«KI wird Banken so stark verändern wie alle Branchen»

Die Aufgabenliste von Veronica Lange ist lang. Sie ist Head of Innovation der UBS. Im Interview spricht sie über Projekte mit Blockchain, mit KI, mit Start-ups und über ihren Hund.

» Von Mark Schröder , 27.10.2017 08:00.

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Als Head of Innovation treibt Veronica Lange bei UBS dutzende Digitalisierungsprojekte voran. Alle aktuellen Hype-Technologien testen sie und ihr Team auf die Anwendbarkeit im Finanzgeschäft – global und in der Schweiz. Im Interview gewährt sie Einblicke in den Innovationsprozess und spricht über neue sowie zukünftige Bankprodukte.

Computerworld: Sind die Digitalisierungsprojekte von Banken eher Kosmetik oder eine echte Operation?

Veronica Lange: Der Finanzsektor ist eine der am höchsten von Technologie durchdrungenen Branchen. Nur in der ICT-Sparte ist Technologie noch mehr präsent. Die UBS ist schon seit Jahren von Technologie geprägt und beschäftigt tausende Mitarbeiter in der Informatik. Daher ist die Bank auch zum Teil ein Technologie-Unternehmen, das sich ständig weiterentwickelt.

Wir unterscheiden zwischen der evolutionären Innovation, der transformationalen Innovation und der disruptiven Innovation. Alle evolutionären Projekte sind mit digitaler Technologie verbunden, die in bestehenden Märkten und bei bestehenden Produkten eingeführt wird. Bei der digitalen Transformation geht es zum Beispiel um die Nutzung von künstlicher Intelligenz oder das Öffnen neuer Kanäle, wie bei der Einführung des Mobile Banking. Disruptive Projekte werden auch gemeinsam mit Fintechs angegangen, die neuartige Dienstleistungen im Finanzbereich anbieten.

Wo ordnen Sie den «Future of Finance Challenge» ein?

Der Challenge ist ein Bestandteil unseres Aktivitätsportfolios zur Förderung von Innovation. Innovation heisst für die UBS auch Kollaboration. Dafür arbeiten wir auf vier verschiedenen Ebenen mit Mitarbeitern, den Marktteilnehmern und auch Wettbewerbern zusammen. 

Für die Innovationsförderung haben wir erstens ein Seed Funding etabliert, das allen Mitarbeitern offen steht. Das Group Innovation Board stellt den besten Ideen eine Anschubfinanzierung zur Verfügung. Zweitens veranstalten wir Hackathons, an denen zuletzt im Sommer hunderte UBS-Angestellte an zwölf Standorten weltweit neue Lösungen für die Finanzindustrie entwickelten. Gemeinsam mit den Technologielieferanten und den Regulatoren arbeiten wir drittens zum Beispiel an der zukünftigen Ausgestaltung der Marktinfrastruktur. Die vierte Ebene ist die Entwicklung eines Ökosystems von Fintechs. Hierzu zählt auch der «Future of Finance Challenge».

Wie weit ist der neue «Future of Finance Challenge» fortgeschritten?

Weltweit haben wir rund 300 Bewerbungen erhalten. Seit Ende September bis Ende November finden an vier regionalen Anlässen die Finalrunden für Hongkong, New York, London und Zürich statt, wobei jeweils ein regionaler Sieger gekürt wird.

Zur Person: Veronica Lange

ist seit Mai 2015 Head of Innovation der UBS. Zuvor zeichnete sie anderthalb Jahre als Leiterin der Multichannel-Strategie verantwortlich. Vor ihrer Tätigkeit bei UBS war Sie in verschiedenen internationalen Funktionen in der Bankenbranche mit Schwerpunkt auf digitale Innovationen und Marketing tätig. Lange hat an der Universität Kiel in Business Administration promoviert.

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