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Lesedauer 3 Min.

Nvidia warnt vor KI-Führung Chinas durch US-Exporthürden

Der Chipkonzern Nvidia hat hinsichtlich der US-Exporthürden für KI-Technik vor der führenden Position chinesischer Anbietern gewarnt. "Die Plattform, die in China gewinnt, kommt in die Position, global führend zu sein", sagte Nvidia-Chef Jensen Huang.
Das Nvidia-Hauptquartier im kalifornischen Santa Clara
© (Quelle: Nvidia)

Heute sei der chinesische Markt durch die Ausfuhrbeschränkungen aber faktisch verschlossen für die US-Industrie, kritisierte Huang. Chips von Nvidia wurden zuletzt zur Schlüsseltechnik für Künstliche Intelligenz (KI).

Abgesehen von den strategischen Überlegungen entgeht Nvidia durch die Exporthürden viel Geschäft. Allein im laufenden Vierteljahr dürften sie acht Milliarden Dollar Umsatz kosten, schätzte der Konzern bei der Vorlage von Quartalszahlen. Im vergangenen Quartal musste Nvidia deswegen 4,5 Milliarden Dollar abschreiben. Es sei eine Milliarde weniger gewesen als zunächst erwartet, da ein Teil der Technik anderweitig verwendet worden sei, hiess es.

US-Regierung bremst China-Geschäft

Schon unter dem vorherigen Präsidenten Joe Biden schufen die USA Hürden für den Verkauf der modernsten Hochleistungschips nach China. Nvidia konnte deswegen an chinesische Unternehmen nur eine langsamere Version mit dem Namen H20 liefern. Doch selbst diese Chipsysteme fallen seit Mitte April angesichts der Handelspolitik von Bidens Nachfolger Donald Trump unter Exportbeschränkungen. Davor verkaufte Nvidia H20-Chips im Wert von 4,5 Milliarden Dollar nach China. Nvidia betont, es sei technisch unmöglich, die aktuellen Chips noch weiter abzuspecken, um die Exportvorgaben zu erfüllen.

«Die Frage ist nicht mehr, ob China KI haben wird», sagte Huang. Das sei bereits der Fall. «Die Frage ist, ob einer der grössten KI-Märkte auf amerikanischen Plattformen laufen wird.» Wenn chinesische Anbieter keine US-Konkurrenz im eigenen Land hätten, mache sie das stärker und schwäche die amerikanische Position. Die US-Regierung sei davon ausgegangen, dass China keine Chips für Künstliche Intelligenz machen könne. «Diese Annahme war schon immer fragwürdig - und jetzt ist sie klar falsch», sagte der Nvidia-Chef.

«Unser Präsident will, dass Amerika gewinnt»

Huang lobte zugleich Trump in höchsten Tönen - unter anderem, weil dieser weitergehende Ausfuhrbeschränkungen der Biden-Regierung vor Inkrafttreten im Mai gestoppt hatte. «Präsident Trump will, dass US-Technologie führend ist», sagte der Nvidia-Chef in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

«Unser Präsident will, dass Amerika gewinnt», bekräftigte er kurz danach im TV-Sender CNBC. Huang begleitete Trump auf dessen Nahost-Reise, wo auch ein Rechenzentren-Projekt bekanntgegeben wurde, von dem Nvidia profitiert.

Weiter rasantes Wachstum

Auch ohne die China-Umsätze lässt der KI-Boom das Geschäft von Nvidia rasant wachsen. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent auf rund 44,1 Milliarden Dollar hoch. Nvidia übertraf damit Erwartungen der Wall Street. Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von zwölf Prozent. Für das laufende Quartal prognostizierte Nvidia trotz der Einbussen im chinesischen Markt einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar.

Der Gewinn von Nvidia stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um gut ein Viertel auf fast 18,8 Milliarden Dollar. Für die Aktie ging es im nachbörslichen Handel um fast fünf Prozent aufwärts.

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