrum betreibt. Dies geht aus einem Protokollauszug des Winterthurer Stadtrats von Anfang Juli hervor, der der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt und über den der «Landbote» am Mittwoch zuerst berichtete.

Eine Materialprobe zeigte auf, dass es sich bei dem Pulver um Partikel von Wand und Farbe handeln müsse, heisst es im Protokoll. Für Personen seien die Partikel nicht gefährlich, für die IT-Systeme hingegen schon. Die Informatikdienste der Stadt Winterthur (IDW) beurteilen die Situation als «sehr kritisch», heisst es.

«Erhebliche Risiken»

Die Kontamination der IT-Systeme bringe eine «Vielzahl erheblicher Risiken» mit sich. Es sei davon auszugehen, dass die Funktionalität der Systeme durch das Eindringen des Pulvers in empfindliche Bauteile wie Lüfter, Kühlkörper, Netzteile und Speicherkomponenten «massiv beeinträchtigt» sei. Aufgrund der unbekannten Eigenschaften des Pulvers bestehe jederzeit die Gefahr von Systemausfällen oder schleichenden Defekten.

Damit sei die eigentliche Sicherheitsarchitektur der IDW - basierend auf der synchronen Nutzung zweier Rechenzentren - durch den Zustand des Schaffhauser Standorts «faktisch ausgehebelt», steht im Protokollauszug.

Die Schadenssumme wird auf rund 2,5 Millionen Franken geschätzt. Es sei davon auszugehen, dass zumindest ein Teil des Schadens von einer Haftpflichtversicherung übernommen werde.

Der Schaden wurde bei der Vorbereitung auf den Umzug des zweiten Rechenzentrums von Schaffhausen nach Frauenfeld entdeckt. Dieser Umzug war ab 1. April vorgesehen. Nun kommt es zu Verzögerung. Der neue Zeitplan sieht eine Verschiebung der Migration in den Spätsommer oder auf Ende 2025 vor.

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