Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Gipfel in Paris steckt Kurs bei Künstlicher Intelligenz ab

In Paris startet an diesem Montag ein zweitägiger internationaler Aktionsgipfel zur Künstlichen Intelligenz (KI). Zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie führende Köpfe der Branche werden beim Gipfel erwartet.
© (Quelle: hec.edu)

Auf dem Gipfel soll es um Einsatzmöglichkeiten von KI etwa im Bereich Gesundheit, Bildung und Arbeit gehen, auch aber um die Regulierung und den verantwortbaren Einsatz der Technik.

Angesichts harter Konkurrenz von KI-Giganten aus den USA und China geht es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei dem Gipfel auch darum, dass Europa bei der Zukunftstechnologie nicht den Anschluss verliert. Das Treffen mit rund 1500 Teilnehmenden aus etwa 100 Ländern folgt auf zwei internationale KI-Gipfel 2023 in Grossbritannien und im vergangenen Jahr in Korea.

Zu den Teilnehmenden gehören unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, US-Vizepräsident J.D. Vance und Indiens Premierminister Narendra Modi, der Co-Präsident des Gipfels ist. Aus der Tech-Branche sollen unter anderem die Chefs der US-Unternehmen Microsoft, Brad Smith, OpenAI, Sam Altman, und Google, Sundar Pichai, nach Paris kommen.

Macron sieht Frankreich als Vorreiter bei KI

Präsident Macron möchte sein Land auf dem Gipfel als einen Vorreiter im KI-Bereich präsentieren. «Frankreich ist das führende Land in Europa im Bereich der Künstlichen Intelligenz», sagte Macron der Zeitung «Le Parisien». Im Interview des Senders France 2 kündigte er am Sonntagabend unter anderem Investitionen in KI in Frankreich in Höhe von «109 Milliarden Euro in den nächsten Jahren» an und forderte eine «globale Regulierung» des Sektors.

Dabei plädierte er für einen Mittelweg. «Es besteht die Gefahr, dass einige gar keine Regeln vorgeben, und das ist gefährlich», sagte der Staatschef dem «Parisien». «Aber es gibt auch das Risiko, dass Europa sich umgekehrt zu viele Regeln gibt, sich von anderen abwendet und daher nicht mehr innovativ sein kann. Wir müssen dieses Gleichgewicht halten.» Anfang Februar hatte die EU mit dem AI Act das weltweit erste staatenübergreifende Gesetzeswerk zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Kraft gesetzt.

Aufruf zur Stärkung von KI in Europa

Angesichts der Konkurrenz aus den USA und China hatten deutsche und französische Start-ups vor einigen Tagen eine Stärkung der Künstlichen Intelligenz in Europa gefordert. Der Kontinent müsse dringend handeln, um seine technologische Souveränität zu sichern, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung des Startup-Verbands France Digitale und dem European Startup Network. «Europa darf nicht in Rückstand geraten», hiess es auch vor dem Hintergrund der 500 Milliarden Dollar schweren Stargate-Investitionsoffensive der USA und dem Durchbruch des chinesischen KI-Start-ups DeepSeek.

Die deutsche Denkfabrik Centrum für Europäische Politik (CEP) forderte eine klare Strategie für eine europäische KI. «Einerseits will Europa mit einer strengen KI-Regulierung globale Standards setzen, andererseits fürchtet man den technologischen Rückstand. Diese Doppelstrategie ? gleichzeitig Schiedsrichter und Mitspieler sein zu wollen ? droht beide Ziele zu verwässern», sagte CEP-Digitalisierungsexperte Anselm Küsters. Die EU müsse regulatorische Ambitionen mit Innovationsförderung in Einklang bringen, um nicht gegenüber den USA und China ins Hintertreffen zu geraten.

Warnung vor zu viel Regulierung

Der deutsche Branchenverband Bitkom warnte vor dem Gipfel davor, sich in Europa zu sehr auf Regulierungsfragen zu konzentrieren. Das verunsichere Unternehmen und bremse Innovationen. In Paris würden die Chancen von KI für Wirtschaft und Gesellschaft, für Wachstum und Wohlstand in den Mittelpunkt gerückt. «Dieser Perspektivwechsel in Europa ist dringend notwendig, wir müssen den Pariser Gipfel nutzen und bei KI den Modus ändern: Mehr Innovation ermöglichen, das muss künftig unser Ansatz sein», sagte Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

Die Nichtregierungsorganisation AlgorithmWatch rief hingegen dazu auf, Entwicklung und Einsatz von KI mit den weltweiten Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen. Der Gipfel finde zu einer Zeit statt, in der die «Je grösser, desto besser»-Mentalität bei den KI-Modellen völlig ausser Kontrolle gerate. Die Entwicklung und der Einsatz von KI trage aber zum Anstieg des weltweiten Energiebedarfs und damit zur Klimakrise bei. Der Ausbau energiehungriger Rechenzentren sei ein Problem, das beim grassierenden KI-Hype untergeht, warnte AlgorithmWatch.

Künstliche Intelligenz (KI) Politik
Anzeige

Neueste Beiträge

Sunrise schliesst Konsultationsverfahren ab
Anstatt des ursprünglich erwogenen Abbaus von bis zu 450 Stellen meldet Sunrise, dass dank des Konsultationsverfahrens nun 358 betriebsbedingte Kündigungen vorgenommen werden.
2 Minuten
25. Okt 2026
Mathis Blöchlinger neuer Chief Investment Officer AXA Schweiz
Mathis Blöchlinger wird per 01. November 2026 neuer Chief Investment Officer (CIO) der AXA Schweiz. Er folgt auf Daniel Gussmann, der sich entschieden hat, eine neue Herausforderung ausserhalb der AXA Schweiz anzunehmen.
2 Minuten
25. Okt 2026
United Airlines präsentiert Starlink Tracker
United Airlines baut die Verfügbarkeit von Starlink-WLAN innerhalb der Flotte aus, sodass bereits auf fast jedem zweiten Flug dieses Angebot genutzt werden kann. Auf welchen soll ein Tracker zeigen.
2 Minuten
24. Okt 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
«Echtzeit wird zum entscheidenden Faktor» - Digital Insights
Im Gespräch mit Computerworld erläutert Alexander Finger, weshalb moderne Datenarchitekturen heute stärker auf Echtzeitfähigkeit, Datenverantwortung und Transparenz ausgerichtet sein müssen, damit KI im Unternehmen tatsächlich produktiv eingesetzt werden kann.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige