«Näher bei den Kunden, näher beim Thema Cloud»
Oracle Cloud Infrastructure
Oracle gehört zu den weltweit führenden Technologie-Unternehmen und wird häufig mit Datenbanksystemen assoziiert. Das ist richtig, doch inzwischen ist das Thema Cloud mindestens ebenso wichtig. Billy Kneubühl, Vice President Technology Cloud Sales ALPS & Country Leader Switzerland bei Oracle Schweiz, erklärt die Hintergründe.
Computerworld: Oracle wurde 1977 gegründet und entwickelte von Anfang an Datenbanksysteme. Daraus ist mit der Zeit fast ein Synonym geworden. Nun fällt der Name Oracle zunehmend in Zusammenhang mit der Cloud. Wie passt das zusammen?
Billy Kneubühl: Wie bei vielen anderen Softwaretechnologie-Unternehmen steht auch bei Oracle das Thema Cloud ganz oben auf der Agenda. Wir sind nicht mehr nur die Datenbankspezialisten, die die Cloud-Branche erobern, sondern haben renommierte Neukunden für unsere Infrastruktur- und KI-Services gewonnen wie Uber, Zoom, xAI oder Microsoft. Möglich machen es das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die andersartige Architekturauswahl.
Computerworld: Welche Themen beschäftigen die Oracle-Kunden?
Kneubühl: Unsere Kunden erwarten beispielsweise, dass die Clouds interoperabel sind und die Standards eingehalten werden. Deshalb sprechen wir auch oft von der Hybrid Multicloud. Dabei steht Hybrid für die verschiedenen Ausprägungen der Cloud und Multicloud für das Zusammenspiel über mehrere Anbieter hinweg. Trotz oder gerade wegen dieser Cloud- und Provider-Vielfalt will man als Kunde jederzeit die Datenhoheit behalten. Darum geht es bei der Sovereign Cloud. Kunden wollen nicht nur wissen, wer die Cloud betreibt und was mit den Daten passiert, sondern auch jederzeit entscheiden, in welcher Cloud und bei welchem Provider die Daten gespeichert werden. Die Eigenständigkeit ist gerade für unsere öffentlichen Kunden essenziell. Aber auch viele private Unternehmen verfolgen inzwischen eine dedizierte Cloud-Governance hinsichtlich Souveränität.
Computerworld: Und wie erfüllen Sie diese Anforderungen Ihrer Kunden?
Kneubühl: Wir waren im öffentlichen Sektor und in stark regulierten Branchen schon immer gut positioniert. Die Reaktionen auf die Einführung unserer Oracle Cloud EU Sovereign im Jahr 2023 waren sehr positiv. Damit positionieren wir uns auf dem Markt für sensible Daten, welche die Einhaltung von Souveränitäts- und Vertraulichkeitsmassnahmen der Europäischen Union erfüllen müssen. Hier besteht eindeutig eine grosse Nachfrage.
Computerworld: Oracle wächst aus der Datenbanktechnologie über die Cloud in Richtung Applikationen, während andere Softwarehersteller aus der Anwendungswelt anfangen, eigene Rechenzentren und Clouds anzubieten. Kommt man sich da nicht ins Gehege?
Kneubühl: Nicht unbedingt. Ein gutes Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen Oracle und Microsoft. Mit Oracle Database@Azure können auch Microsoft-Kunden unsere Cloud-Infrastruktur nutzen, ohne ihre native Azure-Umgebung zu verlassen. Ich denke, das ist eine Partnerschaft, welche ganz im Sinne der Kunden handelt. Auf der anderen Seite habe Sie recht, es gibt auch Konkurrenz mit anderen Hyperscalern, denn der Markt ist umkämpft. Die IT ist geprägt von einer Frenemy-Situation. Manchmal duelliert man sich mit anderen Anbietern, manchmal ist eine Partnerschaft sinnvoller. Diese streben wir vor allem dann an, wenn damit ein Kundennutzen verbunden ist oder wenn dies grosse Kunden wünschen. Konkurrenz ist gut, aber der Kunde kommt zuerst.