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Wie Netzwerke die Power von KI entfesseln

KI beginnt mit einem sicheren Netzwerk. Dazu braucht es ein Umdenken und eine Neuausrichtung des digitalen Fundaments. Drei Gründe, warum die Modernisierung des Netzwerks für den Erfolg im KI-Zeitalter unerlässlich ist.
Das heutige sichere Netzwerk ist zur Plattform geworden und dient als operativer Motor jedes Unternehmens.
© (Quelle: Shutterstock/panumas nikhomkhai)

Künstliche Intelligenz wird zunehmend zum Haupttreiber für Innovationen in Unternehmen und verspricht, Branchen zu transformieren und neue Werte zu schaffen. Dennoch sind viele Unternehmen nicht vollständig darauf vorbereitet, ihr Potenzial auszuschöpfen. Der aktuelle «AI Readiness Index» von Cisco zeigt, dass in der Schweiz nur 9 % der Unternehmen vollständig bereit für KI sind, verglichen mit 13 % weltweit und 16 % in UK. Der Schweizer Wert hat sich in den letzten drei Jahren kaum verändert.

Mehr als nur Rechenleistung

Während sich viele Diskussionen in der Branche auf Rechenleistung, Daten und Modelle konzentrieren, zeigt der Aufstieg von Echtzeit-Agenten-KI eine kritische, oft übersehene Lücke: Die Notwendigkeit, das Fundament für diese neue Ära zukunftssicher zu machen.

KI ist netzwerkgebunden. Da immer aktive Modelle bis zu 100-mal mehr Rechenleistung, Speicher und Bandbreite benötigen, drohen traditionelle Netzwerke zu Engpässen bei Kapazität und Latenz zu werden.

Für KI-Aufgaben, die sofort ausgeführt werden müssen – wie selbstfahrende Autos oder automatisierter Aktienhandel – können selbst kleinste Verzögerungen Probleme verursachen.

Moderne Netzwerkinfrastrukturen müssen mehr als nur schnell sein. Sie müssen auch vor Cyberangriffen geschützt und stark genug für zukünftiges KI-Wachstum sein. Um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, müssen Unternehmen speziell entwickelte «KI-Superhighways» bauen – sichere Netzwerke, die nahtlos skalieren und verteilte KI-Workloads über Kern-, Cloud- und Edge-Umgebungen hinweg bewältigen. Ohne dieses Fundament werden selbst die besten KI-Investitionen scheitern.

Vom Netzwerk zum Maschinenraum

Über die Jahre wurde das Netzwerk als unterstützende Infrastruktur betrachtet, das leise den Datenfluss ermöglicht. Im KI-Zeitalter reicht diese Metapher nicht mehr aus. Der Wert, den Organisationen von KI erwarten – sei es die Automatisierung von Workflows, das Freischalten von Vorhersage-Insights oder das Ermöglichen neuer digitaler Erlebnisse – hängt von mehr als nur Rechenleistung oder cleveren Algorithmen ab. Zudem steigt die Nachfrage nach Echtzeit-Maschinendaten aus Geschäftsprozessen zur Schulung von KI-Modellen, was den Bedarf an detaillierteren und umfangreicheren Netzwerken erhöht. Dies beschleunigt die Integration von IT und OT und fördert die Verbreitung des Internet of Things (IoT).

«Moderne Netzwerkinfrastrukturen müssen mehr als nur schnell sein. Sie müssen auch vor Cyberangriffen geschützt und stark genug für zukünftiges KI-Wachstum sein.»

Enrico Mercadante

Das heutige sichere Netzwerk ist zur Plattform geworden: Es vereint Management und Fehlerbehebung, dient als erste Verteidigungslinie für Sicherheit, bietet End-to-End-Transparenz und orchestriert Ressourcen mit vorausschauender Präzision – und wird so zum operativen Motor jedes Unternehmens.

Widerstandsfähige, sichere Grundlagen

Die Sensibilität von KI-Datenströmen erhöht die Anforderungen an Sicherheit und Compliance. Die Risiken, an veralteter Infrastruktur festzuhalten, sind gravierend. 95 % der Technologie-Führungskräfte sagen, dass ein widerstandsfähiges Netzwerk für ihren Betrieb entscheidend ist, und 77 % haben bereits grössere Ausfälle durch Überlastung, Cyberangriffe oder Fehlkonfigurationen erlebt.

Ein sicheres Netzwerk bietet die architektonische Lösung für diese Herausforderungen. Da jedes Datenpaket das Netzwerk durchläuft, ist es der ideale Punkt für Erkennung und Durchsetzung, skalierbar und granular. Legacy-Architekturen können die Widerstandsfähigkeit, Leistung und Skalierbarkeit, die KI-getriebene Unternehmen benötigen, einfach nicht liefern. Die Folge? Ausfälle, Engpässe und verpasste Chancen, Cyberangriffe zu erkennen und zu blockieren.

Wie schliessen Unternehmen die Bereitschaftslücke und nutzen die KI-Chance? Die Antwort liegt in einer strategischen, nachhaltigen Netzwerkmodernisierung. Schon bald werden KI-Agenten präzise Netzwerkeinblicke liefern und Aktionen ausführen, wodurch reaktive Sicherheitsmassnahmen in proaktive, selbstheilende Verteidigungen verwandelt werden, die Probleme vorhersagen und verhindern können. Ein Beispiel: Cisco's AI Canvas bietet für solche Aufgaben eine generative Benutzeroberfläche, die darauf ausgelegt ist, die Zusammenarbeit von Teams und Agenten neu zu definieren. Derlei kollaborative und dauerhaft verfügbare Interaktions-Umgebung sind ein wichtiges Hilfsmittel für die zukünftigen Aufgaben.

IT-Führungskräfte in der Pflicht

Für IT-Führungskräfte beginnt die Erfüllung der Anforderungen des KI-Zeitalters mit einer Bewertung ihrer aktuellen Netzwerkfähigkeiten im Vergleich zu den sich schnell entwickelnden Anforderungen von KI- und digitalen Workloads. Zudem sollten sie die Rolle des Netzwerks angesichts der neuen Sicherheitslandschaft, die Agenten-KI mit sich bringt, neu bewerten und Sicherheitsfunktionen in das Netzwerk integrieren. Ist diese Basis geschaffen, folgt der nächste Schritt: gezielte Investitionen in Automatisierung, fortschrittliche Sicherheit, Assurance und Echtzeit-Analytik – kritische Werkzeuge, die die Reaktionsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit im gesamten Unternehmen erheblich steigern können.

Die Dringlichkeit ist klar: Die Modernisierung von Unternehmensnetzwerken ist nicht nur ein technisches Upgrade, sondern eine strategische Notwendigkeit, um das volle Potenzial von KI zu entfalten. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung in IT, Business und Technologie-Ökosystem, das sichere Netzwerk neu zu denken, damit es die nächste Generation KI-getriebener Unternehmen unterstützen kann. Jetzt ist die Zeit zu investieren, zu innovieren und die digitalen Grundlagen zu schaffen, auf die zukünftige Generationen bauen werden.

© Cisco

Der Autor

Enrico Mercadante

Enrico Mercadante, ausgebildeter Ingenieur ist seit fast 25 Jahren bei Cisco in verschiedenen Führungspositionen tätig und leitet das Netzwerkgeschäft von Cisco in der EMEA-Region.
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