Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Nationalrat votiert gegen spezifisches Deepfake-Gesetz

Der Nationalrat will kein spezifisches Gesetz, um die Verwendung von Deepfakes im öffentlichen Raum zu regulieren. Er hat am Dienstag eine entsprechende Motion aus den Reihen der Grünen abgelehnt.
© (Quelle: pd)

Mit 111 zu 70 Stimmen bei 7 Enthaltungen sagte die grosse Kammer Nein zum Vorstoss von Raphaël Mahaim (Grüne/VD). Unterstützt wurde das Anliegen von SP, Grünen und GLP. Die Enthaltungen kamen von Mitgliedern der Mitte-Fraktion. Die bürgerliche Mehrheit lehnte die Motion ab und folgte damit dem Antrag des Bundesrats.

Kommunikationsminister Albert Rösti hielt fest, dass mit Blick auf das Straf- und Zivilrecht keine gesetzlichen Lücken im Bereich von Deepfakes bestünden. Die jeweiligen Rechtsgebiete seien technologieneutral ausgestaltet. Bei Deepfake-Verstössen seien diese Rechtsgrundlagen anwendbar

Zudem sei es «aktuell nicht notwendig», eine spezifische Regulierung für Deepfakes zu erlassen. Er habe selbst kürzlich eine KI-Konvention des Europarats in Strassburg unterschrieben, sagte Rösti. Der Bundesrat werde dazu im nächsten Jahr eine Vernehmlassungsvorlage präsentieren. Er wünsche eine «Minimalregulierung». Die Schweiz sei in Sachen KI-Regulierung nicht verspätet.

Fall Glarner vs. Arslan

Mahaim dagegen bezeichnete die heute geltenden Rechtsgrundlagen als ungenügend. Es sei unerlässlich, dass die Verwendung von Deepfakes speziell geregelt werde. Die Schaffung einer solchen Regelung sei auch weniger anspruchsvoll, als die künstliche Intelligenz (KI) als Ganzes zu regulieren.

Sogenannte Deepfake-Technologien können etwa täuschend echte Bilder, Videos oder Tonaufnahmen erstellen. Sie wurden in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel vor Wahlen in mehreren Ländern eingesetzt.

Auch in der Schweiz gibt es ein bekanntes Beispiel. So erstellte der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner im Jahr 2023 ein Deepfake-Video seiner politischen Rivalin Sibel Arslan (Grüne/BS). Bald könnte gegen ihn ermittelt werden. Die zuständige Nationalratskommission will die Immunität Glarners in diesem Zusammenhang aufheben. Die Ständeratskommission hat darüber noch zu entscheiden.

Politik Recht
Anzeige

Neueste Beiträge

Mitel holt Ben Macdonald an die Channel-Spitze
Der Kommunikationsspezialist Mitel hat Ben Macdonald zum Vice President Global Channel Go-to-Market ernannt. Der langjährige Channel-Manager soll die weltweite Partnerstrategie weiterentwickeln und das Wachstum im Partnergeschäft vorantreiben.
3 Minuten
10. Jun 2026
Hannes Grubinge wird Chief Product & Marketing Officer bei R&M
R&M stärkt Produktmanagement und Marketing. Hannes Grubinger übernimmt die Position des CPMO in der Geschäftsleitung.
3 Minuten
10. Jun 2026
«Zwischen KI-Vision und Prozessrealität» - Quotes & Thoughts
Mit Thomas Hottinger, Managing Director des SAP-Partners Innflow, habe ich mich über die neue Strategie des «Autonomous Enterprise» von SAP unterhalten. Im Gespräch erklärte er, weshalb Prozessreife und Datenqualität die entscheidenden Voraussetzungen für den erfolgreichen KI-Einsatz sind, welche Themen Schweizer Unternehmen aktuell beschäftigen und warum Cloud-Strategien nicht zwangsläufig im Widerspruch zu Datensouveränität stehen.
5 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
Stärkung der globalen Position der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation - Swissnex-Jahresbericht 2025
Swissnex ist das weltweite Schweizer Netzwerk für Bildung, Forschung und Innovation. Auch im Jahr 2025 hat es seine Mission mit weitreichenden Initiativen rund um den Globus fortgesetzt. Das Berichtsjahr war durch eine verstärkte Fokussierung auf künstliche Intelligenz (KI), planetare Diplomatie, Klimaresilienz und Quantentechnologien geprägt. 
4 Minuten
15. Apr 2026
Steuerfahnder führen Razzia bei Herweck durch
Bei der Herweck AG haben Behörden Geschäftsräume durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen wegen mutmasslichen Umsatzsteuerbetrugs bei Geschäftspartnern des Distributors. Herweck kooperiert nach eigenen Angaben mit den Behörden.
2 Minuten
14. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige