ETH-Wissenschaftler erstellen 3D-Avatar aus Selfie-Filmchen

Was bislang Hollywood-Studios vorbehalten war, kann jetzt jeder mit seinem Smartphone erstellen. Forscher der ETH Lausanne schaffen 3D-Modelle von Personen aus Handy-Selfies.

» Von Jens Stark , 05.08.2015 14:40.

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Die Erstellung von 3-D-Modellen von Personen ist keine rechnerische Trivialität. Bislang nutzen Holywood-Studios riesige Grafikrechner, um solche Avatare von echten Schauspielern zu erstellen, um sie danach in Computeranimationsfilmen zu platzieren. Forschern des Computer Graphics and Geometry Laboratory der ETH Lausanne ist es nun gelungen, den komplexen Prozess so zu verdichten, dass jeder Avatare mit Hilfe von Smartphone-Kamerasherstellen kann. Das ganze Prozedere dauert zudem nicht länger als ein paar Minuten.

«Wir wollten das Verfahren beschleunigen und vereinfachen: Sie brauchen lediglich ein Video von sich zu drehen sowie ein paar Selfies, um die verschiedenen Gesichtsausdrücke abzubilden, unser Algorithmus erledigt den Rest», meint Alexandru Ichim. Auf einem Bildschrim lässt sich dann das 3D-Double betrachten und in Echtzeit manipulieren. So kann man eine Szene drehen, welche sodann der Avatar nachspielt. Für die ursprünglichen Aufnahmen reiche die Kameraleistung eines Smartphones - sogar eines älteren Modells, sagt der Wissenschaftler.

Die ETH-Forscher können sich einige künftige Verwendungszwecke für die Avatare vorstellen. Neben dem Einsatz in Games und virtuellen Umgebungen, könnten sie auch in Videokonferenzen auftreten, ihr Schauspieltalent in Filmen beweisen oder gar im Rahmen einer Therapie für Leute, die an Schizophrenie leiden, eingesetzt werden. Letzteres wird bereits am University College London getestet.

In Zukunft wollen die ETH-Forscher das Verfahren weiter verfeinern. So möchten sie die Haare exakter darstellen können. Auch fehlt den Mündern der derzeitigen Avatare noch ein naturgetreues Innenleben.

Den derzeitigen Stand der Forschung stellen die ETH-Wissenschaftler Mitte August an der diesjährigen Computergrafik-Schau Siggraph in Los Angeles vor.

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