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Homegate, Ricardo und Co. streben in Richtung Börse

Ob auf der Suche nach einer neuen Wohnung auf Homegate oder Immoscout, einem Occasionswagen auf Autoscout24 oder einem Shirt der Frauen Nati auf Ricardo - den digitalen Alltag vieler Schweizer prägen die Online-Plattformen der Swiss Marketplace Group schon längst.
© (Quelle: SMG)

Doch die Gruppe will auch die Gunst der Anlegerinnen und Anleger gewinnen und in wohl absehbarer Zeit den Börsengang lancieren.

Wann dieser konkret stattfinden soll, ist offen. Dass ein solcher angestrebt wird, machten die SMG-Besitzer TX Group (Anteil 31 Prozent), Ringier (29,5 Prozent), Mobiliar (29,5 Prozent) und die amerikanische Investmentfirma General Atlantic (10 Prozent) schon bei der Gründung des Joint Ventures im Jahr 2021 klar.

Formelle Entscheidung noch nicht gefallen

Als Teil der Vorbereitungen auf einen möglichen Börsengang

veröffentlichte SMG am Montag konkrete Finanz- und Dividendenziele für das laufende Jahr 2025. Die Publikation der Ziele stehe im Zusammenhang mit bevorstehenden Sitzungen, erklärte eine SMG-Sprecherin der Nachrichtenagentur AWP.

Die formelle Entscheidung für den Börsengang sei indes noch nicht gefallen. Sie sei von «mehreren Faktoren abhängig». Dazu würden unter anderem das Marktumfeld, makroökonomische Rahmenbedingungen sowie der richtige Zeitpunkt aus Unternehmenssicht zählen, so die Sprecherin weiter.

Klar ist: Mit dem näher kommenden Börsengang rückt SMG als Gesellschaft verstärkt ins öffentliche Interesse. Hinter der Vielzahl an Marken steht ein einheitliches Plattformmodell: Digitale Marktplätze, die über Abonnemente, Gebühren, Erfolgskommissionen, Werbung und Zusatzdienste monetarisiert werden. Und das sehr lukrativ.

Unbestrittener Platzhirsch

SMG ist in der Schweiz sehr breit und tief aufgestellt - mit hoher Marktdurchdringung in fast allen Segmenten. Die Immobilienportale rund um Homegate oder ImmoScout24 kommen laut Experten auf einen Marktanteil von mindestens 70 bis 75 Prozent.

Aber auch im Autosegment und bei den General Marketplaces, also Plattformen für Kleinanzeigen, Secondhand- und Alltagsprodukte ist SMG klar führend. Einzig bei den Finanz- und Vergleichsportalen trifft SMG mit ihren Plattformen Moneyland.ch und FinanceScout24 auf starken Wettbewerb, vor allem durch Comparis, das eine hohe Markenbekanntheit hat.

Direkte ausländische Konkurrenz ist zwar in allen Tätigkeitsfeldern vorhanden: Genauso wie in den meisten anderen Ländern sich die grossen globalen Plattformen wie Facebook Marketplace oder eBay in der Schweiz eher schwer. Entscheidend für den Erfolg sind die lokale Verankerung sowie die Integration in die lokalen Wertschöpfungsketten.

Die starke Marktposition schlägt sich in hohen Gewinnen nieder: Weil SMG digitale Plattformen betreibt, bedeuten mehr Nutzer nicht proportional mehr Kosten. Und sobald eine Plattform dominiert, skalieren die Gewinne exponentiell - etwa durch Werbung, Zusatzdienste und Datenmonetarisierung.

Operative Marge von 50 Prozent und mehr

Das lässt sich auch bei SMG in den Zahlen ablesen: Im Geschäftsjahr 2024 erzielte SMG einen Umsatz von 291 Millionen Franken und eine bereinigte operative Marge (EBITDA) von 48 Prozent. Im laufenden Jahr 2025 soll der Erlös um weitere 13 bis 15 Prozent wachsen und sich die bereinigte Marge dem mittleren 50 Prozent-Bereich annähern, wie SMG am Montag in einer Mitteilung schrieb. Und es gibt noch weiter Luft nach oben: Die erfolgreichsten Marktplätze im Ausland kommen auf Margen von gegen 75 Prozent.

Preisüberwacher schaut hin

Und SMG will weiter wachsen. Dazu investiert die Gruppe in jedem der vier Tätigkeitsfelder kontinuierlich in neue Produkte und Services. Beispiele dazu sind etwa das neue Mieter Plus+ Abo, das vorzeitigen Zugang zu neuen Wohnungsinseraten ermöglicht, oder der direkte Verkauf des eigenen Autos an einen Autohändler mit AutoScout Direct. Verstärkt setzt SMG auf ihren Plattformen auch auf künstliche Intelligenz. So fungiert beispielsweise Ricardo AI als persönlicher Shopping-Assistent.

Die Marktmacht führt indes auch zu Kritik und Beschwerden: Vor allem im Immobiliensegment wird dem Unternehmen nach teilweise markanten Preiserhöhungen ein möglicher Missbrauch der führenden Stellung vorgeworfen. Eine entsprechende informelle Untersuchung läuft aktuell beim Preisüberwacher.

Marktwert bis zu 5 Milliarden Dollar

Dass das Geschäftsmodell von SMG attraktiv ist, zeigt die Bewertung vergleichbarer Online-Marktplätze in anderen Ländern. Diese werden mit dem Acht- bis Dreizehnfachen des Umsatzes gehandelt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg veranschlagte die Bewertung von SMG in einem jüngsten Bericht auf bis zu 5 Milliarden US-Dollar.

Zusätzlich dürfte SMG - wie die internationalen Vergleichsunternehmen - den üppigen Cash-Flow zur Zahlung attraktiver Dividenden nutzen. So sollen für das Jahr rund 75 Millionen an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet werden, wie SMG am Montag ebenfalls ankündigte.

Börsengang
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