So einfach ist es, Apple-ID-Kennwörter zu klauen

Bei Apple-Geräten erscheinen regelmässig Pop-ups, welche die Eingabe des iTunes-Passworts verlangen. Ein Softwareentwickler hat nun herausgefunden, wie diese gefälscht werden können.

» Von Luca Perler , 11.10.2017 13:19.

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Wer ein iPhone oder iPad sein Eigen nennt, kennt die plötzlich erscheinenden Pop-up-Fenster wohl bestens, die zur Eingabe des Apple-ID-Kennworts auffordern. Der Softwareentwickler Felix Krause hat nun herausgefunden, dass sich diese sehr gut dafür eignen, um Passwörter von Nutzerinnen und Nutzer zu entwenden, wie er in einem Blog-Beitrag erläutert. «iOS verlangt das iTunes-Passwort aus verschiedensten Gründen, etwa nach einem Software-Update», schreibt Krause. Folglich seien Userinnen und User darauf trainiert, ihr Kennwort einzugeben, sobald sie danach gefragt werden.

Grundsätzlich ist es laut Krause nämlich auch nicht sonderlich schwierig, eine Phishing-App zu schreiben, die nach dem Passwort der Userinnen und User fragt. Einzige Hürde sei dabei die Sicherheitsprüfung von Apple. Aber auch dafür hat er eine Lösung parat. Entwickler könnten ein entsprechendes Pop-up nachträglich einschmuggeln, welches sich erst nach der Zulassung im App-Store aktiviert. In einem «Proof of Concept» zeigt Krause nun, dass es möglich ist in Apps eine Kennwortabfrage zu integrieren, die jener von Apple bis ins kleinste Detail gleicht.

Wie erkennt man Phishing-Angriffe?

Krause liefert allerdings auch einige Tipps, damit sich Userinnen und User vor solchen Phishing-Angriffen schützen können. Der Entwickler empfiehlt etwa, den Home-Button zu drücken, sobald eine Passworteingabe gefordert wird. «Wird dadurch die App mitsamt dem Dialog geschlossen, handelt es sich um eine Phishing-Attacke», schreibt er. Bleibt das Fenster hingegen sichtbar, kann das Passwort eingegeben werden. Denn dann handle es sich um einen System-Dialog, der nicht Teil einer iOS-App sei.

Schutz vor solchen Fallen liefert gemäss Krause auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Er empfiehlt deshalb allen Nutzern, diese einzuschalten. So können sich Hacker zumindest keinen Zugang zum Apple-Konto verschaffen. Bei schlechten Gewohnheiten komme hierbei allerdings eine weitere Problematik hinzu: «Weil viele User eine Kombination aus Nutzername und Passwort oft nicht nur bei der Apple-ID nutzen, ist möglicherweise die Sicherheit von anderen Web-Diensten gefährdet.»

Um die Situation zu entschärfen, nimmt Krause aber auch Apple in die Pflicht. Er schlägt vor, dass das Apple-ID-Kennwort künftig nicht mehr direkt, sondern über die Einstellungen eingegeben werden soll. Für mehr Transparenz könne zudem etwa sorgen, dass in der rechten oberen Ecke der Dialogbox das Logo der entsprechenden App eingeblendet wird, sofern eine Anwendung für das Erscheinen der Aufforderung verantwortlich ist. Und schliesslich sollen Nutzerinnen und Nutzer laut Krause grundsätzlich nicht ständig aufgefordert werden, ihr Passwort einzugeben.

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