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Satelliteninternet als Backup für Standorte

Die Deutsche Telekom erweitert ihr Geschäftskundenportfolio um satellitengestütztes Breitband. Der neue Service soll vor allem als Absicherung und Übergangslösung für Unternehmensstandorte dienen.

Mit «Satellite Internet Access» integriert die Telekom Starlink-Satelliteninternet als Backup- und Übergangslösung für Unternehmensstandorte

© Telekom

Mit «Satellite Internet Access by Starlink» (SIA) bietet die Telekom ab sofort eine zusätzliche Konnektivitätsoption für Geschäftskunden an. Die Lösung richtet sich an Standorte, an denen Glasfaser oder Mobilfunk noch nicht ausreichend verfügbar sind – oder bei denen eine redundante Anbindung erforderlich ist.

Satellit als Ergänzung zur bestehenden Infrastruktur

Technisch basiert das Angebot auf dem Satellitennetz von SpaceX und dessen Dienst Starlink. Die Telekom integriert die Technologie in ihr eigenes Portfolio und bietet sie als vollständig gemanagten Service an.

Im Unterschied zu klassischen Starlink-Angeboten übernimmt die Telekom dabei Installation, Netzanbindung und Betrieb. Unternehmen erhalten damit eine schlüsselfertige Lösung, die sich in bestehende IT- und Netzwerkinfrastrukturen integrieren lässt.

Der Dienst ist insbesondere als Backup konzipiert: Fällt die primäre Anbindung aus, kann die Satellitenverbindung einspringen und den Betrieb aufrechterhalten. Ziel ist es, geschäftskritische Anwendungen wie Kassensysteme, Logistikprozesse oder Produktionssteuerungen auch bei Ausfällen abzusichern.

Einsatz vor allem in Randlagen und Übergangsphasen

Typische Einsatzszenarien sieht die Telekom in abgelegenen Regionen, auf Baustellen oder bei neu erschlossenen Standorten. Auch als temporäre Lösung während des Glasfaserausbaus ist der Dienst gedacht.

Ein Pilotprojekt zeigt die Stossrichtung: Eine Brauereikette nutzt die Lösung, um einen neuen Standort anzubinden, solange dort noch keine feste Breitbandinfrastruktur verfügbar ist.

Neben solchen Übergangsszenarien adressiert das Angebot auch Anforderungen an Ausfallsicherheit. Unternehmen können Satelliteninternet gezielt als zweite Leitung einsetzen, um ihre Netzanbindung redundant auszulegen.

Technische Eckdaten und Leistungsumfang

Nach Angaben der Telekom sind mit SIA Bandbreiten von bis zu 400 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload möglich. Die Latenz liegt bei etwa 20 bis 60 Millisekunden – deutlich höher als bei Glasfaser, aber ausreichend für viele Geschäftsanwendungen.

Zum Einsatz kommen elektronisch ausgerichtete Phased-Array-Antennen, die vergleichsweise wartungsarm arbeiten. Die Telekom bietet unterschiedliche Datenpakete an und stellt die Abrechnung über bestehende Geschäftskundenverträge bereit.

Ein weiterer Unterschied zum Direktbezug von Starlink liegt in priorisierten Business-Kapazitäten sowie optionalem Vor-Ort-Service durch Systemspezialisten.

Abgrenzung zu Direct-to-Device

Parallel arbeitet die Telekom an satellitengestützten Mobilfunkdiensten (Direct-to-Device), die ab Ende des Jahrzehnts die Netzabdeckung für Smartphones erweitern sollen. Diese Lösungen sind jedoch nicht mit SIA vergleichbar.

Während SIA als stationäre Breitbandlösung für Unternehmensstandorte dient, zielt Direct-to-Device auf mobile Endgeräte und die Grundversorgung in Funklöchern ab.

Telekommunikation
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