Microsoft setzt auf Quanten-Computing

Der Software-Riese Microsoft will eine eigene Programmiersprache für Quanten-Computer lancieren. Entwickler sollen damit exponentiell mehr Computing-Ressourcen nutzen können.

» Von Mark Schröder , 26.09.2017 06:46.

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An der Kommerzialisierung von Quanten-Computern arbeiten die grössten Technologie-Konzerne der Welt seit Jahren. Atos hat jüngst einen Quanten-Simulator vorgestellt, Google einen vorgeblich funktionsfähigen Rechner der kanadischen Firma D-Wave gekauft. IBM Research forscht zusammen mit der ETH unter anderem in Rüschlikon an der Technologie, die als «IBM Quantum Experience» aus der Cloud bezogen werden kann. Neu gesellt sich Microsoft in den Kreis der Quanten-Entwickler – respektive will schon seit zwölf Jahren dazugehören. An der Hausmesse «Ignite» in Orlando kündigte CEO Satya Nadella am Montag an, bis Ende Jahr eine Programmiersprache für Quanten-Computing veröffentlicht zu wollen.

Gleichzeitig will Microsoft eine Integration der Sprache in seine Entwicklungsumgebung Visual Studio realisieren. Anwendungen können dann lokal sowie in der Azure-Cloud laufen. Der Hersteller arbeitet mit einem Team von Wissenschaftlern an einem eigenen Quanten-Computer, der über herkömmliche Hardware angesteuert werden kann. 

Weniger grosse Quantensprünge sind die übrigen Ankündigungen der «Ignite»: Neue Preispläne für «Microsoft 365» wurden lanciert, Komponenten von Office 365 erneuert und integriert sowie das Business-Netzwerk LinkedIn in die Produktivitätsanwendungen aus Redmond eingebunden. Schliesslich versprach Microsoft noch mehr Wahlfreiheit für Nutzer der Azure-Cloud – auch und besonders in Europa. 

Microsoft 365 und Office 365

Die Suite Microsoft 365 aus unter anderem Office 365 und Windows 10 soll es in zwei neuen Varianten geben: «F1» für User im Kundendienst oder in der Fertigung, die nicht permanent am eigenen Rechner arbeiten. Die «Education»-Version wendet sich an Lehrer, Schüler und Studenten. 

In beiden Plänen ist Office 365 ein fester Bestandteil. Microsoft hat schon während der Hausmesse mit dem Rollout eines neuen Designs für die Online-Software begonnen. Die Startseite soll den Anwendern helfen, unerledigte Arbeiten schneller fortführen zu können, auf häufig genutzte Apps zuzugreifen und über Aktivitäten im Team informiert zu bleiben. Die Anwendung Teams wird – wie erwartet – mit Skype for Business verschmolzen.

Das an der Hausmesse ebenfalls angekündigte Bing for Business soll unternehmensinterne Daten mit Informationen aus dem Web zusammenbringen. Wie weit die Suchmaschine dabei gehen kann, bleibt dem Administrator überlassen, respektive kann per Zugriffsberechtigung im Active Directory gesteuert werden. In der Live-Demo auf der «Ignite»-Bühne zeigte Produktmanagerin Li-Chen Miller, dass sie von der Suchoberfläche aus auch freigegebene Dokumente ihres Vorgesetzten einsehen kann. Daneben blieben Miller auch die LinkedIn-Kontakte ihres Chefs nicht verborgen. 

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