Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Experte: Stimmrechtsbeschwerde gegen E-ID ist nicht chancenlos

Die Swisscom hat die Ja-Kampagne zur E-ID finanziell unterstützt – die Vorlage wurde am knapp angenommen. Laut einem Experten hätten die unlängst eingereichten Stimmrechtsbeschwerden gegen diese mutmassliche Einflussnahme vor Bundesgericht eine Chance.
© (Quelle: e-ID)

«Die Beschwerde ist sicher nicht chancenlos», sagte Felix Uhlmann am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er ist Professor für Staats- und Verwaltungsrecht sowie Rechtsetzungslehre an der Universität Zürich.

Der Fall erfülle das Erfordernis eines knappen Wahlausganges. Das Stimmvolk hat die Vorlage am Sonntag mit lediglich 50,39 Prozent angenommen. Damit sei eine Intervention des Bundesgerichts potenziell möglich.

Des Weiteren müsste das Bundesgericht abwägen, als wie «staatlich» beziehungsweise «privat» die Swisscom gilt. Denn private Unternehmen sind bei einer Finanzierung freier.

Verhältnismässigkeit schwer zu prognostizieren

«Falls das Bundesgericht die Swisscom zum staatlichen Bereich zählt, ist eine Prüfung der Verhältnismässigkeit der Beteiligung der Swisscom am Abstimmungskampf vorzunehmen», so Uhlmann. Der Ausgang davon sei aber schwer zu prognostizieren.

Eine massgebliche Frage sei, wie stark die Swisscom selbst von der E-ID «betroffen» sei. Unklar ist laut dem Staatsrechtler etwa, ob ein «rein kommerzielles Interesse» als Betroffenheit genügt.

Denn wenn staatliche Unternehmen «besonders betroffen» sind, dürfen sie bei Abstimmungskämpfen intervenieren. Die Intervention müsse aber sachlich, verhältnismässig und transparent sein.

Die Swisscom verkauft unter anderem Abos für rechtsgültige digitale Signaturdienste. Ausserdem könnten Handyabo-Käufe durch eine E-ID vereinfacht werden.

Transparenz der Swisscom-Spende umstritten

Gerade die Transparenz ist in diesem Fall aber ebenfalls umstritten. Laut der Plattform «Politikfinanzierung» der Eidgenössischen Finanzkontrolle hat die Swisscom der Ja-Kampagne des Wirtschaftskomitees 30'000 Franken zur Verfügung gestellt. Laut der «NZZ», die zuerst über die Finanzierung berichtete, entsprach dies einem Viertel des Budgets des Referendumskomitees. Der Betrag sei damit «mindestens nicht unbedeutend», so Professor Uhlmann.

Die Aktienmehrheit der Swisscom liegt per Gesetz beim Bund. Sie gilt damit als «bundesnaher Betrieb». Laut Rechtsprechung des Bundesgerichts sind staatsnahe Unternehmen «grundsätzlich zur politischen Neutralität verpflichtet».

Recht Digitalisierung Politik
Anzeige

Neueste Beiträge

Stand der IKT-Vorhaben im VBS
Der Bundesrat wurde an seiner Sitzung vom 11. Februar 2026 über den Stand der wichtigsten IKT-Vorhaben im VBS informiert. Dabei nahm er Kenntnis von der Umsetzung und der Wirksamkeit der ergriffenen Steuerungs- und Aufsichtsmassnahmen.
2 Minuten
12. Feb 2026
Chip macht autonome Autos reaktionsschneller
Forscher der University of Hong Kong, der Beihang University, weitere Kollegen aus China und Saudi-Arabien sowie von der Universität in Cambridge haben einen neue Hardware in Form eines Chips zur schnelleren Reaktion für autonom fahrende Autos und Roboter entwickelt.
2 Minuten
Swisscom 2025 mit mehr Umsatz aber weniger Gewinn
Nach der Akquisition von Vodafone Italia präsentieren sich die Zahlen für das Jahr 2025 wie erwartet: Die Swisscom Gruppe steigerte den Umsatz um 36,6% auf CHF 15'048 Mio. Der Reingewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 17,6% auf CHF 1'270 Mio.
4 Minuten
12. Feb 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Top-CIOs: Stefan Pleisch, Zurich Schweiz - Vorgestellt
Die CIOs der grössten Schweizer Firmen stellen sich vor und berichten von anstehenden Projekten sowie aktuellen Herausforderungen.
2 Minuten
Suchen und finden - das Leitmotiv der ICT Networkingparty 2026
Am 22. Januar 2026 versammelte sich die Schweizer ICT-Szene zum traditionellen Jahresauftakt im Bern­er Kursaal: die ICT Networking Party. Unter dem Motto «Wer sucht, der findet» stand das Programm ganz im Zeichen der Suche – nach Bedeutung, Orientierungswissen und überraschenden Einsichten.
3 Minuten
Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige